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Details
Verlage:
Autoren:
Illustratoren:
Genres:
Brettspiel, Vielspielerspiel, Wirtschaftsspiel, Industrie- und Herstellung

Spielmechaniken:
Worker-Placement, Variable Phasen, Gleichzeitige Aktionswahl

Release:
2011

Anzahl der Spieler:
2 bis 4 Spieler

Spielzeit:
60 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 9 Jahre

Durchschnittswertung:
7.5/10 bei 2 Bewertungen



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Testbericht vom 19.02.2012 - von Jörg

Siberia


Vorwort:

Siberia ist aus unserer Sicht eines der Spiele, die unter der Last vieler Neuheiten etwas eingebrochen ist. Zumindest ist das unser Befinden, denn all zu viel (bis auf einige geschätzte Kollegen) liest und hört man in der Onlinepresse nicht über das Spiel. Als eines der ersten Videos (Essen Bericht 2011) haben wir über das Spiel in überschaubarer Auflage berichtet.
Viele Zuschauer und Bekannte haben mit uns aufgrund dieser Informationen die Meinung geteilt, dass Siberia nicht nur aufgrund der Altersangabe „ab 9“ einfach und überschaubar ist. Ob es allerdings auch einen tollen Mechanismus liefert und inwieweit es auch Spaß macht, wollen wir im folgenden Spielbericht einmal näher beleuchten.

Ziel des Spiels:

Auf den Gebieten müssen die Rohstoffe abgebaut und dabei möglichst gewinnbringend verkauft werden. Wer am Ende des meiste Geld vorweisen kann, gewinnt. All das ist verknüpft durch Aktionen, die wir euch im Folgenden näher vorstellen.

Spielaufbau:

Der Spielplan wird ausgelegt und das Spielgeld daneben aufgereiht. Der Startspieler erhält das Startspielerplättchen und mischt alle Rohstoffwürfel im Beutel. Blind werden immer zwei Würfel gezogen, die auf jedes Gebiet platziert werden. Allerdings müssen dies zwei Unterschiedliche sein (ggf. mehrmals ziehen). Die übrigen Rohstoffe nimmt man aus dem Beutel und legt diese auf die Nachschubfelder des Spielplans.
Die Börsenplättchen werden beliebig auf die Felder des Plans gelegt und die Sperrplättchen mit der Rückseite (Uhr) auf die vorgesehenen Felder platziert. Die Investitionsplättchen werden gemischt und vier davon offen auf die vorgegebenen Felder gelegt. Der Rest bildet einen verdeckten Nachziehstapel.
Jeder Spieler erhält ein Tableau und sechs Figuren einer Farbe. Eine Figur stellt man nach Wladiwostok, eine Weitere an die Börse nach Frankfurt.
Die Aktionsplättchen werden in den Beutel gelegt und gemischt.

Spielablauf:

Das Spiel besteht aus zwei Phasen, die nacheinander gespielt werden. Anschließend wechselt der Startspieler reihum.

Phase 1: Aktionsplättchen ziehen und platzieren
Jeder Spieler zieht blind 6 Aktionsplättchen aus dem Beutel und platziert diese auf seinem Tableau. Diese Plättchen zeigen eine Person, sowie einen Rohstoff (Ausnahme: Managerplättchen).
Es gibt somit mehrere Möglichkeiten des Anlegens, erlaubt ist auch das Feld unter „Research-Facility“ sofern beispielsweise die entsprechenden Felder belegt sind. Bildlich wird diese auch in der Anleitung gut dargestellt.

Phase 2: Aktionen durchführen
Jeder Spieler führt reihum eine Aktion durch. Das geht so lange, bis alle Spieler gepasst haben. Die erste (Pflicht-) Aktion ist Forschung, sofern der Spieler unter dem „Research-Facility“ Feld Plättchen liegen hat. Die weiteren möglichen Aktionen auf dem Tableau sind nur ausführbar, wenn beide Aktionsfelder belegt sind. Diese können entweder mit zwei Aktionsplättchen oder mit einem Aktionsplättchen und einem Investitionsplättchen belegt sein (allerdings nie zwei Investitionsplättchen!). Für die Aktion werden alle Aktionsplättchen entfernt, nur Investitionsplättchen bleiben die ganze Partie über liegen.

Schauen wir uns die Aktionen einmal genauer an:

>Das Forschung / Research Facility Feld ermöglicht das Erschließen neuer Rohstoffquellen. Hierzu nimmt der Spieler alle dort liegenden Aktionsplättchen herunter und entsprechend dem abgedruckten Rohstoff legt er einen aus dem Vorrat auf ein beliebiges Gebiet. Auf diesem Gebiet darf dieser Rohstoff (vgl. Aufbau) nicht vorhanden sein. Gibt es keinen entsprechenden Würfel (Rohstoff) hat das Plättchen keine Auswirkung. Für ein Managerplättchen verwendet man einen beliebigen Rohstoff. Die Plättchen kommen anschließend in den Beutel.

>Manager
Die Aktionsplättchen werden vom Feld entfernt. Eines davon legt man auf ein beliebig freies Aktionsfeld und es fungiert quasi als Joker. Das zweite Plättchen wird in den Beutel gelegt.

>Logistikleiter
Die Aktionsplättchen werden vom Feld entfernt und in den Beutel gelegt. Der Spieler kann nun seine Arbeiter in Sibirien um insgesamt drei Schritte bewegen. Die Schritte können auf mehrere Arbeiter verteilt werden. Mit einem Schritt ist die Bewegung von einem Gebiet in das nächst Angrenzende gemeint.

>Verkäufer
Die Aktionsplättchen werden vom Feld entfernt und in den Beutel gelegt. Der Spieler kann eine Figur als Verkäufer an einer Börse einsetzen. Hierzu nimmt er eine Figur vom Vorrat, versetzt einen Verkäufer von der Börse oder zieht einen Arbeiter aus Sibirien ab und nutzt diesen als Verkäufer.

>Arbeiter
Die Aktionsplättchen werden vom Feld entfernt und in den Beutel gelegt. Der Spieler kann einen weiteren Arbeiter in Wladiwostok einsetzen. Alle Arbeiter starten immer dort und bewegen sich dann entsprechend in andere Gebiete. Hat ein Spieler keine Figur im Vorrat, darf er einen Verkäufer aus der Börse abziehen oder einen Arbeiter in einem anderen Gebiet zurück an diese Startposition stellen.

>Investor
Die Aktionsplättchen werden vom Feld entfernt und in den Beutel gelegt. Der Spieler nimmt sich eines der offen ausliegenden Investitionsplättchen und darf es entsprechend der Abbildung auf eines der eigenen Aktionsfelder legen. Das Feld muss frei sein und danach deckt er ein weiteres Plättchen vom Nachziehstapel auf, so dass wieder vier Investitionsplättchen offen liegen.
Aktionsfelder, auf denen jetzt ein Investitionsplättchen liegt, müssen nicht mehr mit Aktionsplättchen belegt werden. Praktisch, zumal sie bis Spielende dort verweilen.
Allerdings darf bei jeder Aktionsart nur ein Aktionsfeld mit einem Investitionsplättchen belegt werden.

>Rohstoffe abbauen und verkaufen
Diese Aktion gibt es für jeden einzelnen Rohstoff. Die Aktionsplättchen werden vom Feld entfernt und in den Beutel gelegt. Der Spieler nimmt sich aus jedem Feld, in dem er einen eigenen Arbeiter stehen hat den jeweiligen Rohstoffwürfel heraus. Diese(n) verkauft er an der Börse zu dem Preis, wo er mit einem Verkäufer vertreten ist. Die Rohstoffwürfel kommen aus dem Spiel und der Spieler erhält den aufgedruckten Wert ausbezahlt.
Ein sofortiger Verkauf von Rohstoffen ist Pflicht.
Sind in einem Gebiet nach dem Abbau von Rohstoffen keine mehr vorhanden, wird das Gebiet gesperrt. Arbeiter vor Ort erhält der Spieler in seinen Vorrat und das leere Gebiet wird mit einem Sperrplättchen versehen. Bei späteren Bewegungen wird das Feld einfach übersprungen!

Jede weitere Runde wird somit nach Phase 1 und 2 durchgeführt. Es ist allerdings nicht erlaubt, mehr als 10 Aktionsplättchen auf seinem Tableau aufzubewahren. Zu viele Plättchen kommen zurück in den Beutel.
Das Spiel endet, wenn in 8 Gebieten alle Rohstoffe abgebaut wurden oder 3 der 5 Rohstoff-Nachschubfelder leer sind. Die Runde wird noch zu Ende gespielt. Der reichste Spieler gewinnt.

Strategie:

Das Spiel klingt und spielt sich recht einfach und locker, doch nach der ersten Partie weckt es in einem den Ehrgeiz, möglichst noch viel mehr Geld herauszuholen. Die doppelte Menge in Spielpartie Nummer 2 beweist, dass es auch funktioniert.
Das Spiel bietet sehr viele Möglichkeiten und praktisch könnten wir jede einzelne Aktion mit unzähligen Hinweisen bestücken.

Zuerst einmal zieht man natürlich Plättchen. Aufgrund der doppelten Anzeige hat der Spieler aber ausreichend Möglichkeiten diese effektiv zu legen. Wir sind davon ausgegangen, dass die Mitspieler dabei immer ihr Auge auf dem eigenen Tableau behalten, denn nur dann ist auch ein flüssiger Spielablauf möglich.
Doch wo platziert man seine Aktionsplättchen? Wer sich frühzeitig das eine oder Investitionsplättchen ergattert, hat es im Spielverlauf einfacher und kann dadurch auch mehr Aktionen durchführen. Erst jetzt riskiert man auch mal einen Blick auf das Mitspielertableau, denn natürlich will man sofern man mit anderen auf einem Gebiet steht, als Erster die Rohstoffe abbauen.
Gut, aber der Händler sollte an einer gewinnbringenden Börse stehen. Mhm, sollte man dann nicht zuvor (sofern möglich) den Verkäufer anders platzieren?
Da ist es wieder, das Gefühl, seinen Zug möglichst optimal durchzuführen. Das schafft man je nach Plättchen und je nach Spieleranzahl auch recht gut. Bei drei oder sogar vier Spielern muss man berücksichtigen, dass ein Mitspieler einem zuvor kommen kann. Dann kann die Planung für die jeweilige Runde schnell am Ende sein.
Neue Runde neues Glück, denn mithilfe mehrerer Verkäufer und Arbeiter auf dem Spielplan gestaltet sich die Sache schon einfacher, doch immer noch hat man unter Umständen die Qual der Wahl.
Es reicht an dieser Stelle auch mit taktischem Geplänkel, denn wie man erkennt hat man gerade durch die Doppelfunktion der Plättchen und dem Joker (Manager) sehr viele Wege, die einem hoffentlich auch viel Geld einbringen.

Interaktion:

Zu Zweit ist der Interaktionsfaktor auf dem Spielfeld eher gering. Die Auswahl an Rohstoffen auf den Gebieten ist reichlich und jeder Spieler sucht sich anhand seiner gezogenen Plättchen die beste Strategie für die Runde heraus. Zu Dritt aber insbesondere zu Viert kommen sich gerade auf den Gebieten die Arbeiter der Spieler in die Quere. Hier sollte man nicht allzu lange mit dem Abgreifen der Rohstoffe warten, zumal man bei einem leeren Feld noch seinen Arbeiter verliert.

Glück:

Das Ziehen der Plättchen ist der einzige Glücksfaktor im Spiel. Allerdings hat man durch die Plättchen oft Anlegemöglichkeiten, so dass dieser auf den ersten Eindruck hohe Glücksfaktor insgesamt gesehen gering ist.

Packungsinhalt:

Fangen wir einmal mit dem Preis von 40 Euro an. Viele wissen nicht, dass hinter diesem Preis ein kleiner Verlag mit kleiner Auflage steht. Nicht jeder kann ein Spiel für die oft magische 20 Euro Marke als Verkaufspreis anbieten.
Grafisch aber auch im Hinblick auf das Material kann man keine Mängel finden und die Anleitung mit vier Seiten ermöglicht einen flotten Spieleinstieg. Die Altersangabe passt absolut, denn die Abläufe hat man, wie in unserem Video, in maximal 10 Minuten erklärt.

Spaß:

Nicht nur aufgrund des Videos, nein auch beim Lesen der Abläufe (klasse und einfach geschrieben), waren wir doch recht schnell vom Spiel angetan. So wurde auch schnell die erste Partie gespielt in denen man sich erst einmal mit den Aktionsmöglichkeiten befassen musste. Einfache und lockere Spielweise sorgen aber im Anschluss gleich für die zweite Partie.

Genau so blieb es auch weiterhin, denn nach wie vor landet das Spiel gleich für zwei Partien auf dem Tisch. Unabhängig von der Spieleranzahl funktioniert das Spiel richtig gut. Lediglich zu Zweit ist wie oben angesprochen der Interaktionsfaktor niedrig.
Auch wenn hier Börsenplättchen ausliegen, hat man nicht das Gefühl es handelt sich um ein Kalkulations- oder Aktienspiel. Denn eher als Optimierungsspiel mit leichten Abläufen und tollem Mechanismus macht es sehr viel Spaß.


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