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Details


Verlage:
Autoren:
Genres:
Spielmechaniken:
Release:
2007

Anzahl der Spieler:
3 bis 5 Spieler

Spielzeit:
30 - 90 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 10 Jahre

Durchschnittswertung:
8/10 bei 1 Bewertungen



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Testbericht vom 02.05.2007 - von

Colosseum



Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Im Amphitheatrum Flavium regiert der Rekord, die Sensation, das Spektakel! Wolfgang Kramer und Markus Lübke haben die Zeitmaschine angeschmissen und uns in das Jahr 80. nach Christus versetzt. Das berühmte Colosseum in Rom soll eingeweiht werden und Kaiser Titus veranstaltet ein 99-Tage andauerndes Festival. Gladiatoren wetzen ihre Schwerter, bei den Löwen ist Fasten angesagt, Musikanten proben bis zum Umfallen und die besten Schauspieler des Landes werden auf die Tribünen geholt. Das große Ziel vor Augen, versucht jeder die genialste Show hinzulegen, die meisten Zuschauer anzulocken, einfach das großartigste Abschlussspektakel der Geschichte Roms zu schmeißen. Ein Event, das die Menschheit nicht mehr vergessen wird und welches noch Jahrhunderte danach in den Geschichtsbüchern überdauert… Mit diesem historischem Hintergrund geht es ans Werk und die Spieler schlüpfen in die Rolle eines römischen Arenaleiters. Zu Beginn der Partie erhält jeder Veranstalter zufällig einige Requisiten, Schauspieler oder Tiere sowie zwei Aufführungskarten. Bei den Spektakelkärtchen gibt es ein breites Spektrum und so findet man neben Gladiatoren, Künstlern, Löwen, Streitwägen, Priestern, Pferden, und Schiffen auch Deko-Gegenstände wie Torbögen oder Pflanzen. Jede Veranstaltungskarte zeigt eine gewisse Anzahl an Spektakelplättchen die zum Aufführen von Nöten sind. So fängt man klein an und präsentiert beispielsweise eine kleine Schauparade mit Gladiatoren und im Käfig eingesperrten Löwen, doch fehlen die nötigen Requisiten, wird die Attraktion nicht so viele Zuschauer anziehen, wie man es gerne hätte. Zuschauer bringen bare Münze und sorgen somit auch dafür, dass man in der Zukunft größere Attraktionen kaufen und noch eindrucksvollere Shows darbieten kann. Und genau dies ist das Spielziel von „Colosseum“. Runde für Runde gilt es um die Gunst der Zuschauer zu buhlen und stets im Hinterkopf zu haben, dass der Halter des Zuschauerrekords am Ende des Spiels die Gunst des Kaisers erhält. Wir alle sind Darsteller von Nebenrollen, ohne allzu viel vom Stück zu wissen. Doch nun noch mal der Ablauf des Spiels im Detail. Gespielt wird über insgesamt fünf Runden und jede Runde besteht aus wiederum fünf Phasen, die nacheinander von jedem Spieler durchgeführt werden. Sprich beginnend mit dem Startspieler werden alle weiteren Veranstalter die Phase 1 durchlaufen, daraufhin beginnt erneut der Startspieler mit Phase 2 und so weiter. Die erste Phase ist das Investieren, hier können neue Programmkarten gekauft oder die Arena kann durch diverse Bauteile aufgestockt oder vergrößert werden. Dabei ist zu beachten, dass pro Runde nur eine Investition getätigt werden darf. Der Vorteil an einer größeren Arena ist, dass später noch größere Shows aufgeführt werden können und die Wahrscheinlichkeit, dass die „Prominenz“ zu Besuch ist, steigt. Ansonsten kann man noch den Luxusplatz erwerben, der pro Aufführung einen „+5“-Zuschauerbonus bringt, oder aber die Kaiserloge, die es ermöglicht vor Veranstaltungen mit zwei anstelle von einem Würfel zu würfeln. Die Würfel sind dazu da, die Adeligen auf dem Feld zu bewegen. Welchen Zweck Sentator, Konsul und Kaiser haben, wird in Phase 4 nochmals deutlich. Hat man seine Finanzen geprüft und reichlich investiert, so folgt Phase 2. Bei der zweiten Phase geht es darum, neue Spektakelplättchen auf den Märkten zu ersteigern. Dabei gibt es zwei verschiedene Vorgehensweisen bei der Versteigerung. Üblicherweise läuft es so ab, dass der Rundenleiter ein Startgebot von mindestens 8 Taler macht. Gewinnt der Startspieler die Auktion, so werden die Märkte neu aufgefüllt. Sollte jemand anderes gewinnen, geht es im Urzeigersinn ohne die Märkte weiter und der nächste Spieler gilt dann als der „aktive Spieler“. Bis zum Ende muss jeder die Chance gehabt haben, eine Bietrunde zu eröffnen. Hat man einmal Spektakelplättchen ersteigert, so heißt es Zurücklehnen und Zuschauen. Nur in den alternativen Regeln ist es erlaubt, auch mehr als einmal bei einer Aktion siegreich zu sein. Anfängern sind die Standardregeln ans Herz gelegt, da hier das Spiel mehr als ausgeglichen und stets fair ist. Die alternativen Regeln können diese Balance etwas aus dem Gleichgewicht bringen, da Geld nun noch mehr an Bedeutung gewinnt. In manchen Fällen gibt es besondere Boni, wenn man es schafft, drei oder mehr Spektakelplättchen einer Sorte zu sammeln. Das „Längste-Handelsstraßen-Prinzip“ lässt grüßen. In der dritten Phase wird gehandelt. Auch hier geht es reihum und der Startspieler darf als erstes handeln und Gebote einholen. Nur mit ihm darf nun getauscht werden. Ist er fertig, so wird ein Nachbar im Uhrzeigersinn seine Handelsphase einleiten dürfen, etc. Dabei steht einem frei, ob man mit Spektakelplättchen handelt oder seine Finanzen durch geschickte Tauschgeschäfte aufstockt. Die Spannung beginnt in der vierten Phase, da nun die Spektakel nach und nach aufgeführt werden und man beweisen darf, wer die beste Veranstaltung weit und breit hat. Erstmals nehmen die Spieler die Würfel in die Hand und je nachdem, ob eine Kaiserloge errichtet wurde oder nicht, hat man die Wahl zwischen ein oder zwei Würfeln. Auf dem Spielplan ist ein Pfad abgedruckt und die Adligen laufen gemäß der angezeigten Richtung im Kreis. Landen sie in der Arena eines Veranstalters, bringen sie Bonuspunkte in Form von Zuschauerzuwachs. Dabei ist ein Senator 3 Punkte wert, ein Konsul 5 und der Kaiser bringt satte 7 Bonuspunkte auf die Waage. Nun könnte man behaupten, dass es nur Sinn macht, die Adeligen ins eigene „Häuschen“ zu bringen, doch weit gefehlt, denn es gibt zusätzliche Bonusfelder auf dem Spielplan und schafft man es, Kaiser und Co. auf einem dieser Felder zu parken, wird man mit einer Kaiser-Medaille belohnt. Eine solche Medaille ist das Schweizer Taschenmesser in Sachen Hilfsmittel und Unterstützung. So kann man sich entscheiden, ob man sechs Goldstücke dafür haben, einen Adeligen bis zu 3 Felder vor oder zurück bewegen möchte oder ob man die Medaille bei einer Aufführung als „+3“-Zuschauerbonus einsetzt. Hat man sogar zwei dieser Orden gesammelt, kann man diese einsetzen, um in der ersten Phase gleich zwei Investitionen anstelle von einer durchführen zu können. Nachdem der Adel über das Feld gewandert ist und alle Medaillen eingesetzt wurden, werden die Punkte für die Aufführungen gezählt. So prüft man, ob alle notwendigen Ressourcen vorrätig sind und erhält entweder die volle Aufführungspunktzahl, oder wenn Elemente fehlen, nur einen Anteil der Maximalzuschauerzahl. Die weiteren Boni werden gezählt und der Spielstein des Veranstalters wird am Spielfeldrand auf die entsprechende Summe vorgerückt. Dabei ist zu beachten, dass es sich um einen persönlichen Rekordzähler handelt. Sprich, wenn man im späteren Verlauf weniger Zuschauer hatte, bleibt man auf dieser Position, erhält aber nur Goldstücke für die aktuelle Publikumsanzahl. In der letzten Phase folgt die Abschlusszeremonie. So bekommt der Gewinner der Runde ein Podium als Bonus für seine Arena. Diese sorgt in jeder Runde für einen „+3“-Bonus. Nachteiler am Rundensieg ist, dass man zusätzlich zum üblichen Verschleiß von einem genutzten Spektakelplättchen auch vom Letztplatzierten ein Kärtchen gemopst bekommt. So stehen in der nächsten Runde weniger Ressourcen zur Verfügung und es ist schwieriger eine Show aufzuführen. Auf diesem Wege bleibt das Gleichgewicht erhalten und bis zum Ende des Spiels wird die Spannung aufrecht gehalten. Wurde eine Runde gespielt, so wechselt der Startspieler und die Prozedur wird wiederholt. Wer am Ende den größten Zuschauerrekord aufweisen kann, geht als Sieger von dannen.

Strategie:

Strategen müssen alles im Blick haben und aufs Genauste planen, denn die Requisiten und das Geld sind knapp bemessen. Wer am Ende wirklich eine große Veranstaltung aufführen möchte, muss seine Schritte mit Bedacht ziehen, denn eventuell bekommt man mehr Zuschauer durch geschickte Monopole bei den Spektakelplättchen und durch das Einsparen der zweiten Erweiterung. Viele Wege führen nach Rom und auch hier gibt es mehrere Strategien die man verfolgen kann. „Colosseum“ gehört zwar zu den Titeln, die man schnell erlernen kann, doch das volle Potential kann man erst nach ein paar Runden erkennen. Die Spielmechanik hinter dem Konzept ist tiefgründig und komplex, aber durchdacht und stets fair.

Interaktion:

Was sind zwei Gladiatoren wert? Lohnt es, diese gegen einen Löwen zu tauschen? Die Interaktion und Kommunikation unter den Spielern ist recht groß, denn es muss nicht nur gehandelt und getauscht werden, sondern auch die Bewegungen der Adeligen kann so manchen aus dem Konzept bringen. Geschweige denn, wenn man absichtlich auf etwas bietet, was einem anderen Spieler mehr einbringen würde als einem selbst. Manchmal ergeben sich so lukrative Tauschgeschäfte.

Glück:

Auch vor Fortunas Rache sollte man sich in Acht nehmen, denn wenn man zu steif auf ein Ziel hin plant, kann sie ganz schnell einen Strich durch die Rechnung machen. Wenn die nötigen Requisiten nicht auf dem Markt auftauchen, man nicht zufällig einen Joker oder ähnliches ersteigern kann, beim Würfeln Pech hat und die Mitspieler noch zusätzlich gegen einen arbeiten, kann man schnell seine Spitzenposition verlieren. Dennoch kann gesagt werden, dass die Glücksaspekte, wie das gesamte Spiel, sehr gut ausbalanciert sind.

Packungsinhalt:

Qualität hat seinen Preis. In dieser Kategorie kann man „Days of Wonder“ so leicht nichts vormachen. Erneut präsentiert sich hier ein Spiel, das sowohl vom Design, als auch von Aufbau und Struktur her überragend ist. Die Spielfigürchen von Senator über Kaiser sind liebevoll gestaltet und tragen Toga oder Lorbeerkranz. Einen weiteren Bonus bekommt das Spiel für die Einsortierungsmöglichkeiten und sogar für eine kleine Anleitung zum Aufräumen, da hier alles genau einen Platz hat und optimal in der Schachtel verstaut wird. Selbst wenn man die Kiste beim Transport auf dem Kopf stellt, bleibt alles beieinander. So muss es sein! Doch was erwartet den Spieler noch so alles in der Schachtel? Hier die Zusammenfassung: Ein Regelheft, ein detailverliebter Spielplan, 10 Arena-Bauteile für bis zu fünf Spieler & 10 Arena-Erweiterungen, Kaiserlogen, 10 Luxusplätze, 1 Kaiser, 2 Konsuln und 3 Senatoren, 80 römische Münzen mit verschieden Werten, 4 Podien, 152 Spektakelplättchen & Aufbewahrungsbeutel aus Stoff, 7 Star-Karten, 30 Programmkarten, 18 Kaiser-Medaillen, 6 Übersichtstafeln. Wie es bei Days of Wonder zudem üblich ist, findet man den individuellen Onlinecode zum „Colosseum“-Spielen auf der „Days of Wonder“-Homepage.

Spaß:


Meinung der :

Spielealtmeister Wolfgang Kramer und Greenhorn Markus Lübke haben es geschafft ein einzigartiges Konzept auf die Beine zu stellen, welches gleichermaßen unterhaltsam, spannend und ausgeglichen ist. „Colosseum“ ist ein sehr schönes Spiel mit vielen Elementen aus Strategie, Handel und Bau sowie einer Prise Glück. Die liebevolle Aufmachung ist ein Augenschmaus und bestätigt den positiven Gesamteindruck. Egal ob Jung oder Alt: Man fühlt sich einfach in die Zeit zurückversetzt und buhlt ständig um die Gunst des Publikums. Im Amphitheatrum Flavium regiert der Rekord, die Sensation, das Spektakel!

Kevin Jensen für cliquenabend.de

Vielen Dank an Days of Wonder für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

STRATEGIE
8 von 10
Aufbauen, Haushalten, Aufführen.
INTERAKTION
7 von 10
Wie viele Gladiatoren bekommt man für einen Löwen?
GLÜCK
5 von 10
Gut ausbalanciertes Glückskonzept.
PACKUNGSINHALT
10 von 10
Erneut zeigt Days of Wonder einen Packungsinhalt der Spitzenklasse.
SPAß
8 von 10
Hier regiert der Rekord, die Sensation, dsa Spektakel.
GESAMT-
WERTUNG:
8/10
"Colosseum ist ein unterhaltsames Spiel für Jung und Alt."
Erklärung zur Wertung: 1-2 Ungenügend,   3 Mangelhaft,   4 Nicht lohnenswert,   5 Durchschnittsspiel,
6-7 Reizvoll,   8 Sehr gut,   9 Besonders Lohnenswert,   10 Topspiel

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