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Testbericht vom 12.08.2010 - von Jörg

Mystery Express




Details


Verlage:
Autoren:
Genres:
Spielmechaniken:
Release:
2010

Anzahl der Spieler:
3 bis 5 Spieler

Spielzeit:
60-90 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Durchschnittswertung:
7/10 bei 1 Bewertungen



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vorstellung vom 27.05.2010

Herne: Spielewahnsinn 2010 >Mystery Express (Days of Wonder)

Kurze Werbepause :-) noch 15 Sekunden

Dieses Spiel hat bereits vor Veröffentlichung für große Augen unter den Spielern gesorgt denn im Vorfeld wurden bereits tolle Grafikausschnitte und sehr detaillierte Spielfiguren angepriesen. Interessierte und Spieler wurden neugierig, was sich hinter diesem Mystery Express und gleichzeitigem Deduktionsspiel verbirgt. Schnell wurde aufgrund einiger Anmerkungen in der Öffentlichkeit der Bezug zu Cluedo hergestellt und lediglich auf den höheren Schwierigkeitsgrad und der längeren Spieldauer verwiesen. Doch ist das wahr was viele schreiben und erzählen? Wir haben uns in den Zug gesetzt, und zwar gleich mehrmals mit unterschiedlichen Begleitern (Mitspieler). Wo die Reise endet und welche Erfahrungen wir auf der langen Fahrt gemacht haben, erzählen wir euch im folgenden Bericht.

ZIEL DES SPIELS:
Kurz nach der Abfahrt aus Paris wurde an Bord des „Mystery Express“ ein Mord verübt! Die Spieler versuchen bis zur Ankunft des Zuges in Istanbul herauszufinden, wie sich dieser Mord zugetragen hat. Es gewinnt der Spieler, welcher die meisten Morddetails (Täter, Motiv usw.) richtig erkannt hat.

SPIELAUFBAU:
Das Spielbrett wird aufgeklappt und in die Tischmitte gelegt. Jeder Spieler sucht sich eine Spielfigur aus und nimmt neben dem Personenplättchen den gleichfarbigen Umschlag für die Reiseunterlagen. Den Ermittlungsbogen legt man in seine Reiseunterlagen um die eigenen Notizen vor Mitspielern geheim zu halten. Die Spielfigur wird auf einen beliebigen Eisenbahnwagen gestellt. Das Spielerplättchen legt man vor sich ab. Damit wird im späteren Verlauf der Ablagestapel dieses Spielers markiert. Jede Spielfigur ist mit einer Sonderfähigkeit (z.B. +1 Zeitstunde) für jede Runde ausgestattet. Zusätzlich erhält jeder Spieler ein Blatt des Telegrammblocks um im weiteren Verlauf Vermutungen nach Budapest zu telegrafieren. Je nach Spieleranzahl werden Verbrechens-Karten wie angegeben aus dem Spiel entfernt. Die verschiedenen Arten von Verbrechens-Karten werden separat gemischt, wodurch anschließend ein verdeckter Stapel mit Tathergang-Karten (rot), Verdächtigen-Karten (grün), Motiv-Karten (blau) und Tatort-Karten (schwarz) entsteht. Von jedem dieser Stapel wird eine Karte ungesehen gezogen und unter den Spielplan geschoben. Hinzu kommt nach vorherigem Mischen der Zeit-Karten eine weitere Kategorie.

Diese 5 Karten beschreiben den Mord, sie sind also das Ziel unserer Ermittlungen!

Die Kategorien (außer die Zeit-Karten) werden gemischt, so dass nur noch ein Stapel entsteht. Jeder Spieler erhält davon 7 Karten die einzeln ausgeteilt werden ohne die jeweilige Kartenrückseite zu berücksichtigen. Jeder schaut sich seine Karten an und hat Glück sofern man gleich zwei identische Verbrechenskarten besitzt! (Aber pssst, bloß nichts anmerken lassen und unbemerkt auf seinem Ermittlungsbogen diesen Hinweis streichen.) Wie, identisch? Ganz einfach!

Jede Verbrechenskarte (mit Ausnahme der Zeit) ist nicht einmal sondern gleich zweimal im Spiel! (Anmerkung: Zeit-Karten je 3 mal vorhanden!)

Die übrigen Verbrechenskarten werden verdeckt auf die drei vorgesehenen Felder des Spielplans (1. Passagier, 2. Passagier und Schaffner) platziert. (Die Anzahl der Karten hängt von der Spieleranzahl ab.) Der Mystery Express startet in Paris auf dem die kleine Zug-Figur gestellt wird. Die 6 Schaffner-Plättchen werden gemischt und einzeln mit dem Zielort nach unten auf die 6 Stationen gelegt, an denen der Express im weiteren Verlauf anhalten wird. Doch zuvor deckt man das erste Plättchen auf, welches angibt wo der Schaffner (Spielfigur) startet. Die beiden Passagierplättchen werden auf die Städte Straßburg und Wien gelegt. Ein Spieler beginnt und erhält die kleine Pfeife. Das Spiel verläuft in Runden in denen die Spieler im Uhrzeigersinn an der Reihe sind. Der Spieler, welcher in einer Runde als Letzter am Zug war beginnt dann mit der Pfeife (Figur) die nächste Runde. Alle an Bord? Dann kann es losgehen!

SPIELABLAUF:
Ziel ist es das Verbrechen aufzudecken und mit doppelten Verbrecherkarten im Spiel ist das gar nicht so einfach. Somit besteht auch die Gefahr dass keiner dieses Rätsel löst doch hierfür gibt es Auswege und Lösungen die wir im weiteren Verlauf darstellen. Während der Zugfahrt (beginnend in Paris) und nach Istanbul (6 Runden) suchen die Spieler die verschiedenen Eisenbahnwagen auf, um Aktionen auszuführen und damit Informationen über das Verbrechen zu sammeln. Die Tatzeit wird dabei auf andere Weise eingeleitet. Hierzu später mehr! Sieht ein Spieler im weiteren Verlauf eine Verbrechenskomponente zweimal kann er diese von seinem Ermittlungsbogen streichen. Doch Vorsicht! Es kann sein das es sich um ein und dieselbe Karte handelt. Man muss somit andere Wege (eigene oder fremde Hand) suchen um an die Lösung zu kommen. Vorzeitige Schlüsse sind somit nicht ratsam! Um das Spiel nicht turbulent und chaotisch zu gestalten wird jede Karte, welche man während einer Spielrunde vorzeigt oder erhält verdeckt auf einen eigenen Ablagestapel vor sich gelegt. Das Personenplättchen wird anschließend darauf gelegt. Die Reise ist lang und auch die Streckenabschnitte sind zeitlich unterschiedlich (siehe Zeitsymbol). Manchmal ist es einfacher und manchmal schwieriger um identische Karten zu entdecken. Genug geredet!

Befassen wir uns mit den Abläufen einer Runde.

Der Startspieler kann seine Figur in einen Wagen ziehen oder auch stehen lassen. Allerdings kann jede mit seinem Wagen verbundene Aktion pro Runde höchstens einmal ausgeführt werden. Die Bewegung in einen anderen Wagen verbraucht keine Zeit. Die Zeitangabe (Stunden) wird auf der Strecke angezeigt. Im Wagen kann der Spieler eine Aktion ausführen und falls Zeit übrig ist eine andere Aktion an anderer Stelle durchführen. Natürlich kann man auch Zeit ungenutzt lassen, aber das ist eher selten der Fall.

Die Aktionen in den einzelnen Wagen stellen wir euch am Ende vor.

Steht in einem Wagen ein Schaffner muss man mit diesem sprechen und eine Bonusaktion ausführen, nachdem man die Aktion im selben Wagen genutzt hat. Auch hierzu später mehr. Nachdem alle Spieler ihre Aktion(en) durchgeführt haben erreicht der Mystery Express den nächsten Zielort. Alle Spieler nehmen wieder ihre Karten vom Ablagestapel auf die Hand bevor der kleine Zug auf den nächsten Bahnhof gezogen wird. Ggf. (siehe Symbol) wir dort die Tatzeit ermittelt. Im Gegensatz zu den anderen Karten wurden diese Karten anfangs nicht verteilt!

Es gibt 24 Zeitkarten mit insgesamt 8 unterschiedlichen Tatzeiten. Die Spieler müssen sich in den folgenden drei Versuchen anstrengen die fehlende Zeitkarte herauszufinden.

Für die Karten (siehe Versuche) ist dabei immer der Spieler mit der Pfeife zuständig. 1.Versuch in Straßburg Der Spieler nimmt den Stapel der Zeitkarten in die Hand und deckt diese einzeln nacheinander auf, damit alle Spieler diese sehen können. Die Karten bilden einen neuen Ablagestapel. Wurden alle Karten gezeigt (das Tempo bestimmt der Spieler) werden diese wieder als verdeckter Stapel zur Seite gelegt. 2.Versuch in Wien Die Zeitkarten werden verdeckt im Uhrzeigersinn an alle Mitspieler (einschließlich Startspieler) verteilt. Auf ein Zeichen nimmt sie jeder auf die Hand und schaut sie sich an. Ruft der Startspieler „Weitergeben“ werden diese an den linken Nachbarn weitergereicht bis jeder Spieler jeden Kartenstapel gesehen hat. Die Zeitkarten werden dann wieder als verdeckter Stapel zur Seite gelegt. 3.Versuch in Budapest (die letzte Chance die richtige Zeit herauszufinden) Der Spieler nimmt den Stapel der Zeitkarten in die Hand und deckt diese einzeln nacheinander auf, nur dass hier drei einzelne Ablagestapel gebildet werden (die vierte Karte wird dann wieder auf den ersten Stapel gelegt). Wurden alle Karten aufgedeckt bildet man aus allen drei Stapeln wieder einen einzelnen Stapel der neben das Spielbrett gelegt wird. Während diesen drei Versuchen darf sich kein Spieler Notizen machen! Schlussfolgerungen und eine Notiz darf man erst anschließend machen. In Straßburg und Wien steigt ein weiterer Passagier an Bord und dadurch werden zusätzliche Aktionen möglich. In München gibt es zudem noch einen langen Tunnel. Alle Spieler legen ihre Karten verdeckt ab und jeder Spieler schaut sich eine Karte des linken und rechten Mitspielers an. In Budapest wird es Zeit für ein Telegramm. Für was hat man auch sonst dieses Blatt! Dort können alle Spieler ihre Verdächtigungen per Telegramm verschicken und notieren geheim die Komponenten von deren Richtigkeit sie überzeugt sind oder ein Verdacht besteht. Jede richtige Antwort (stellt sich am Ende heraus) ist einen Punkt wert und jede falsche Antwort einen Minuspunkt! Nur hier können die Spieler Punkte verlieren! Was oder wie viel man auf das Telegramm schreibt bleibt jedem selbst überlassen. Die ausgefüllten Telegramme werden eingesammelt und erst am Ende geöffnet. In Budapest gibt es neben dem Telegramm aber auch eine Enthüllung in dem jeder Spieler eine Karte auf seiner Hand offen vor sich liegt damit jeder andere dies auch erkennt.

Erreicht der „Mystery Express“ sein Ziel Istanbul, müssen alle Spieler ihre Schlussfolgerungen auf dem Ermittlungsbogen notieren, raten ist erlaubt! Danach werden die fünf Verbrecherkarten unter dem Spielbrett aufgedeckt. Wer die meisten Komponenten richtig hat, gewinnt das Spiel.

Sollte der nicht unwahrscheinliche Fall eines Gleichstands eintreten, wird das Telegramm der jeweiligen Spieler in die Endabrechnung einbezogen. Telegramm? Eine Station vor dem Ende, in Budapest, gibt jeder Spieler ein geheimes Telegramm über seinen aktuellen Ermittlungsstand auf. Dabei gilt es zu beachten, dass jede richtige Antwort am Ende ein Pluspunkt und jede falsche Antwort ein Minuspunkt wert ist! Daraus schließt der aufmerksame Leser korrekterweise, dass man in diesen Telegrammen nur sichere Verdächtigungen äußern sollte. >Abteilwagen (Dauer 1 Stunde) Der Spieler nennt eine Verbrechenskategorie und entscheidet sich für den direkten linken oder rechten Nachbarn. Dieser genannte Mitspieler gibt seine Karten an den Spieler der sich die Karten ansieht und dann verdeckt auf seinen Ablagestapel legt. Eine Karte der gleichen Kategorie gibt er anschließend seinem „anderen“ Nachbarn weiter der diese nach dem Anschauen ebenfalls ablegt. Diese geht immer weiter bis alle Spieler eine Karte weitergegeben haben. Hat ein Spieler keine Karte dieser Kategorie muss er die so eben erhaltene Karte weiterreichen. >Clubwagen (zwei unterschiedliche Aktionen) / Dauer: 1 bzw. 3 Stunden Hier bestimmt man einen beliebigen anderen Spieler (oder auch sich selbst) der alle Karten (einer Kategorie) von seinem Ablagestapel wieder auf die Hand nehmen muss. ODER Mit dieser Aktion (erst mit Passagier möglich) nimmt sich der Spieler eine Verbrechenskarte mit einer Rückseitenfarbe seiner Wahl aus dem Passagierstapel. Sind schon mehrere Passagiere zugestiegen entscheidet sich der Spieler für einen Stapel und nimmt sich eine Karte. Die gewählte Karte schaut man sich an und legt diese dann auf den Ablagestapel. >Raucherwagen (Dauer 3 Stunden) Der Spieler nennt eine Verbrechenskategorie und bittet zwei seiner Mitspieler ihm jeweils eine Karte dieser Kategorie aus der Hand zu geben. Diese werden verdeckt auf den Ablagestapel gelegt. Anschließend gibt er jedem Spieler eine Karte seiner Wahl die sich die Spieler anschauen und ebenfalls ablegen. Um die Aktion durchzuführen muss man mindestens zwei Karten auf der Hand haben. >Salonwagen (Dauer 2 Stunden) Der Spieler nennt eine Verbrechens-Kategorie und alle Mitspieler müssen gleichzeitig eine Verbrechenskarte dieser Kategorie zeigen, so dass dies jeder sehen kann. Hat ein Spieler keine Karte dieser Kategorie, profitiert er von dieser Aktion. >Schlafwagen (Dauer 1 oder 2 Stunden) Der Spieler bestimmt einen Mitspieler seiner Wahl der die Reisetasche (Figur) an sich nimmt und in einer seiner Fäuste versteckt. Der aktive Spieler muss herausfinden in welcher Hand die Tasche ist. Rät er richtig, verbraucht er 2 Stunden und erhält eine Karte einer Verbrechenskategorie seiner Wahl die er dem Spieler von der Hand zieht, anschaut und auf den Ablagestapel legt. Liegt er falsch, verliert er eine Stunde. >Speisewagen (Dauer unterschiedlich) Abhängig von der Anzahl der eingeladenen Spieler (bestimmt gleichzeitig die Dauer) lädt der Spieler zum Essen ein. Der Spieler bittet seine Mitspieler darum, ihm jeweils eine Verbrechenskarte (zuvor Kategorie nennen) aus ihrer Hand zu zeigen. Dabei muss man sich bei jedem Spieler für eine andere Kategorie entscheiden. Die Karten werden ebenfalls abgelegt. >Gespräch mit dem Schaffner Den Standort des Schaffners gibt immer das jeweilige Plättchen an und ein Gespräch findet immer nach der entsprechenden Aktion statt. Der Spieler wählt eine der drei Karten die auf den Feldern des Schaffners liegen aus und sieht sie sich an bevor diese auf den Ablagestapel gelegt wird. Dann nimmt er sich eine Karte aus seiner Hand und legt diese auf das freie Schaffner-Feld.

Strategie:

Wie geht man vor und ist es überhaupt möglich das Rätsel zu lüften? Zuerst einmal zur zweiten Frage: Ja, es ist möglich! Nicht immer, aber zumindest liegt man mit etwas Spielerfahrung schon sehr nahe an der Lösung. Doch im nächsten Spiel und ganz anderen Verdächtigungen steht eine neue Herausforderung bevor. Abhängig von der Spieleranzahl sind bestimmte Hinweise nicht im Spiel. An der prinzipiellen Vorgehensweise der Ermittler ändert sich dadurch nicht viel, außer dass bei drei Spielern bestimmte Aktionen nicht so gefragt sind, wie es in voller Runde der Fall ist. Außerdem sollte man an seine Spezialfähigkeit (eine Karte einer Kategorie vom Ablagestapel eines Spielers ansehen oder eine Stunde mehr Zeit pro Runde) denken, die man einmal pro Runde nutzen kann bzw. sollte. Erst wenn man zu den großen Detektiven des Landes zählt kann man auch ohne diese Fähigkeiten eine Partie wagen. Welche Aktionen gut und sinnvoll sind hängt aber nicht nur von der Spieleranzahl ab. Oft sind es auch die eigenen Erkenntnisse die einen zu einer bestimmten Aktion verleiten lassen. Notizen und aufmerksames Beobachten der Mitspieler sind erforderlich um Verdächtigungen auszuschließen. Erst wenn man beide Exemplare einer gleichen Karte in einer Runde sieht kann man sich sicher sein, dass dieses Merkmal als Verdächtigung ausgeschlossen werden kann. In unseren Runden haben wir insgesamt die Erfahrung gemacht, dass Gespräche mit dem Schaffner und den Passagieren am Wertvollsten sind. Hier gelangt man zu neuen Erkenntnissen und zu neuen Karten. Das alleine wird nicht zum Sieg reichen, denn die Zeitkarten erfordern in drei Stationen volle Aufmerksamkeit. Wie man sich die einzelnen Karten merkt muss jeder für sich entscheiden. Viele Spieler versuchen zumindest drei bis vier Uhrzeiten im Kopf zu behalten und landen vielleicht im ersten Versuch einen Treffer, wenn die dritte Uhrzeitkarte nicht zum Vorschein kommt. Hat man erst einmal die ersten Verdächtigungen von seinem Ermittlungsbogen gestrichen stellen sich zwei Fragen. Wendet man sich einer Kategorie genauer zu, um so absolute Sicherheit beim Tipp zu bekommen, oder sollte man sich einer Kategorie widmen, in der man noch kaum Erfolge vorzuweisen hat, um bei Spielende die Auswahl wenigstens ein wenig eingrenzen zu können.

Interaktion:

Der Interaktionsfaktor ist hoch, da die Mitspieler bei den meisten Aktionen mit involviert sind und somit jederzeit am Spielgeschehen teilhaben. Was aber nichts daran ändert, wie ungern man manchmal eine bestimmte Karte zeigen will. Doch um an die fehlenden Verbrechensdaten zu kommen muss man möglichst viele Spieler in eine Aktion einbeziehen und dabei darauf achten, dass man mit seiner gewählten Aktion selbst den größten Vorteil hat. Gerade in voller Spielbesetzung muss man die Aktionen gut auswählen und zuvor die Handkarten der Mitspieler (deren Rückseite immer ersichtlich sein muss) genau beäugen. Am Ende ist man allerdings auf sich alleine gestellt da einem bei der Lösung keiner behilflich ist.

Glück:

Eine Glückskomponente gibt es tatsächlich! Zum einen ist der Augenblick gemeint, wenn ein Spieler anfangs oder im späteren Verlauf zwei gleiche Verdächtigungskarte auf der Hand hält. Tipp: Dies sollte man eher gelangweilt zur Kenntnis nehmen und keine große Aufmerksamkeit erregen. Für Zocker unter uns birgt aber auch die Reisetasche seine Vorzüge sofern man auf die richtige Faust setzt. Fraglich nur, ob man diese Stunden nicht sinnvoller hätte einsetzen können oder sollen! Mit Glück ergattert man aber auch eine gewünschte Karte vom Mitspieler um dadurch eine (weitere) Verdächtigung von seiner Liste zu streichen.

Packungsinhalt:

Allein die tollen Figuren lassen das Spielerherz schon höher schlagen. Bessere Qualität kann man sicherlich nicht erwarten, wobei die Figuren aufgrund ihres Gewichtes auf Plastik schließen lassen. Das weitere Material ist allerdings auch gelungen und die Blöcke der Ermittlungsbögen und Telegramme sind für viele Partien dick genug, bevor man sich anderweitig behelfen muss. Ein schönes Feature ist auch die Übersicht der einzelnen Aktionen auf der Innenseite des Reiseunterlagenumschlags. Dies hilft vor allem in den ersten Partien, welche trotzdem etwas stockend ablaufen können, danach reichen die Piktogramme auf dem Spielplan normalerweise aus. Grafisch ist das Spiel top was nicht nur auf das Cover, sondern auch auf den Spielplan und die Karten zutrifft. Hier hat der Illustrator Julien Delval ausgezeichnete Arbeit abgeliefert. Die Anleitung mit insgesamt acht Seiten hat man versucht einfach aufzubauen, was durchaus gelungen ist. Da wird bisher nur lobender Worte sind werfen wir noch einen Blick auf den Preis. Mit knapp über 40 Euro fällt dieser, trotz aller beschriebener Vorzüge beim Material, doch recht hoch aus. Spieler und Fans von Deduktionsspielen sollten sich genau überlegen, ob es ihnen das wert ist.

Spaß:

Wir haben das Spiel mehrmals zu Dritt, zu Viert und zu Fünft gespielt wobei wir zu Fünft von so vielen Verdächtigungen erschlagen wurden und fast immer knapp zwei Stunden über dem Spielbrett grübelten. Mit weniger Mitspielern sind zwar einige Verdächtigungen aus dem Spiel, einfacher wird es dadurch aber lange nicht, da man noch genauer abschätzen muss, welche Aktionen sinnvoll erscheinen. Wie man auch vorgeht, nicht immer liegt man mit seinen Vermutungen am Ende richtig, doch man nimmt die Erfahrung der Aktionen mit, um es beim nächsten Mal besser zu machen. Anstrengend ist das Spiel auf jeden Fall da man doch sehr gut überlegen und auch die Mitspieler ständig bei ihren Aktionen beobachten muss. Welche Aktion nimmt man um welche Karte abzulegen? Es ist verrückt und gerade in den Anfangspartien hat man das Gefühl überfordert zu sein. Kein Wunder das hier die Altersangabe mit „12“ angegeben ist. Wer sich eher eine einfache Vorgehensweise wünscht die „maximal“ 60 Minuten dauert greift dann lieber zu Cluedo in dem die Tatwerkzeuge nur einfach und in geringerer Anzahl vorkommen. Wer allerdings Herausforderungen sucht und wem Cluedo auf Dauer zu einfach erscheint, sollte bzw. muss sich einmal mit diesem Spiel befassen in dem man auch aufgrund der Grafik gerne abtaucht.

s Meinung:

In Cluedo, was sicherlich viele Spieler kennen, werden anfangs ungesehen von einem Kartenstapel Verdächtige, Mordwerkzeuge und Mordzimmer gezogen. Ziel ist es als Spieler genau diese Karten herauszufinden.
In Mystery Express befinden wir uns nicht in einem Haus wie bei Cluedo sondern in einem Zug und auch hier versuchen wir eine Lösung herauszufinden.
Allerdings sind es insgesamt gleich fünf Verdächtigungen, die es zu lösen gilt. Dabei sind die Karten gleich doppelt bzw. dreifach vorhanden sind. Keine leichte Aufgabe die viel Konzentration erfordert und somit auch die Spielzeit in die Länge zieht. Abhängig von der Spieleranzahl werden zwar bestimmte Karten aus dem Spiel genommen, doch dies macht das Spiel nicht leichter. In toller Grafik tauchen die Spieler in das Geschehen ab, um die Lösung herauszufinden bzw. ihr zumindest sehr nahe zu kommen. Für Fans von Cluedo, die eine größere Herausforderung suchen, ist das Spiel ein „Must have“, wobei man preislich etwas tiefer in die Tasche greifen muss.

Silke und Jörg Köninger für cliquenabend.de

Vielen Dank an asmodee für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

STRATEGIE
7 von 10
Welche Aktion macht mehr Sinn?
INTERAKTION
8 von 10
Fast bei jeder Aktion bindet man Mitspieler ein!
GLÜCK
2 von 10
Lediglich beim Austeilen und Ziehen der Karten und der Aktion „Reisetasche“ vorhanden!
PACKUNGSINHALT
8 von 10
Nur der Preis erscheint uns zu hoch!
SPAß
7 von 10
Hier sind die Spieler wahrlich gefordert und konzentriert bei der Sache!
GESAMT-
WERTUNG:
7/10
Cluedo für Vielspieler! Spannender und noch mehr Herausforderungen bietet das grafisch gelungene Spiel!
Erklärung zur Wertung: 1-2 Ungenügend,   3 Mangelhaft,   4 Nicht lohnenswert,   5 Durchschnittsspiel,
6-7 Reizvoll,   8 Sehr gut,   9 Besonders Lohnenswert,   10 Topspiel

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