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Artikel vom 05.09.2012

Autor: Smuker

Kategorie: Interviews
Umfang: 2 Seiten


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Interview mit Jose Antonio Rivero


 





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cliquenabend.de: Hi Jose! Kannst du dich kurz unseren Lesern vorstellen die dich vielleicht noch nicht kennen?

Jose: Mein Name ist Jose Antonio Rivero Nuez (in Spanien haben wir lange Namen und Nachnamen). Ich bin 46 Jahre alt und wurde in Las Palmas de Gran Canaria (ein Ort den viele Deutschen kennen dürften) geboren und lebe dort. Ich arbeite als Verkäufer für ein Reisebüro, welches sich auf den ländlichen Tourismus auf den Kanarischen Inseln spezialisiert hat.

cliquenabend.de: Expedition: Congo River 1884 ist dein erstes Spiel auf dem Markt, wie fühlt sich das an?

Jose: Also, Ich fühle mich unglaublich zufrieden. Ich liebe Brettspiele sehr und das Beste was einem Spieleamateurautor passieren kann ist, dass eines der eigenen Brettspielprojekte veröffentlicht wird. Vor dieser Veröffentlichung spielte ich die Prototypen mit Freunden und Verwandten. Wenn ich jetzt daran denke, dass mein Spiel von Tausenden verschiedenen Personen aller Altersstufen aus verschiedenen Ländern gespielt wird ist ein großartiges Gefühl. Hinzu kommt noch das ich mit diesem Spiel die faszinierende Welt des Brettspiels erweitere, und so zur Kultur beitrage wie bei einem Buch oder einem Lied.

cliquenabend.de: Wie lange hast du an diesem Spiel gearbeitet und wie kamst du auf die Idee?

Jose: Es ist schwer die Zeit dafür zu berechnen, denn man arbeitet nicht jeden Tag daran, aber ich denke etwa 10 Monate könnten hinkommen. Die Idee hatte verschiedene Quellen, hauptsächlich suchte ich nach einem Kartenspiel mit einem interessanten Thema. Am Anfang war dies aber nur eine grobe Idee und es dauerte eine Weile bis sich das Thema zu dem entwickelte was es heute ist: Ein afrikanisches Brettspiel welches im 19. Jahrhundert angesiedelt ist und von dem Entdecken und dem Suchen nach neuen Ländern handelt. Ich besitze zu Hause viele Romane über afrikanische Entdecker, einige Filme, historische Bücher und ein paar echte alte Landkarten von Afrika, die ich in einem Antiquariat in London gekauft habe. Da diese Dinge ständig um mich waren und ich den Wunsch hatte diese geschichtlichen Aspekte spieltechnisch zu verarbeiten hatte es mich gepackt. Ich setzte mich hin und entwickelte dieses Spiel.





cliquenabend.de: Wie kam es zum Kontakt mit White Goblin Games und wie war die Zusammenarbeit?

Jose: Ich hatte mit White Goblin Games Kontakt da ich ein anderes Spielprojekt im Kopf hatte. Dieses habe ich aber aus Zeitmangel nicht fertig gestellt (vielleicht werde ich dies aber noch demnächst tun). Eines Tages schickte ich dann eine eMail mit meiner neuen Spielidee und einer Beschreibung an White Goblin Games. Sie fanden die Idee gut und baten mich um einen spielbaren Prototypen. Nachdem sie ihn getestet hatten boten sie mir einen Vertrag zur Veröffentlichung an. Die Zusammenarbeit mit White Goblin Games war also wie ihr seht großartig.

cliquenabend.de: Wenn du ein Spiel entwickelst, denkst du dir dann zuerst die Mechanismen aus oder entwickelst du das Spiel aufgrund des Themas?

Jose: Ich beginne immer zuerst mit dem Thema und arbeite mich daran entlang. Ich lese und suche viele Texte, Bilder und viele weiter Informationen  um die Stimmung aufzusaugen wie ein Schwamm und sie nachher auf ein Spielsystem zu kopieren.

cliquenabend.de: Was ist die Grundidee hinter dem Spiel „Expedition: Congo River 1884?“

Jose: Es reproduziert in einer einfachen Art und Weise die Entdeckungsreise entlang eines exotischen Flusses mit unbekannten Begegnungen, wo man sich nie sicher sein kann. Ich wollte speziell ein Spiel entwickeln wo man in jedem Zug abwägen muss was man tun soll. Es geht draum schnelle Entscheidungen zu treffen und manchmal auch durch einen Bluff den Gegner zu überlisten. Auch wollte ich das die Spieler ihr Glück herausfordern. So stehen die Spieler vor der Entscheidung ob sie Ihre Karten gleich einsetzten und leicht und schnell ein paar Punkte erhalten oder ob sie die Karten für später aufbewahren und mehr Punkte erlangen oder auch alles verlieren können. Diese konstante Spannung sorgt meiner Meinung nach für den Spaß im Spiel.

cliquenabend.de: Die Charaktere im Spiel besitzen echte Namen, wie kam es dazu?

Jose: Das ist ein besonderer Aspekt des Spiels auf den ich sehr stolz bin. Ich kenne kein anderes Spiel (vielleicht irre ich mich aber auch!) welches echte Namen auf den Spielkarten verwendet hat. Als ich den zweiten Prototypen erstellt habe verwendete ich erfundene Namen um jeder Karte eine eigene Persönlichkeit zu geben. Als dann die Illustrationen fertig waren kamen wir auf die Idee die falschen Namen durch echte auszutauschen. So konnten viele Menschen in der Geschichte des Spiels eingebaut werden. White Goblin Games veranstaltete daraufhin einen Wettbewerb und die Namen verschiedenster Teilnehmer wurden für das echte Spiel verwendet.







cliquenabend.de: Der Name des Spiels war zuerst „Congo – Expedition to Africa 1884“ und wurde dann später zu „Expedition: Congo River 1884“ geändert. Warum?

Jose: Dafür gibt es zwei Gründe. Sobald die Informationen bei BGG (www.boardgamegeek.com) hochgeladen wurden, stellten wir fest, dass die User das Spielkonzept und das Spielziel völlig missverstanden. Einige Personen dachten, dass das Spiel im belgischen Congo spielte und das auch der Sklavenhandel eine Rolle spielt. Da dies aber nicht die Idee hinter dem Spiel war (und wir so etwas auch nie machen würden) kamen wir überein den Namen zu Expedition: Congo River 1884 zu ändern. So versteht man gleich, dass es um eine Reise entlang eines Flusses und seinen Ufern geht. Das Spiel handelt von Abenteuern und dem Erkunden des Unbekannten. Dieser neue Name repräsentiert die Idee deutlich besser.

Der zweite Grund war der, dass ich inzwischen eine zweiten Spielidee im Kopf hatte, die auch die Basismechaniken des vorherigen Spiels verwendete, aber einen anderen Hintergrund beleuchtet und ein anderes Thema besitzt. Der logische Schritt war es eine Spielserie zu erstellen. Damit man versteht, dass es sich um eine Spielserie handelt, musste der Name etwas mehr generalisiert werden. So wurde das Wort „Expedition:“ gewählt und dahinter kommt dann der Untertitel „Congo River 1884“.

cliquenabend.de: Es wird also weitere Spiele mit demselben Grundgedanken geben, was wird der Unterschied sein?

Jose: Die Unterschiede finden sich im Hintergrund und dem Thema, außerdem wird es neue Elemente geben, die die Strategien erweitern. Viel mehr kann ich noch nicht sagen, da sich das Spiel noch in der Entwicklungsphase befindet.

cliquenabend.de: Warst du im Illustrationsprozess beteiligt?

Jose: Ja und zwar von Anfang an. White Goblin und Alexandre Roche, der Illustrator und Art Designer des Spiels, fragten mich nach meiner Meinung und nach meine Vorschlägen für die Gestaltung. Ich bin sehr dankbar dafür bei diesem Prozess mitgewirkt zu haben und so auch geholfen habe die Atmosphäre zu verbessern die das Thema berücksichtigt.

cliquenabend.de: Welche Spiele spielst du in deiner Freizeit?

Jose: Ich spiele meistens Eurogames mit meinen Verwandten und Freunden. Ich besuche oft den lokalen Spieleclub wo wir Klassiker wie Goa, Brass, El Grande, etc. spielen. Immer wieder bringen die Spieleclubleute auch Neuheiten zum Spielen mit. Ich würde gerne auch einmal Wargaming-Spiele versuchen, aber bisher fehlte mir die Zeit für so etwas.

cliquenabend.de: Gibt es noch etwas was du uns sagen möchtest?

Jose: Ja, und zwar auf Deutsch weil ich etwas Deutsch spreche. Ich habe ein Jahr in Deutschland gewohnt, in Oldenburg (wünderschönes Land und Leute übrigens). Ich wünsche alle Spieler dass Expedition Congo River spielen viel viel Spass damit . Alles Gute!



Das Interview wurde von Andreas Buhlmann für cliquenabend.de geführt.



Vielen Dank an Jose für seine Unterstützung.



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