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Artikel vom 21.09.2012

Autor: Smuker

Kategorie: Interviews
Umfang: 2 Seiten


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Interview mit Scott Caputo (Essen Neuheit 2012 Völuspá - White Goblin Games)






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cliquenabend.de:  Hi Scott kannst du dich unseren Lesern kurz vorstellen, für den Fall das sie dich noch nicht kennen.

Scott: Ich bin eine Spieleautor, der in der Nähe von San Francisco mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Söhnen wohnt. Ich liebe es Spiele zu erfinden und ich habe das Glück davon leben zu können. Ich bin ein Spieleautor für IGT Interactive und wir machen Spiele für online Slot-Maschinen.

Brettspiele zu erfinden ist mein Lieblingshobby und ich bin sehr aufgeregt, dass White Goblin Games mein Spiel Völuspá veröffentlicht. Ich habe noch viele andere Interessen, wie zum Beispiel Gedichte. Dazu habe ich ein Buch 2010 veröffentlicht.

cliquenabend.de: Völuspá ist dein erstes Spiel, das nicht in deinem eigenen Verlag “Mudcap Games” erschienen ist. Wie kam es dazu?

Scott:  Also tatsächlich habe ich noch ein anderes Spiel veröffentlicht. Das Spiel heißt Kachina und ist bei Bucephalus Games erschienen. Mudcap Games ist ein gemeinsames Projekt von mir und meinem Freund JT Mudge. Mudcap setzt sich aus den ersten drei Buchstaben unserer beiden Nachnamen zusammen (Mudge und Caputo). Außerdem ist es aber auch ein echtes Wort. Ein mudcap ist eine Dynamitstange, die in Lehm verpackt ist, sozusagen eine Überraschungsexplosion. Bisher hat Mudcap Games nur versucht Spiele von anderen Verlagen zu lizensieren. Aber in der Zukunft werden wir versuchen auch eigene Spiele zu veröffentlichen.

cliquenabend.de: Wie lange hast du an dem Spiel gearbeitet und wie kamst du auf die Idee?

Scott: Völuspá basiert auf Kachina und Kachina habe ich ursprünglich 2007 entwickelt. Kachina erschien 2009 und seitdem arbeite ich auch an einer Kachina Erweiterung, die niemals veröffentlicht wurde. Völuspá enthält diese unveröffentlichte Erweiterung. Dazu wie ich auf die Spielidee gekommen bin, gibt es bei BoardGameGeek mein Autorentagebuch.

Hier ein Auszug daraus:

"So seltsam es auch klingen mag, ich wollte schon immer ein Spiel mit einem Kachina Thema erfinden. Als ich noch ein Kind war, hat meine Familie eine Reise durch den Südwesten der USA gemacht und ich war von den verschiedenen Kachina Puppen in den Läden fasziniert. Ich habe eine Hexen Kachina Puppe auf dieser Reise bekommen, die ich immer noch besitze. Ich habe an der Universität Arizona studiert, die an einer Schnittstelle verschiedener Kulturen, wie z.B. der Hopi und der Navajo, liegt. Beide Völker haben Kachinas.

Ich hatte eine Vision von einem Spiel mit verschiedenen Kachinas auf dem Spielbrett. Es war so als würde ich Anderen beim Spielen zusehen und müsste die Regeln bei nur vom Zusehen versuchen zu verstehen. Die Spielelemente, die ich herleitete waren, dass man in dem Spiel andere Kachinas beherrschen muss und dass man Siegpunkte dafür erhält, wie sehr man andere dominiert. Das war meine Kernidee."

cliquenabend.de: Völuspá ist ein abstraktes Legespiel. Wer kam auf die thematische Idee?

Scott:  White Goblin Games hat das nordische Thema vorgeschlagen und ich habe zugestimmt, da ich es für eine gute Idee hielt. Ein Götterpantheon durch ein anderes zu ersetzen schien gut zu funktionieren. Natürlich musste ich viel recherchieren, um die richtigen nordischen Charaktere für mein Spiel zu finden.

cliquenabend.de: Völuspá ist eine Neuauflage von Kachina mit einem anderen Thema. Werden wir in Zukunft mehr von deinen Mudcap Games mit einem anderen Thema sehen?

Scott: Das ist schon möglich. Ich habe mehrere ältere Spiele, an denen ich weiterhin arbeite und hoffe sie in einen veröffentlichbaren Zustand zu bekommen.

cliquenabend.de: Das Völuspá Gedicht besteht aus 66 Versen. Hast du es gelesen?

Scott: Ja ich habe eine Übersetzung online gelesen. Es ist wirklich ein sehr schönes und dramatisches Gedicht.

cliquenabend.de: Wenn du ein Spiel erfindest, denkst du erst über die Mechaniken oder das Thema nach?

Scott: Ich tendiere dazu zuerst über die Mechaniken nachzudenken, aber ich habe auch schon Spiele gemacht, wo ich zuerst ein Thema hatte. Während der Entwicklung gibt es einen permanenten Austausch zwischen Thema und Mechaniken. Oftmals gehe ich zurück zum Thema, um neue Idee zu sammeln. Oder ich greife auf die Mechaniken zurück, damit mir interessante Varianten einfallen.

cliquenabend.de: Was ist das grundsätzliche Konzept von Völuspá?

Scott: Völuspá ist ein Legespiel, bei dem es darum geht soviele Punkte wie möglich zu machen, indem man seine Plättchen clever einsetzt und die Fähigkeiten der nordischen Charaktere nutzt. Man versucht das Plättchen mit dem höchsten Wert in eine Reihe zu legen, es zu werten, aber viele Plättchen haben Sonderfähigkeiten, die andere Möglichkeiten bieten Punkte zu machen.

cliquenabend.de: Der Illustrator ist Pierô, der auch schon die Grafiken von “Yggdrasil” gemacht hat. Dieses spielt ebenfalls in der Welt der nordischen Götter. Kennst du das Spiel?

Scott: Mir war bewusst, dass es das Spiel gibt, aber ich habe es noch nicht gespielt. Ich würde es aber gerne ausprobieren.

cliquenabend.de: Warst du in den Gestaltungsprozess involviert?

Scott: Ja, White Goblin Games hat mir die Entwürfe über den ganzen Zeitraum zugeschickt und ich habe ihnen feedback gegeben. Pierô hat von Anfang an mit seinen Zeichnung ins Schwarze getroffen. Allerdings hatten wir auch ziemlich viele Diskussionen darüber wie das Cover aussehen sollte. Der erste Entwurf zeigte Thor und Loki auf beiden Seiten von Odin. Diese Grafik ließ das Spiel wie ein Kampf zwischen Gut und Böse erscheinen, was wirklich nicht die Idee hinter dem Spiel ist. Pierô hat immer neue Entwürfe gezeichnet und ich bin sehr stolz auf das Endergebnis.

cliquenabend.de: Welche Spiele spielst du in deiner Freizeit?

Scott: Ich bin ein echter Vielspieler und ich habe Glück meine Frau geheiratet zu haben, die auch ein Vielspieler ist. Wir spielen gerne Dominion, Pandemie, Zug um Zug, ebenso wie Geschicklichkeitsspiele, wie Toc Toc Woodman, Hamsterrolle und Mord im Arosa. Wir sind auch auf Spielemessen und ich habe letztens das Vergnügen gehabt Kingdom Builder, Glen More, Ra das Würfelspiel und Starsbourg kennenzulernen. Ich spiele auch auf der Arbeit und bei yucata.de. Ich hoffe, dass meine Jungs auch Vielspieler werden, wenn sie älter sind, aber natürlich lieben wir sie auch wenn nicht.

cliquenabend.de: Möchtest du unseren Lesern noch etwas mitteilen?

Scott: Es ist eine aufregende Zeit ein Spieleautor zu sein. Ich habe keine Statistiken um es zu beweisen, aber es fühlt sich so an, als ob es heutzutage mehr Menschen gibt die als Spieleautor arbeiten, als zu irgendeiner anderen Zeit in der Geschichte. Betrachtet man nur die Menge an Videospieldesignern, Designer von casual games oder Kasinospielen und Brettspielautoren. Es gibt eine Anzahl an Bücher über das Spieleerfinden und an den Universitäten gibt es Seminare zum Thema Spieleerfinden. Meiner Meinung nach profitieren die verschiedenen Spielegenres von einander. Videospiele übernehmen Ideen von Brettspiele, die wiederrum von Kasinospielen abstammen. Die Feedbackschliefe ist faszinierend und der Stand der Technik im Spielebereich verändert sich sehr schnell. Es ist aufregend und ermüdend zugleich, aber ich versuche so viel wie möglich zu lernen, so dass ich ein besserer Spieleautor werde.



Das Interview wurde von Andreas Buhlmann für cliquenabend.de geführt.



Vielen Dank an Scott Caputo für Ihre Unterstützung.



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