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Details
Verlage:
Genres:
Abstraktes Spiel, Brettspiel, Familienspiel, Kartenspiel, Berühmte Vorlage, Westliche Kultur, Großes Holzspiel, Kooperatives Spiel, Rennspiele

Spielmechaniken:
Handmanagement, Laufspiel, Modulares Brett, Teambildung

Release:
2010

Anzahl der Spieler:
2 bis 6 Spieler

Spielzeit:
60-90 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 9 Jahre

Durchschnittswertung:
7.5/10 bei 2 Bewertungen



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Testbericht vom 20.07.2011 - von Andreas

Brändi Dog


Vorwort:

„Mensch ärgere dich nicht“ stammt vom indischen Pachisi ab, hat weltweite Kreise gezogen und ist in Deutschland wohl mehrfach in jedem Haushalt zu finden. Vom der Brettspielidee gibt es verschiedenste Varianten mit Würfeln, Wurfhölzern, mehr oder weniger Feldern und verschiedener Optik.

Trotz seines Erfolges können sich Vielspieler wegen der minimalen Entscheidungen und dem reinen Würfelglück eher weniger mit diesem Brettspielklassiker anfreunden. Man nimmt das Spiel wahr, kennt seine Geschichte und damit ist es dann auch meist getan. Auch wir hatten diese Meinung bis wir vor einigen Jahren Dog und TAC kennen lernten. Doch was ist hier anders?

Tock ist auch ein Pachisi-Abkömmling der vor allem in Quebeck, Niederlande und der Schweiz gespielt wird. Statt Figuren werden hier Murmeln verwendet und es gibt keine Würfel im Spiel. Stattdessen wird mit Karten und einem Teampartner gespielt. In die Schweiz kam es durch Christine Tösch, die die Spiel-Idee als Dog dort bekannt machte. Seit dieser Zeit werden nun auch DOG Bretter hergestellt, vor allem in der Schweiz. Die verschiedenen DOG-Spiele unterscheiden sich durch Design, Holz, Felderanzahl, Spielkarten und auch den Regeln. Ich kenne bereits einige Vertreter (TAC, Wyden Dog, Schmidt Dog) und habe mir nun sozusagen als „DOG-Profi“ die Brändi Dog Ausführung angesehen…

Ziel des Spiels:

In der Regel wird Brändi Dog mit jeweils 2 oder 3 Teams (bei 3 Teams wird mit dem Erweiterungsset) gespielt. Das Team welches zuerst alle Murmeln nach Hause bringt gewinnt.

Spielaufbau:

Das Spielbrett, bestehend aus den vier Holzelementen, wird zusammengesteckt und die Spieler setzen sich so, dass die Teams immer abwechselnd sitzen und die Partner diagonal gegenüber sitzen (A-B-A-B). Jeder erhält die vier Murmeln seiner Farbe und platziert sie in seinem Zwinger.

Nun wird ein Kartengeber bis zum Spielende bestimmt und die 110 Karten werden gut gemischt.

Spielablauf:

Jeder Spieler erhält in der ersten Runde 6 Karten, in der zweiten 5 usw. bis zur 5 Runde mit nur noch 2 Karten. Danach beginnt die nächste Runde wieder mit 6 Karten, usw.

Nachdem jeder seine Karten erhalten hat tauschen die Teampartner untereinander zwei Karten. Hierbei darf man sich jedoch nicht abstimmen. Man legt einfach eine Karte aus seiner Hand verdeckt vor den Teamkollegen ab und er macht dasselbe.

Danach geht das Spiel los. Der Startspieler (rechts sitzend neben dem Kartengeber) beginnt und legt eine Karte offen in die Spielfeldmitte (das ist da wo der Holzrahmen drum herum gebaut ist ). Diese Karte gibt vor wie man seine Kugeln bewegen kann, aber hierzu kommen wir gleich.

Danach kommt der nächste Spieler an die Reihe, spielt eine Karte aus und bewegt sich. Kann man seine Kugeln mit der ausgespielten Karte nicht bewegen scheidet man automatisch aus der Runde aus. Man legt alle Karten in die Mitte und wartet bis die restlichen Spieler fertig sind. Will man die gespielte Karte nicht ausführen, kann es aber, so muss man sich bewegen (was dazu führt, dass man manchmal eine Ehrenrunde drehen muss, wenn man kurz vorm Ziel ist, aber nur hohe Karten auf der Hand hat!).

Nachdem alle Karten abgelegt wurden wechselt der Startspieler um eine Position nach rechts, die Karten werden neu ausgeteilt, es werden wieder Karten mit dem Teampartner getauscht und das Bewegen beginnt vom Neuem.

Alles recht klar, einfach und intuitiv, jetzt kommt natürlich die Frage auf, was es für Karten gibt und wie sie die Kugeln bewegen. Nun denn.

Wie in vielen Kartenspielen rangieren hier die Karten von 2 bis ASS plus die Jokerkarte. Ein Ass ermöglicht es dem Spieler eine Kugel vom Zwinger auf den Startplatz zu platzieren. Dieses hat zwei Vorteile, zum einen bekommt man eine Kugel auf das Brett (nur so kann man sie auf den Rundkurs ins Ziel schicken) und zum anderen ist die Kugel solange sie das erste Mal auf dem Startpunkt steht (ihn also noch nicht verlassen hat) nicht schlagbar und nicht überholbar (auch für einen selbst nicht!). Anstelle mit dem ASS eine Kugel auf den Startpunkt zu stellen kann man aber auch mit einer Kugel 11 Felder vorwärts gehen.

Der König ist dem ASS sehr ähnlich. Entweder geht man mit einer Kugel vom Zwinger auf den Startplatz oder man bewegt eine Figur um 13 Felder vorwärts.

Die Dame besitzt nun nicht mehr die Macht eine Kugel aus dem Zwinger zu holen, statt dessen kann man mit ihr nur eine Kugel 12 Felder vorwärts bewegen.

Der Bube (oder auch Junge genannt) besitzt, wie in so vielen Kartenspielen eine Sonderfunktion. Mit ihm muss ich eine eigene Murmel mit einer vom Gegner oder Partner tauschen.

Die Karten 2,3,5,6,8,9 und 10 sind leicht erklärt, denn mit diesen gehe ich je nach Wert mit einer Kugel so viele Felder vorwärts. Der schlaue Leser merkt dabei, dass wir die Zahlenwerte 4 und 7 außen vor gelassen haben, diesen beiden Karten wurde nämlich eine Spezialfähigkeit angedacht. Mit der 4 kann ich eine Kugel sowohl vier Felder vor als auch zurück bewegen. Die 7 stellt im Prinzip einzelne Felder dar, die ich auf beliebig viele Kugeln aufteilen kann und jede überholte Kugel automatisch schlage (das ist ein Zwang und bezieht sich auch auf eigene Figuren, also Vorsicht!).

Nun fehlt nur noch der Joker. Tja und wie sollte es anders sein, dieser kann jede Karte imitieren. Somit habt ihr hier eine Karte mit der ihr immer richtig liegt, aber dafür sind die Kerlchen auch recht selten im Spiel.

Hat ein Spieler alle Murmeln im Ziel, so hilft er für den Rest der Partie seinem Partner. Sobald alle Murmeln des Teams im Ziel sind, hat dieses gewonnen.

Den Spielregeln liegen auch die Änderungen bei 2, 3 oder 5 Spielern bei, wobei man für das Spiel mit 5-6 Spielern die kleine Erweiterung hinzukaufen muss, damit das Holzspielbrett größer wird.

Spielvarianten:

Von Dog gibt es viele verschiedene Varianten in der Spielregel werden zwei erwähnt. Bei der „Kanadischen 7ner Regel“ kann man mit der 7 auch die Punkte auf die  Kugeln des Partners aufteilen. Eine zusätzliche Joker Regel verbietet außerdem den Zieleinlauf der achten Murmel mit der Joker Karte.

Grundsätzlich gibt es noch einige andere Varianten und/oder Hausregeln die in den Regeln nicht erwähnt werden, wie  z.B.:

  • Mit der vier kann man nur Rückwärts Bewegungen ausführen
  • Die Frage „Kommst du raus?“ mit zugehöriger Antwort ist vor dem Kartentausch erlaubt
  • Mit dem Buben können zwei beliebige Kugeln getauscht werden
  • Es herrscht generelles Überholverbot auf dem Brett
  • Eine Acht kann auch so gespielt werden, dass der nächste Spieler aussetzen muss
  • Man kann auch eine Karte in die Mitte legen, die man nicht ausführen kann, man scheidet dann aber nicht komplett für die Runde aus
  • Eine Zehn ist die Murmeltauschkarte (also wie oben der Bube) und beim Buben kann man stattdessen für den linken Nachbarn eine Karte ausspielen und sie auch ausführen.
  • Eine Zehn ist die Murmeltauschkarte (also wie oben der Bube) und beim Buben muss stattdessen der  linken Nachbarn eine Karte ablegen
  • Der Joker imitiert keine Karten sondern macht die zuletzt gespielte Karte rückgängig und man verwendet sie für sich selbst.
  • Die Karten werden beim Verteilen nicht weniger sondern bleiben immer von der Anzahl gleich. Wenn alle Karten gespielt sind, wird also wieder dieselbe Anzahl ausgeteilt.

Viele dieser Regeln bzw. Varianten bringen mehr Taktik, Interaktion oder andere Möglichkeiten in das Dogspiel ein und es obliegt der Spielgruppe, mit welchen Regeln diese am meisten Freude hat.

Strategie:

Das Dogspiel ist taktischer als das bekannte Pachisi-Laufspiel, da man nicht vom Würfelglück abhängig ist. Stattdessen hat man einige Handkarten und kann diese taktisch ausspielen. Zwar werden diese im Verlauf des Spiels auch mal weniger, aber im Verhältnis zum klassischen Laufspiel hat sich hier einiges geändert. Die Regel des Blockierens und Nicht-Schlagens auf dem Startfeld sorgt für eine weitere Finesse. Hinzu kommt natürlich noch das Teamspiel, was die größte Änderung darstellt und einen taktischen Spielraum bietet und für den hohen Spielspaß sorgt.

Interaktion:

Mit seinem Partner agiert man zum einen durch den Tausch der Spielkarte jede Spielrunde und durch Spezialkarten (z.B. dem Buben oder der 7 bei der Kanadischen 7ner Regel). Natürlich wird die Teaminteraktion enorm, wenn ein Partner bereits komplett im Ziel ist und nur noch mit der anderen Farbe gespielt wird. Dazu kommen noch die Blockade und das Schlagen von Spielsteinen, welches immer wieder für Interaktion zwischen den Spielern und Teams sorgt. Beim Spiel mit Varianten kann diese Interaktion sogar noch gesteigert werden (Tausch kann auch mit nichteigenen Figuren getätigt werden; generell ist Überholverbot auf dem gesamten Brett; etc.).

Glück:

Natürlich hängt auch bei diesem Spiel das Glück etwas in der Luft, allerdings hat man durch die hohe Kartenauswahl und die Tauschoption mit dem Partner, sowie einigen Spezialkarteneffekten einen hohen taktischen Spielraum im Verhältnis zum klassischen Laufspiel.

Packungsinhalt:

Diese schöne Dogvariante kommt wie die Spielidee und der Name aus der Schweiz. Enthalten sind 2 Kartensets mit insgesamt 110 Karten (2x französisches Blatt + 2x 3 Joker) mit schöner thematischer Rückseite, eine Spielanleitung und natürlich die 4 Holzelemente, die das Spielbrett ergeben sowie schöne Glaskugeln in den vier Spielerfarben. Der Preis ist mit 49,99 € nicht wenig, aber durch das Spielmaterial gerechtfertigt. Die Spielregeln sind leicht verständlich und bieten sogar zwei Varianten. Das Ganze ist außerdem leicht für 5-6 Spieler mit dem Erweiterungsset erweiterbar und bietet somit die preiswerteste Dog-Variante aus Holz die auch noch Modular ist.

Anmerkung:Die Holzteile sind das teuerste an diesem Spiel. Sie werden in einer Behindertenwerkstatt in der Schweiz hergestellt.

Spaß:

Mensch ärgere dich nicht kommt bei unseren Spielgruppen eigentlich nicht mehr auf den Tisch. Mit Dog wird das Spielsystem aber so attraktiv, dass man es wieder regelmäßig spielen wird. Die Karten, die Interaktion und das Zusammenspiel mit dem Partner sorgen für richtig gute Spielunterhaltung. Durch verschiedene Varianten (oben wurden einige von uns aufgelistet) kann man das Ganze seinem Geschmack anpassen und wird mit Dog sicherlich immer wieder und wieder seinen Spaß haben.


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