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Details
Verlage:
Autoren:
Genres:
Brettspiel, Familienspiel, Rennspiele, Tiere & Pflanzen

Spielmechaniken:
Wettrennen, Laufspiel

Release:
2010

Anzahl der Spieler:
2 bis 5 Spieler

Spielzeit:
30 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 8 Jahre

Durchschnittswertung:
5.5/10 bei 2 Bewertungen



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Testbericht vom 12.02.2011 - von Jörg

Strauß voraus


Vorwort:

Gordon und Fraser Lamont, besser bekannt unter „The Lamont Brothers“ sind seit vielen Jahren ein erfolgreiches Team, welches unter dem Verlagsnamen Fragor Games bereits etliche zum Teil sehr gute Spiele vorgestellt hat. Auf der SPIEL 2009 stellten Sie Ihr neues Spiel „Savannah Tails“ vor, über welches wir bereits berichtet haben (zum Video).
Genau dieses Spiel wurde nun ein Jahr später als deutsche Ausgabe von Kosmos neu aufgelegt. An den Abläufen, so viel sei verraten, hat sich kaum etwas geändert. Auch das Material ist weitgehend gleich geblieben. So lohnt es sich durchaus das Video anzuschauen, oder für die Feinheiten unseren folgenden Spieltest zu lesen.
Der Kosmos Verlag verspricht uns in der deutschen Ausgabe mit dem Namen „Strauß voraus“ folgendes:
>Ein ideales Familienspiel
>Ein witziges Rennspiel
>…und zuletzt ein variabler Spielplan für maximale Abwechslung.

Ziel des Spiels:

Wie unschwer zu erkennen ist befinden wir uns in einem der verrücktesten Straußenrennen der Welt. Dabei schlüpft jeder Spieler in die Rolle eines Straußes und versucht dieses Rennen zu gewinnen.

Spielaufbau:

Für das erste Rennen nimmt man sich am besten die Rennstreckenvorlage aus der Anleitung, bevor man mit den 25 Streckentafeln (mit einer einfachen und einer schwierigen Seite) eigene individuelle Strecken erstellt.
Der Verlag gibt für einen Rennkurs lediglich den Hinweis, dass 14 Streckenteile ideal sind und dabei drei Wasserstellen zum Einsatz kommen sollten.
Jeder Spieler bekommt eine Straußenfigur, 20 Bewegungskarten und 6 Vorteilsplättchen einer Farbe. Vor Beginn des Spiels einigen sich die Spieler auf drei Vorteilsplättchen, die wir im späteren Verlauf noch erklären. Jedes Plättchen wird anfangs mit der Seite „x“ vor dem Spieler ausgelegt.
Die Spieler mischen ihre Bewegungskarten und nehmen vier davon auf die Hand. Die Restlichen bilden einen verdeckten Nachziehstapel.
Steht jeder Strauß auf seiner Startposition kann das Spiel beginnen.

Spielablauf:

In einer Spielrunde ist jeder Spieler einmal am Zug. Für die erste Runde wird ein Startspieler bestimmt und in weiteren Runden richtet sich die Spielerreihenfolge nach der aktuellen Platzierung der Figuren auf der Rennstrecke. Liegen mehrere Strauße auf gleicher Höhe, entscheidet die Nähe zum Affenbrotbaum auf einer Streckentafel. Die Kurven sind dabei in drei Abschnitte unterteilt, in der die Strauße in der Reihenfolge der Spuren von innen nach außen ziehen.

Und wie läuft jetzt eine Runde genau ab?

Der aktive Spieler sucht sich aus seiner Hand eine Karte aus und legt sie offen auf den Ablagestapel.

Anschließend bewegt er seinen eigenen Strauß, der dabei auf der farblich passenden Spur (zur Karte) enden muss. Dabei zieht man vorwärts entlang der braunen Markierungslinie. Betritt der Strauß während der Bewegung die farbige Spur, die seine Karte zeigt, darf er diese Spur in diesem Zug nicht wieder verlassen. Durch gegnerische Strauße, Löwen, Krokodile oder Treibsand wird die Bewegung blockiert. Eine Bonusbewegung darf man ausführen, wenn der Spieler zu Beginn seines Zuges auf der Farbe, die seine neu ausgespielte Karte zeigt, steht. Die Spur darf allerdings nicht mehr verlassen werden und die Bonusbewegung richtet sich nach seiner Platzierung (z.B. Zweitplatzierter darf zwei Felder weiter).
Um ein Feld in beliebige Richtung zu ziehen (Ausnahme) spielt der aktive Spieler eine beliebige Karte aus. Die Bonusbewegung entfällt.

Zu guter letzt zieht der Spieler eine Karte von seinem Nachziehstapel.

Auf dem Spielplan erkennt man auch Wasserstellen und sobald ein Strauß über ein solche Feld läuft oder dort anhält, darf der Spieler eines seiner Vorteilsplättchen auf die Seite mit dem grünen Haken drehen. Ab der nächsten Runde kann man diesen Vorteil im eigenen Zug einmalig verwenden.

Die Vorteile im Einzelnen:

>Großer Sprung:
Der Strauß kann in seiner Bewegung durch beliebig viele Hindernisse ziehen.
>Bocksprung
Endet die Straußbewegung direkt hinter einem anderen Strauß, kann er diesen überspringen.
>4er Joker
Anstatt einer Bewegungskarte, kann man den Joker mit beliebiger Spurenfarbe verwenden.
>Bewegungskarte kopieren
Der Spieler verwendet die oberste Bewegungskarte des eigenen Ablagestapels.
>+2 Bewegung
Am Ende der Bewegung zieht man zwei Felder weiter.
>5. Handkarte
Der Spieler zieht am Ende des Zuges einmalig zwei Karten (da 5. Handkarte).

Aber das Rennen birgt noch weitere Gefahren, denn es befinden sich auch noch weitere Tiere auf der Strecke.

Die Tiere im Einzelnen:
>Löwe
Ein Betreten oder Durchqueren ist nicht möglich.
>Gepard
Beim Betreten oder Durchqueren muss der Spieler eines seiner Vorteilskärtchen abgeben. Falls möglich, eines mit der aktiven grünen Seite.
>Stachelschwein
Die Bewegung endet beim Betreten sofort.
>Krokodil
Die Bewegung darf auf einem solchen Feld nicht enden.
>Warzenschwein
Endet die Bewegung dort, oder wird das Feld durchquert, muss der Spieler anschließend alle Handkarten abwerfen und neue Karten ziehen.

Das waren die Tiere, doch auch die Streckenelemente haben ihre Tücken.

Die schwierigen Streckenteile:
>Seilbrücke
Der Kurs ist auf eine Spur begrenzt. Dabei darf jede Farbe verwendet werden.
>Sanddüne
Endet die Bewegung auf einem solchen Feld, zieht der Strauß abhängig von der Pfeilrichtung sofort ein Feld vorwärts oder rückwärts.
>Treibsand
Zieht ein Spieler auf ein solches Feld muss er zwei Bewegungspunkte verwenden.

Nach diesen Streckenteilen folgt zuletzt noch die Gangart auf Zehenspitzen: Sobald der Spieler eine 2er Karte ausspielt, darf er die Auswirkungen von Tieren, Sanddünen und Treibsand ignorieren.

Das Spiel ist zu Ende, wenn ein oder mehrer Strauße die Ziellinie überqueren. Der Strauß, der die Ziellinie in dieser Runde am weitesten überquert hat, gewinnt das Spiel.

Strategie:

Aufgrund der Kartenhand sind die Möglichkeiten begrenzt, doch mit aktiven Vorteilsplättchen kann man durchaus weite Strecken zurücklegen. Dabei nutzt man gerne auch seine Bonusbewegungen, sofern Weg- und Kartenfarbe dies ermöglichen.

Es ist dadurch sehr wichtig, dass man die erste Runde mit möglichst wenigen Tieren spielt, um sich an die Bewegungsabläufe zu gewöhnen. Ein vermeintlich weit abgeschlagener Spieler kommt mit entsprechenden Karten schnell wieder an die Spitze heran. Vorteilsplättchen werden dabei nicht von allen Spielers aktiviert. Falls man doch welche besitzt, sollte man sie effektiv einsetzen und damit auch nicht zu lange warten. Die Tiere aber auch manch eine Streckenführung sorgt für spannende Momente, bei denen nicht alles so läuft wie man sich das zuvor ausgedacht hat.
Nähern sich die Spieler Richtung Ziel, versucht man die hohen Kartenwerte zu spielen und wenn möglich noch Bonuszüge herauszukitzeln, um mit einem weiten Satz hinter die Ziellinie zu gelangen.

Interaktion:

Ständige Positionswechsel, enge Kurven und Tiere die einem im Weg herumstehen. Ja, der Interaktionsfaktor ist in diesem Straußenrennen sehr hoch und ungern lässt man sich von anderen Spielern blockieren.
Die Enge der Strecke und die in der Luft liegende Spannung zeigen sich dabei allerdings erst ab vier Spielern. Denn bei zwei und drei Spielern ist der Interaktionsfaktor weit aus geringer. Mit schwierigen Streckenteilen kann aber auch dieser Faktor wieder etwas ansteigen.

Glück:

Es ist ein Wettrennen, liebe Grübler und Strategen, und auch wenn kein Würfel dabei ist muss man regelmäßig Karten ausspielen. Leider bzw. zum Glück hat man immer nur vier Karten auf der Hand und vielleicht noch das eine oder andere Vorteilsplättchen. Schnelles Kartenausspielen sollte somit möglich sein. Glück, Pech und Positionskämpfe gibt es andauernd. Den einen trifft es mehr, den anderen etwas weniger. Gerade ab vier Spieler sind die Möglichkeiten begrenzt und man sollte einfach drauf losspielen.

Packungsinhalt:

Viel am Design und den Regeln hat der Kosmos Verlag in dieser Ausgabe nicht geändert. Warum auch, denn Fragor Games hat bereits durch den Vorgänger ein perfektes Spiel produziert. Lediglich bei Farben und der Plättchendicke hat man etwas verändert.
Eine Vielzahl an Streckenplättchen ist vorhanden und auch die Straußfiguren aus Holz passen sehr gut zum Gesamtbild. Die Anleitung ist, übernommen vom Englischen, detailliert geschrieben und stellt keinerlei Probleme dar.
Fehlt nur noch der Preis, der mit knapp unter 20 Euro in Anbetracht des Gesamtmaterials auf jeden Fall in Ordnung geht.

Spaß:

Liebe Kosmos-Fans und Leser, wir haben ein kleines Problem.

Wir kennen Savannah Tails bereits aus 2009 und die Neuauflage spielt sich genauso. Das wussten wir, doch lehnen sich beide Spiele doch sehr an einem anderes bereits veröffentlichtes Spiel an: Snow Tails (2008).
Dieses Spiel (auch aus dem Hause Fragor und später asmodee) ist ein Wettrennen, welches in manchen Abläufen sehr stark an diese Straußenrennen erinnert. Es ist allerdings im Bereich Ablauf und in Punkto Spielspaß viel besser, allerdings auch etwas schwieriger!
Jetzt soll man ja nicht Spiele immer miteinander vergleichen, so dass wir uns weitere Spieler hinzugezogen haben, die weder Snow Tails, noch Savannah Tails kannten.
Unser Urteil war aufgrund dieser Erfahrung Durchschnitt, doch wie war es bei den anderen?

Wir haben etlichen Runden zusammen gespielt, mal einfache, mal schwierige Strecken. Doch auch bei diesen Spielern wollte der Spaßfaktor nicht wirklich aufkommen. „Ganz ok, interessant, typisches Rennspiel“, waren die Aussagen und so können wir auch bei unserem Urteil bleiben. „Strauß voraus“ macht zwar Spaß, doch ist es eher ein Spiel für Zwischendurch. Rennspiele gibt es viele, allerdings auch ein paar bessere.


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