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Testbericht vom 10.04.2012 - von Jörg

Zooloretto Würfelspiel


Vorwort:

Zooloretto ist als damaliges Spiel des Jahres nach wie vor ein gern gesehenes Familienspiel in unseren Spielekreisen. Die eine oder andere Erweiterung zieht das Spiel auch zum Wohlwollen vieler Spieler in die Länge oder macht es teilweise noch etwas spannender.
Nach all den Erweiterungen in den letzten Jahren folgt jetzt das Würfelspiel. Es scheint wohl 2012 im Trend zu liegen aus bekannten und erfolgreichen Brettspielen einen Würfelmechanismus zu erschaffen. So sind wird doch sehr gespannt, ob das Spiel mit Würfel genauso viel Spaß macht wie in der ursprünglichen Brettspielversion.

Ziel des Spiels:

Die Spieler sind Direktoren eines Zoos und versuchen ihre Gehege mit Tieren zu besetzen. Am Ende gibt es dafür Pluspunkte. Überfüllte Gehege führen allerdings dazu, dass Tiere in einen Stall müssen und das bedeutet Minuspunkte. Wer am Ende die meisten Punkte besitzt, gewinnt.

Spielaufbau:

Abhängig von der Spieleranzahl werden 6 bis 10 Würfel benötigt. Auch die ausliegende Spielfläche mit den Transportwagen orientiert sich an der Anzahl der Spieler. Jeder Spieler erhält einen Zettel, auf dem der Zoo dargestellt wird. Darauf erkennt man Gehege mit unterschiedlichen Tieren, Bonusfelder, Kassenbereich, Stall und Ergebnisfelder für die Punktewertung.

Spielablauf:

Es wird reihum gespielt und die Runde endet, sobald jeder Spieler Würfel von einem Transportwagen genommen hat.

Die Aktionsmöglichkeiten:

a.) Zwei Würfel werfen und auf Transportwagen stellen
Der Spieler würfelt und legt diese auf beliebige freie Kisten der Transportwagen. Sind keine Würfel mehr vorhanden, muss nachfolgende Aktion gewählt werden.

b.) Alle Würfel von einem Transportwagen nehmen und aussteigen
Der Spieler nimmt sich alle Würfel von einem Transportwagen und legt sie auf das Würfelablagefeld rechts oben in seinem Zoo. Der Spieler muss einen Wagen wählen, auf dem mindestens ein Würfel liegt. Damit steigt er aus der laufenden Runde aus.
Wichtig: Dieser jetzt freie Transportwagen steht für die anderen Spieler weiterhin zur Verfügung.

Die Spieler notieren die Tiersymbole in ihrem Zoo durch Ankreuzen. Ist im Gehege kein Platz mehr, muss man das Feld im Stall ankreuzen. Wurde dort schon angekreuzt, wird nichts notiert.
Der Spieler, dem es gelingt, Tiere eines Geheges als Erster vollständig zu befüllen, bekommt den Extrabonus, welchen die Mitspieler ab sofort nicht mehr erhalten können.
Für jedes Münzsymbol markiert man ein Kreuz. Ist hier kein Feld mehr frei, verfällt diese Aktion.

Das Spiel ist zu Ende, sobald ein Spieler ausgestiegen ist und er nur noch in einem einzigen Gehege freie Felder hat oder sein Gehege komplett gefüllt ist. Die laufende Runde wird noch zu Ende gespielt.
Für jedes angekreuzte Tierfeld erhält der Spieler einen Pluspunkt. Hier kommt ggf. noch ein Bonus hinzu. Die Münzen bilden einzelne Gruppen mit jeweils einem Punkt. Der Spieler darf für jede Gruppe aber auch eine Tierart im Stall streichen. Denn am Ende zählt jede Tierart im Stall zwei Minuspunkte.
Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Strategie:

Die strategischen Möglichkeiten sind doch sehr begrenzt. Was man allerdings bei der Wahl von Würfel (zweite Aktion) immer beachten muss, sind die Möglichkeiten der Mitspieler. Als Spieler will man nicht nur selbst einen Vorteil haben sondern ggf. auch Mitspieler bei der Wahl bestimmter Würfel einen Nachteil verschaffen.
Gleichzeitig möchte jeder natürlich von Bonuswertungen profitieren was nicht ganz einfach ist, da die Würfel oft auf mehreren Transportwagen liegen.

Interaktion:

Einfluss auf den Zoo eines Mitspielers hat man nur, wenn man den erhofften Transportwagen einem anderen Spieler vor der Nase wegschnappt.

Glück:

Durch ständiges Würfeln und abhängig von der Spielerreihenfolge spielt dieser Faktor natürlich eine ganz wesentliche Rolle. Gerade in voller Spielbesetzung sehr stark vom Glück geprägt!

Packungsinhalt:

Die Illustration passt sich dem großen Basisspiel an, so dass Zooloretto Kenner hier mit Sicherheit schnell Interesse finden. Der Preis mit knapp über 10 Euro geht in Anbetracht der Qualität und Quantität in Ordnung. Die Anleitung ist kurz und knapp gehalten. Regelprobleme gibt es mit Sicherheit nicht.
Lediglich der Block für die Wertungen neigt sich doch sehr schnell dem Ende, so dass wir die Wertungsblätter einlaminiert haben.

Spaß:

Am ursprünglichen Zooloretto mochten wir die Spannung, wenn es darum geht, Transportwagen mit attraktiven Tieren und Münzen anderen vor der Nase wegzuschnappen. Hinzu kommt der individuelle Aufbau des eigenen Zoos, der einem doch einige Möglichkeiten lässt.

All das ist bei diesem Würfelspiel nicht mehr der Fall und leer geräumte Transportwagen können sofort wieder genutzt werden. Der eigene Zoo, wohl eher ein Streichelzoo, ist eng gehalten, so dass Spielrunden durchaus nach 10 Minuten zu Ende gehen. Kein Wunder, dass man dann eine weitere Partie spielt und unser Gejammer mit dem Block und den wenigen Blättern seine Berechtigung findet.
Was uns hier allerdings fehlt ist die Spannung. Spaß ist zwar vorhanden, doch aufgrund der doch sehr eingeschränkten Möglichkeiten wird gewürfelt und gewürfelt. Zu wenig, um uns erfahrene Zooloretto Spieler begeistern zu können. Dazu bietet das Spiel einfach zu wenig.


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