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Details
Verlage:
Autoren:
Illustratoren:
Genres:
Familienspiel, Jüngere Vergangenheit, Legespiel, Puzzle, Mittelalter, Städtebau

Spielmechaniken:
Aufnehmen und Legen, Gebiete kontrollieren, Plättchen legen

Release:
2011

Anzahl der Spieler:
2 bis 5 Spieler

Spielzeit:
30 - 45 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 8 Jahre

Durchschnittswertung:
9.5/10 bei 2 Bewertungen



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Testbericht vom 29.07.2011 - von Jörg

Carcassonne (Jubiläumsausgabe)


Vorwort:

Das Spiel Carcassonne wurde mittlerweile in 20 Sprachen übersetzt und über 6 Millionen Mal verkauft (Stand: 2011). Ein Grund zu feiern und das 10 Jahre nach der Veröffentlichung. Die Jubiläumsedition enthält nicht nur durchsichtige Figuren, sondern mit 10 Landschaftskarten eine kleine Erweiterung, die mit den bereits acht erhältlichen Erweiterungen kombinierbar ist.

Bei Carcassonne handelt es sich um ein Legespiel des Autors Klaus-Jürgen Wrede, dass im Oktober 2000 beim Hans im Glück Verlag erschienen ist. Den Namen hat es dabei von der Stadt Carcassonne (Frankreich), deren Festungslandschaft zum Thema dieses Spiels wurde. 2001 erhielt es den Kritikerpreis Spiel des Jahres und den Deutschen Spielepreis. Mittlerweile gibt es das Spiel auch als App für das Handy und kann auch hier mit toller Grafik und hohem Spielspaß glänzen.

Im Mittelpunkt dieser Jubiläumsedition steht auch weiterhin der Gefolgsmann, kurze Meeple genannt. Genau diese Figur hat sich auch in der Spielszene etabliert und findet sich in vielerlei Spielen wieder. Doch nicht jeder Leser unserer Seite kennt das Spiel, so dass wir auch etwas mehr die Abläufe umschreiben. Für Fans der Reihe, bietet sich der Abschnitt „Features / Packungsinhalt / Preisleistung“ an, denn hier beschreiben wir genau die Details, die man als Spieler lesen will.

Ziel des Spiels:

Wir befinden uns in der südfranzösischen Stadt Carcassonne und beherbergen mit unseren Gefolgsleuten Straßen, Städte, Klöster und Wiesen. Die Entwicklung dieser Landschaft liegt in der Hand der Spieler und so werden diese Gefolgsleute recht schnell zu Wegelagerer, Ritter, Mönche oder Bauern. Mit diesen Personen versucht man möglichst viele Punkte zu erzielen, denn am Ende gewinnt der Spieler, der die höchste Punktzahl vorweisen kann.

Spielaufbau:

Von den insgesamt 72 Landschaftskarten sucht man sich die Startkarte mit dunkler Rückseite heraus und legt sie in die Tischmitte. Die restlichen Karten werden gemischt und in mehreren verdeckten Stapeln in die Tischmitte gelegt. Die Wertungstafel legt man am besten an den Rand des Tisches. Jeder Spieler erhält 8 Gefolgsleute einer Farbe und stellt einen davon auf das Feld 0 der Wertungstafel.

Spielablauf:

Es wird reihum gespielt. Der Startspieler führt eine der Aktionen in der vorgegebenen Reihenfolge aus:

1. Der Spieler muss eine neue Landschaftskarte ziehen und anlegen

Der Spieler zieht eine Karte von einem der verdeckten Stapel und legt diese an. Diese neue Karte muss mit mindestens einer Seite an eine oder mehrere ausliegende Karten angelegt werden. Ein Anlegen Ecke an Ecke ist nicht erlaubt. Sollte eine Karte nicht passen, wird diese ganz aus dem Spiel genommen und der Spieler zieht eine neue.

2. Der Spieler darf einen eigenen Gefolgsmann aus seinem Vorrat auf die soeben gelegte Karte setzen

Der Spieler darf einen seiner Gefolgsmänner auf die gelegte Karte platzieren. Entweder als Wegelagerer (auf einem Straßenabschnitt), als Ritter (in einem Stadtteil), als Mönch (in einem Kloster) oder als „liegender“ Bauer (auf einem Wiesenstück). Auf dem durch die neue Karte verbundenen Teil darf kein anderer Gefolgsmann stehen. Die Entfernung spielt dabei keine Rolle. Sofern durch das Anlegen eine Straße, eine Stadt oder ein Kloster fertig gestellt wurde, muss jetzt eine Wertung folgen (siehe Punkt 3).

3. Sind durch das Anlegen der Karte fertige Straßen, Städte oder Klöster entstanden, müssen diese gewertet werden

Für eine fertige Straße erhält der Spieler, der auf dieser Straße einen Wegelagerer hat, so viele Punkte, wie die Straße lang ist (Anzahl der Karten). Für eine fertige Stadt erhält der Spieler, der in dieser Stadt einen Ritter hat, zwei Punkte für jeden Stadtteil. Jedes Wappen zählt zwei Punkte extra.

Sofern mehrere Gefolgsleute auf einer fertigen Straße oder Stadt stehen, erhält der Spieler mit den meisten Wegelagerern bzw. Rittern die Punkte. Bei Gleichstand erhalten die Spieler jeweils die vollen Punkte. Für ein fertiges Kloster erhält der Spieler mit seinem Mönch 9 Punkte.

Nach einer Wertung kehren die Spielfiguren zurück in den Vorrat des Spielers und können ab dem nächsten Zug wieder verwendet werden. Bauern bleiben auf Wiesen bis zum Spielende stehen und kehren während des Spielverlaufs nicht zum Spieler zurück.

Das Spiel ist zu Ende, sobald die letzte Landschaftskarte angelegt wurde. Es folgt die Schlusswertung. Für jede nicht fertige Straße, Stadt und einem Kloster erhält der Besitzer je einen Punkt für jeden Teilabschnitt. Wappen zählen auch nur jeweils einen Punkt. In der Wiesenwertung erhält der Spieler für jede fertige Stadt, die an die Wiese grenzt drei Punkte. Die einzelnen Wertungen werden mithilfe der Punkteübersicht in der Anleitung deutlich dargestellt.

Die Erweiterung: Das Fest

Die Jubiläumsedition enthält 10 Landschaftskarten mit einem Festsymbol. Deckt ein Spieler eine solche Karte auf, legt er sie wie gewohnt an und entscheidet sich, ob er entweder eine eigene Figur nach den bekannten Regeln auf diese Karte setzt oder er sich eine eigene Figur von der gesamten Auslage zurück in seinen Vorrat nimmt. Der Spieler kann auch auf beide Möglichkeiten verzichten.

Strategie:

Carcassonne hat einen hohen Strategiefaktor, denn erst ein Erlebnis auf einer damaligen Deutschen Meisterschaft (Vorrunde!) zeigte mir, wie viele taktische Möglichkeiten das Spiel zu bieten hat. Die Spielrunden mit dem späteren Deutschen Meister öffneten mir die Augen und dieser nette Kerl war anschließend auch bereit, mir einige Tipps für weitere Spielrunden zu geben. Natürlich sollte man alle Plättchen im Kopf abspeichern und weiß dadurch auch, welche Plättchen noch unter dem Stapel sind. Dies ist natürlich ein erheblicher Vorteil, der sich spielentscheidend auswirken kann.

Hinzu kommt die Spieleranzahl, welche eine wichtige Rolle einnimmt. Zu Zweit spielt man natürlich knallhart gegeneinander und eine Punkteteilung bringt einem nicht weiter. Ab drei Spielern baut man sich regelmäßig als Ritter in einen Stadtteil mit ein, um vielleicht gemeinsam eine große Stadt zu errichten oder andere Mitspieler punktemäßig etwas voraus zu sein. Vor lauter Städten sollte man aber die Wiese/n nicht vergessen und da möchte man natürlich möglichst allein die Mehrheit besitzen. Schnell können einem dann die Gefolgsleute ausgehen, so dass man immer abschätzen muss, wann sich ein Einsetzen einer Figur wirklich lohnt.

Mit der Erweiterung bleibt der Strategiefaktor auf gleich hohem Niveau. Als Spieler hat man, gerade mit wenigen Gefolgsleuten im Vorrat die Möglichkeit, „verlorene“ Figuren zurückzunehmen.

Interaktion:

Der Interaktionsfaktor ist gering. Jeder Spieler schaut auf seinen Vorteil und dabei kommen sich nur die Spielfiguren in die Quere, wenn es um den Bau einer Stadt geht. Aber wehe man zieht einTeil, was einem selber nichts nutzt, dann versucht man dem Führenden eins vor den Bug knallen kann. Möglichkeiten gibt es hierzu oft einige.

Glück:

Wer hofft nicht regelmäßig auf das gewünschte Plättchen, um sein Kloster oder den Stadtteil mit eigener Mehrheit abzuschließen? Durch das ständige Ziehen ist der Glücksfaktor durchaus hoch, doch oftmals ist man im Spiel nicht von einem Gefolgsmann abhängig sondern hat mehrere Möglichkeiten. Dies senkt natürlich etwas den Glücksanteil. Lediglich in Runden mit voller Spieleranzahl kann man meist nicht so planen wie man will und ist etwas stärker vom gezogenen Plättchen abhängig.

Packungsinhalt:

Die Spielschachtel als Meeple Figur ist ungewöhnlich, aber sehr stabil und so steht dieses Spiel an oberster Stelle des Regals. Ein wahrer Blickfang. Auch die Anleitung (Regellayout von Christof Tisch) ist sehr gelungen und bietet alles, was man als Spieler braucht. Die Beispiele sind sehr hilfreich und auf der Rückseite sind alle enthaltenen Karten abgebildet.

Kommen wir zu einem weiteren Punkt, der unter vielen Spielern diskutiert wurde: Die Spielfiguren! Diese als Plastikfiguren zu bezeichnen ist schon frech, denn hierbei handelt es sich um gefärbtes und griffiges Plexiglas. Diese Figuren sind wirklich sehr gelungen und lassen sich am besten ohne die unnötige Plastikeinlage in der Spielschachtel verstauen.

Auch die Plättchen sind von gewohnt guter Qualität und bei einem Preis von ca. 15 Euro sollte man nicht lange nachdenken.

Spaß:

Das Spiel ist mittlerweile über 10 Jahre im Handel und immer noch spielt man gerne eine Runde Carcassonne. Mit dieser Jubiläumsedition macht es insbesondere aufgrund der tollen Figuren besonders viel Spaß.

Ob zu Zweit oder in voller Runde zu Fünft, der Spaßfaktor ist sehr hoch und das Spiel hat einen hohen Wiederspielreiz. Aufgrund der einfachen und übersichtlichen Regeln, dem schnellen unkomplizierten Spieleinstieg und der Faszination, der immer wieder neuen entstehenden Landschaften ist es bei Jung und Alt sehr beliebt und sorgt auch auf Dauer für viel Spaß!


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