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Details
Verlag/Autoren/Illustratoren:
Genres:
Berühmte Vorlage, Brettspiel, Buchverspielung, Familienspiel, Jüngere Vergangenheit, Legespiel, Mittelalter, Puzzle, Verbindungsspiel

Spielmechaniken:
Plättchen legen, Logik, Gleichzeitige Aktionswahl

Release:
2010

Anzahl der Spieler:
1 bis 4 Spieler

Spielzeit:
20 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 8 Jahre

Durchschnittswertung:
5.5/10 bei 2 Bewertungen



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Testbericht vom 23.01.2011 - von Andreas

Don Quixote


Vorwort:

Je nach dem was für ein Spiel man spielt unterhalten uns Brettspiele nicht nur, sondern bringen unser Gedächtnis auf Trapp und lehren uns. Das kann am Spielmechanismus, den Informationen im Spiel oder auch der Thematik liegen.

Die Spielneuheit von Pegasus zeigte mir eine Buchlücke in meiner Sammlung auf. „Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha“ wurde 1605 von Miguel de Cervantes verfasst. Der Roman ist anerkannte Weltliteratur und sicherlich eines der bekanntesten spanischen Bücher. Der Autor parodiert die damals so beliebten Ritterromane und zeigt auf wie diese Alonso Quijano den Verstand rauben.

Das Buch haben wir zwar nicht gelesen, aber mit dem Spiel haben wir uns für euch natürlich auseinander gesetzt. Wie es uns und unseren Testgruppen gefällt erfahrt ihr nun, aber zuerst widmen wir uns wie üblich den Spielregeln.

Spielziel:

Wie auch im Buch wird hier die Wirklichkeit so verdreht wie es dem Propanganten (in diesem Fall dem Spieler selbst) gefällt. Jeder besitzt 24 gleiche Plättchen und baut damit sein Fürstentum. Wer am geschicktesten seine Wege am verbindet und seine Landesgrenzen schützt gewinnt das Spiel.

Spielaufbau:

Viel benötigt man als Möchtegernrittern Don Quixote nicht ein Fürstentum (in hochdeutsch würde man sagen, das Spielertableau oder die Ablagetafel), eine Übersichtstafel (zum festhalten der erreichten Punkte) und einen Plättchensatz (hierauf befinden sich Wege, Mühlen, Burgen und Ritter) in der passenden Spielerfarbe.

Es werden zwei Karten aus dem gemischten Positionskartenstapel offen gelegt. Diese bestimmen wo jeder Spieler sein Burgplättchen mit dem Wert 6 und dem Wert 4 platziert. Am Anfang sehen also noch alle Auslagen der Spieler gleich aus, das wird sich aber schnell ändern.

Nun kann es losgehen, sattelt euer Pferd, euren Esel oder euren Spielstuhl, je nach dem was da ist…

Spielablauf:

Insgesamt werden 3 Durchläufe gespielt, wobei nach jedem Durchlauf eine Wertung statt findet. Wer am Ende die meisten Punkte besitzt gewinnt und hat die Lizenz als Ritter mit Nudelsiebhelm seine Heimat zu verteidigen.

Jeder Spieler besitzt noch 22 Plättchen die gemischt und verdeckt vor einem liegen. Im ersten Durchgang werden 9 dieser Plättchen aufgedeckt, im zweiten sieben und im dritten sechs (wobei das letzte Plättchen um 90 Grad gedreht wird um es zu markieren).

Man besitzt also im jeden Durchgang eine vorgegebene Anzahl an Plättchen und diese gilt es nun möglichst gut zu verbauen. Man weiß also welche Plättchen man verbaut, aber nicht wo. Genau hier kommt der Positionskartenstapel aus der Mitte zum Zuge.

Jede Runde wird die oberste Positionskarte aufgedeckt und damit der nächste Bauplatz für jeden Spieler bestimmt. Nun muss jeder Spieler eines seiner Plättchen wählen und auf diese Position legen. Hierbei darf man den eigenen dicken Pappmarker jedoch um 180 Grad drehen. Hat jeder die genannte Tableauposition belegt heißt es „Rien ne va plus“ – Nix geht mehr. Die nächste Karte wird umgedreht und das Spiel beginnt von neuem.

Nach dem neunten Setzen gibt es eine erste Wertung. Jeder Spieler der es geschafft hat mindestens einen Ritter in seine Burg zu lenken, erhält dafür 6 bzw. 4 Punkte (je nach Burg). Das ist gar nicht so einfach, denn der genannte Ritter benötigt einen lückenlosen Weg bis in die Burg. Grundsätzlich ist das Wegeverbinden das A und O in dem Spiel. Denn für verbundene Kirchen und Windmühlen hagelt es Punkte. Zwei gleiche Gebäude auf einem Weg bringen 4 Punkte ein. Schafft ihr es sogar drei oder mehr Kirchen (bzw. Windmühlen) zu verbinden, so erhaltet ihr 2 Punkte pro Gebäude.

Aber auch die Ritter gilt es clever zu platzierten. Denn nur wenn sie am äußersten Rand stehen mit einer Wegeverbindung die direkt aus eurem Tablett führt fließt ihr Wert in eure Verteidigung mit ein und ihr erhaltet 5 Punkte.

Die Wertung wird im Verlaufe des Spiels immer schwieriger. So müssen in den nächsten Wertungen schon 2 bzw. 3 Ritter in die Burgen gelenkt werden und der Verteidigungswert den ihr benötigt erhöht sich von 4 auf 8 und am Ende sogar auf 12.

Bei der dritten und letzten Wertung wird außerdem einmalig eure größte zusammenhängende Rittergruppe auf einer Straße an Punkten gutgeschrieben.

Der zweite und dritte Durchgang wird genauso durchgeführt wie der Erste. Die Ausnahmen sind die schwierigere Wertung sowie die Plättchen auswähl. Das um 90 Grad gedrehte sechste Plättchen müssen die Spieler jeweils als letztes Plättchen verwenden. Dies macht die Sache natürlich nicht einfacher, aber etwas vorausschauender.

Spielende:

Nach der letzten Wertung ist das Spiel vorbei. Wer im Verlaufe des Spiels die Wege, Gebäude und Ritter am besten platziert hat zeigt sich auf der Punkteleiste.

Strategie:


Don Quixote verlangt ein optimiertes Plättchen legen auf dem Tableau. Das Problem dabei ist jedoch, dass man nie ahnen kann, welches Feld als nächstes bebaut wird. Dies führt dazu, dass man seine offenen Plättchen zwar analysieren muss und sich gute aufhebt um sie an bestimmte Stellen zu platzieren, aber hier das Glück noch einen erheblichen Einfluss hat. So sollte man die erste Runde versuchen sich eine Struktur für die Wege aufzubauen. Ein gut verbundenes System ist hier die Devise, schafft man es hierbei schon Gebäude und Ritter zu verbinden ist das wunderbar. Nach der 1. Wertung sollte man sich dann auf bestimmte Wertungsziele versteifen, die man schon gut aufgebaut hat.

Interaktion:


Jeder optimiert für sich alleine und erstellt seine eigene Struktur auf seinem Tableau. Es gibt keine Interaktion zwischen den Spielern, außer dass sich alle ständig über die aufgedeckte Positionskarte ärgern.

Glück:


Der Glücksfaktor ist sehr hoch, zum einen kann es sein, dass die offenen Plättchen nicht genügend Auswahl bieten und zum anderen wird der Positionsort durch Karten bestimmt. Dies führt in 90% der Fälle nicht zum gewünschten Ort auf dem eigenen Tableau und so muss man sich etwas einfallen lassen. Es heißt also nicht vorausplanen sondern mit der Position leben und das Beste daraus zu machen.

Packungsinhalt:


Die Grafiken wurden von Oliver Freudenreich angefertigt und haben einen schönen comichaften und charmanten Look. Das Spielmaterial ist hochwertig, dicke Pappe und gute Spielkarten. Die Regeln sind klar formuliert und jeder Spieler erhält eine Wertungsübersicht. So findet jeder problemlos ins Spiel und der Preis von ca. 22 € ist dem Material angemessen.

Spaß:

Don Quixote erinnerte viele uns und viele unserer Spieler sofort an „Take it easy“ (Ravensburger). Durch die offene Plättchenauslage, kam aber erstmal der Verdacht nahe, dass es mehr Taktik als der genannte Titel besitzen. Diese Äußerung trifft allerdings nicht zu, dass Bestätigen die Regeln und unsere Testpartien. So kam ein ähnliches Spielgefühl auf wie bei „Take it easy“, jedoch sind hier die Grafiken viel ansprechender. Der Spielspaß in Don Quixote, war jedoch in allen gespielten Runden nicht so hoch wie erwartet (in Vielspieler- als auch in Familienspielerrunden). Man kann nicht viel voraussehen und zu einem Spielgewinn gehört doch sehr viel Glücksanteil. Ab und an war das Spiel gern gesehen, aber ein Dauerbrenner wurde daraus nicht.


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