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Testbericht vom 13.07.2017 - von Andreas

Die Zünfte von London (Guilds of London)




Details


Verlage:
Autoren:
Illustratoren:
Genres:
Spielmechaniken:
Release:
2016

Anzahl der Spieler:
1 bis 4 Spieler

Spielzeit:
45-60 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 10 Jahre

Durchschnittswertung:
6/10 bei 1 Bewertungen



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Vorwort

Über unsere erste gespielte Partie sprechen wir in unserem Podcast "Herner Spielewahnsinn / Medienschau (Smuker, Bernadette, Mario, Nicole) - Podcast #19".

Tony Boydell entwickelte schon seit langer Zeit Brettspiele und veröffentlichte seine erstes Spiel im Jahre 2000. Sein Snowdonia (2012) hat viel Aufmerksamkeit bekommen und auch sonst steckt viel Kreativität in ihm. So entwickelt er bereits seit über 10 Jahren an dem aktuellen Spiel „Die Zünfte von London“ und veröffentlichte es nun nach so langer Zeit bei verschiedenen Verlagen um es so einem möglichsten breiten Publikum international anzubieten.

In Deutschland erschien das Spiel Anfang 2017 beim Frosted Games Verlag von Matthias Nagy und wir haben die Gunst der Stunde genutzt und das Spiel über die Zünfte genauer unter die Lupe genommen.

Spielablauf:

Die Spieler versuchen an möglichst viel Macht zu gelangen und ihre eigenen Ahnen als Zunftmeister unterzubringen. Hierfür gibt es während einer Partie ständig Mehrheiten Wertungen einzelner Zünfte umso Punkte zu erzielen, wichtige Bedingungen am Spielende zu erfüllen und Sonderaktionen zu erhalten.

Die Spielkarten sind der Hautpmechanismus des Spiels und können auf drei unterschiedliche Weisen eingelöst werden. Ist man am Zug kann man beliebig viele ausspielen und ausführen, erhält aber danach nur 2 neue Karten. Das heißt, dass man im Verlauf der Partie mal stärkere und mal schwächere Runden besitzt und möglichst das Timing stimmen sollte.

Eine Karte kann egal was darauf abgebildet ist als „Nachschubskarte“ verwendet werden. Dann erhalte ich neue Zunftmitglieder aus dem Vorrat auf die Gildenhalle, die ich dann wiederum später von dort für Mehrheitenwertungen einsetzen kann.

Bezahle ich gar die Kosten die oben links angegeben sind (hierfür muss ich Handkarten ablegen ohne sie zu nutzen), kann ich die Kartenaktion ausführen. Hierbei gibt es viele verschiedene, die mir Helfen Zunftmitglieder zu erhalten, zu verschieben, Karten zu erhalten, Mehrheiten zu verändern, Farben umzufärben, und und und…

Die dritte Aktion ist das Nutzen der Kartenfarbe. Hierbei kann ich dann ein Zunftmitglied aus der Gildenhalle auf eine passende noch nicht gewertete Gilde platzieren.

Zu verschiedenen Punkten im Spiel kommt es zu einer Wertungsrunde. Hierbei werden alle Plättchen der Reihe nach überprüft ob sie die Minimalanforderungen für eine Wertung erfüllen. Sollte dies der Fall sein so erhält der Spieler mit der Merheit den Bonus für den ersten Platz, dreht die Zunftkarte um und wird Zunftmeister. Auch der zweite Mitspieler geht hierbei nicht ganz leer aus und erhält meistens noch Siegpunkte und/oder einen anderen Bonus. Das strategisch wichtige und fiese zugleich, ist dass es wichtig ist welche Zünfte man wertet und welche nicht. Zum einen hängt dies nämlich von meinen Belohnungskarten ab, denn ich sollte möglichst der Zunftmeister von den Zünften werden wo es mir am meisten einbringt. Zum anderen versuchen wir unsere Meister möglichst benachbart zu platzieren, da dies Extra-Siegpunkte am Ende bringt und zu guter Letzt kann man nun mal nicht auf jeder Hochzeit mittanzen, aber man kann versuchen mit wenig Aufwand Siegpunkte mitzunehmen (als Zweiter).

Das Platzieren der Figuren ist komplett Kartengesteuert und deswegen passen diese einem mal mehr und mal weniger in den Spielplan. Man sollte nicht vergessen, dass man die Karten in drei Möglichkeiten verwenden kann und auch Multipliziereffekte nutzen.

Zur normalen Zunftwertung gibt es aber auch noch die Plantage. Auch diese wird immer in einer Wertungsphase ausgeführt und je nachdem mit welcher Seite man spielt kann man hier noch mal Siegpunkte oder extra Belohnungskarten abstauben. Der Unterschied ist allerdings der, dass hier eingesetzte Meeple leider zurück in unseren Vorrat wandern und nicht in die Zunfthalle.

Ein letzter wichtiger interaktiver Faktor sind die neutrale schwarzen Zunftmitglieder (ich wusste es doch jedes Handwerk hat immer auch SCHWARZarbeiter *hahaha*). Diese erhält man durch Kartenaktionen oder Belohnungen und sie können bei jeder Wertung verwendet werden. In Spielreihenfolge kann man mit ihnen nämlich fieser weise die Zunftmitgliedern von anderen Mitspielern austauschen und so die Mehrheiten beeinflussen. Diese Funktion sollte man nicht unterschätzen.

Das Spiel endet nach einer bestimmten Anzahl von Spielrunden und man zählt seine Siegpunkte die man während der Partie erhalten hat, zusätzliche Bonussiegpunkte für benachbarte Zunftmeister sowie alle Siegpunkte die man durch Belohnungskarten erhält.

s Meinung:

Die Zünfte von London ist ein Vielspielerspiel und somit gehobener Kost. Das merkt man zum einen wenn man die Spielregeln liest und zum anderen an den sehr vielen verschiedenen Kartenaktionen sowie Belohnungskarten (Siegpunkte bei Spielende). Der Verlag hat hier netterweise ein großes Übersichtsblatt für jeden Spieler beigelegt und das werdet ihr auch sehr häufig verwenden. Sicherlich ist in den ersten 3-4 Partien noch nicht alles klar und wenn ihr mal ein paar Spielpausen von mehreren Wochen habt, habt ihr auch wieder einiges vergessen. Die Symbolik ist somit nicht so gut gelungen wie man es sich als Spieler wünscht, auch wenn wir tatsächlich nicht genau sagen können wie man es „besser“ machen kann ohne Textpassagen zu verwenden.

Das Spiel selbst ist ein reines Mehrheitenspiel mit einem kartenbasierten Steuerungsmechanismus, den man auch zu einem „Engine-Building“ verwenden kann. So ist es möglich zu Beginn seines Zuges eine Karte auszuspielen, die mir immer, wenn ich etwas in meinem jetzigen Zug mache einen Boni einbringt. Wenn man dies Klever aufbaut, kann man in einem Zug so schnell sehr viele Karten, Siegpunkte oder Meeples erhalten. Allerdings ist man auch immer etwas vom Glück abhängig um passende Karten zu erhalten.
Merheitenspiele vergleiche ich immer gerne mit „El Grande“ was für mich persönlich der Heilige Gral der Merheitenspiele darstellt. Auch die Zünfte von London muss ich somit mit ihm vergleichen und es kann den Thron des besten Mehrheitenspiels leider nicht einnehmen. Das ist allerdings auch ein recht unfairer Vergleich, da ich „El Grande“ für einen sehr seltenen Geniestreich in diesem Genre halte.

Nun denn, kommen wir also wieder zu den Zünften. Die Spielregeln lassen sich leicht lesen und schnell verinnerlichen (für ein Vielspielerspiel). Die Symbolik ist wie gesagt nicht optimal, aber der Verlag gibt einem immerhin für jeden Spieler eine Übersichtskarte mit. Die Innovation kann man dem Spiel aus heutiger Sicht leider nicht mehr ansehen, da es inzwischen sehr viele Ähnliche Spiele auf dem Markt gibt. Es wäre schön gewesen, wenn Tony dieses Spiel vor 6-8 Jahren bei einem Verlag platziert hätte, dann wäre es sehr modern und neu gewesen. Das ganze spricht aber nicht für ein schlechtes Spiel. Gerade zu zweit spiele ich „Die Zünfte von London“ sehr gerne, was bei mir wieder fast einem Ritterschlag gleichkommt, denn meiner Meinung nach haben die meisten Mehrheitenspiele nur eine Krückenlösung im 2er Spiel und machen in einer Zweipersonen-Konstellation keinen Spaß. Die Zünfte macht dies hier anders. Zum einen sind zwar alle Informationen offen (was ein sehr strategisches Spiel erlaubt), durch die verdeckten Karten kommt hier aber das i-Tüpfelchen ins Boot und sorgt für nötige Spannung am Spieltisch. Das ist gerade bei Mehrheitenspielen zu zweit äußerst selten – Chapeau.

Im Großen und Ganzen lässt sich also sagen, hinter „Die Zünfte von London“ verbirgt sich ein stabiles und gutes Mehrheitenspiel, was witziger Weise gerade zu Zweit für mich noch mehr glänzt als im 3-4er Spiel. Es ist allerdings nichts Genre bewegendes und hat leider hier und da auch ein paar Kanten. Mir persönlich gefällt es, aber es gehört auch nicht zu den TOP 3 Mehrheitenspielen auf den Markt.

Andreas Buhlmann für cliquenabend.de

GESAMT-
WERTUNG:
6/10
Spiele ich jederzeit gerne mit - zu Zweit sogar noch besser.
Erklärung zur Wertung: 1-2 Ungenügend,   3 Mangelhaft,   4 Nicht lohnenswert,   5 Durchschnittsspiel,
6-7 Reizvoll,   8 Sehr gut,   9 Besonders Lohnenswert,   10 Topspiel

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