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Details
Verlage:
Autoren:
Illustratoren:
Genres:
Antike, Brettspiel, Familienspiel, Vielspielerspiel

Spielmechaniken:
Worker-Placement, Optimieren, Verschiedene Spielereigenschaften

Release:
2011

Anzahl der Spieler:
3 bis 5 Spieler

Spielzeit:
90 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Durchschnittswertung:
6.5/10 bei 2 Bewertungen



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Testbericht vom 07.05.2012 - von Jörg

Aquileia


Vorwort:

Ein Workerplacement Spiel bei Zoch, das passt doch irgendwie nicht! Bereits vor der Veröffentlichung dieses Spiels hat man sich gewundert, warum Zoch ein solches Spiel in seine Reihe aufnimmt, denn viele Spieler sind von diesem Verlag witzige, einfache und liebevoll gestalteten Spiele gewohnt.
Aufgrund dieser Tatsache war aber auch das Interesse an Aquileia sehr groß, ob sich Zoch auch in dieser etwas anderen Liga der Spiele beweisen kann. Das Spiel gewann 2010 den italienischen Autorenwettbewerb und da auch die Italiener zumindest teilweise für doch sehr gute und witzige Spiele bekannt sind (z.B. Dungeon Fighter) sind wir gespannt, was wir hier geliefert bekommen.

Ziel des Spiels:

Die Stadt Aquileia wurde als Vorposten gegen barbarische Eindringlinge gegründet und stieg sehr schnell zur zweitwichtigsten Stadt des Römischen Reiches auf. Ausgestattet mit diversen Bauwerken versuchen die Spieler als Patrizier ihren Wohlstand zu mehren und entsenden hierzu Gefolgsmänner (Spielfiguren), um Aufgaben zu erledigen. Wer nach sechs Runden sein Geschick aber auch Würfelglück beweist und die meisten Siegpunkte sammelt, gewinnt.

Spielaufbau:

Der Spielplan wird in die Tischmitte gelegt und jeder Spieler erhält Spielkomponenten in einer Farbe. Auf unterschiedlichen Bereichen werden Karten und Würfel positioniert, was dank einer einzelnen Übersichtsseite der Anleitung relativ schnell erledigt ist.
Das Geld bleibt im Spielverlauf immer offen vor den Spielern liegen und dabei ist es nur mit einer Aktion möglich, Gold, Silber oder Bronze mit der Bank zu tauschen. Die unterschiedlichen Münzen sind ein wichtiges Element im Spiel, da immer passend bezahlt werden muss.
Die Karten, welche die Spieler im Verlauf einer Partie erhalten, dürfen geheim gehalten werden.

Spielablauf:

Jede Runde beginnt mit einer Platzierungsphase, die von einem Startspieler eröffnet wird. Es folgt die Aktionsphase, in der in der Reihenfolge (gemäß Angabe auf dem Spielplan) die Aktionen abgewickelt werden.

Platzierungsphase:
Beginnend bei einem Startspieler (Startspielerplättchen) werden reihum die Gefolgsmänner der Spieler auf freie Aktionsfelder des Spielplans gelegt oder das eigene Vorteilswappen auf das in der aufsteigenden Zahlenfolge nächste freie Feld der Vorteilsleiste platziert.
Dieses Einsetzen geht so lange, bis alle Gefolgsmänner und das Wappen eingesetzt wurden.
Die Vorteilsleiste bietet keine Aktion und wird immer dann wichtig, wenn es durch die Aktionen zu einem Gleichstand kommt. Dann entscheidet die Platzierung über Sieg oder Niederlage. Zudem ist der vorderste Spieler dieser Reihe Startspieler der nächsten Runde.
Bei vereinzelten Feldern wie dem Stadium, Portus und dem Forum gibt es kleinere Einschränkungen, was das Einsetzen der Figuren, bzw. das zusätzliche Einbringen einer Münze, angeht. Beispielsweise spielt im Forum auch die Zahlenfolge beim „Einsetzen“ keine Rolle.

Schauen wir uns die einzelnen Aktionen etwas genauer an:

>Mercatus
Hier stehen gleich mehrere Aktionen zur Auswahl.
Bei „Dolus“ darf der Spieler durch das Würfeln entsprechend dem Resultat Münzen nehmen. Geld zu tauschen ist bei „Pecunia“ möglich.
Das Kaufen von Karten mit unterschiedlichen Münzen ist bei „Equi et Arma“ und „Servi“ möglich und bei „Potentia“ bekommt der Spieler vier blaue Würfel, die er in der Arena und/oder dem Stadium nutzen kann.

>Arena
Hier können die Spieler einen oder mehrere Gefolgsmänner platzieren, um den Gladiatorenkampf zu bestreiten. Die Stärke ermittelt sich aufgrund des Feldes (1 oder 2 Schwerter), einem Würfelwurf mit drei roten Würfeln (Bronzewurf = Stärke/Schwert) sowie ausgespielten Sklaven- und Waffenkarten. Der Besitzer mit den blauen Würfel kann sogar noch 1-4 Würfel werfen, um mit dem erwürfelten Bronzesymbol seine Stärke zu erhöhen. Was der Gewinner bekommt ist bildlich auf dem Spielplan hinterlegt. Interessant ist die Idee, dass sich der Gewinner zwischen zwei Dingen (Sklavenkarte / Siegpunkte) entscheiden muss und der Zweitplatzierte vom Nichtgenommenen profitiert.
In der Anleitung gibt es zusätzlich noch ein ausführliches Beispiel.

>Stadium
Ähnlich wie bei der Arena gibt es hier ein Pferdewagenrennen. Auch hier wird die Stärke anfangs ermittelt und kann durch drei rote Würfel (Silber oder Gold – je nach Pferdeseite) erhöht werden. Zusätzlich können Pferdekarten (in der passenden Farbe Silber oder Gold) ausgespielt werden, bevor der Besitzer mit den blauen Würfeln (sofern er noch welche hat) sein Ergebnis verbessern kann. Auch hier ist der Gewinn bildlich dargestellt und der Zweitplatzierte profitiert zusätzlich von Dingen, die der Erstplatzierte nicht genommen hat.
In der Anleitung gibt es ein Beispiel, wie so ein Pferdewagenrennen aussehen könnte.

>Theatrum
Der Spieler, der hier einen Gefolgsmann platziert hat, deckt die oberste Theaterkarte auf und führt eine Versteigerung durch. Reihum können die Spieler auf die Karte bieten, müssen vor einer Geboterhöhung aber immer erst das bisherige Gebot „passend“ bezahlen! Es lohnt sich somit durchaus eine bunte Mischung an Münzen vor sich liegen zu haben. Der Gewinner erhält die Karte und zahlt die dafür gebotenen Münzen an den Versteigerer. Ersteigert der Versteigerer selbst die Karte, zahlt er das Gebot in die Bank.

>Forum
Das Platzieren der Gefolgsmänner spielt keine Rolle, doch in der Aktionsphase werden die Felder von 1 bis 5 nacheinander ausgewertet. Die Spieler können hier Gebäude errichten und zahlen die abgebildeten Baukosten an die Bank. Je nach Feld dürfen gleich zwei Gebäude gebaut werden oder der Spieler kann sich die Siegpunkte (gemäß Abbildung) sofort gutschreiben lassen.

>Portus
Zuerst tritt der Hafendieb „Latro“ in Aktion und kann je nach Würfelwurf (zwei rote Würfel) Münzen bei platzierten Gefolgsmänner in Portus klauen. So kann es sein, dass ein Gefolgsmann in Portus vor dem Ausführen dieser Aktion durch den vorherigen Diebstahl eine weitere passende Münze abgeben muss. Je nach errichteten Gebäuden erhalten die Spieler Geld und/oder Siegpunkte.

Das Spiel ist nach 6 Runden zu Ende und es erfolgt eine Abschlusswertung. Zu den bereits erhaltenen Siegpunkten kommen Siegpunkte für Lorbeerkarten (mit SP) im Besitz des Spielers dazu. Zusätzlich gibt es Siegpunkte für eigene Villen, denn jede eigene Villa wird mit der Anzahl farbgleicher eigener Stadion- und Theaterkarten multipliziert. Für jede eigene Theaterkarte darf der Besitzer nur eine der beiden aufgedruckten Farben werten.

Strategie:

Das Spiel bietet durchaus einige Möglichkeiten und gerade der unterschiedliche Besitz an Münzen nimmt immer wieder einen wichtigen Stellenwert ein. Die Spieler müssen dabei stets eine gewisse Anzahl und Auswahl an Münzen besitzen, um nicht nur in der aktuellen sondern auch nachfolgenden Runde mithalten zu können.
Die Vorteilsleiste ist auch nicht zu verachten, denn der Kampf um attraktive Karten beginnt bereits in Runde 1. Damit kann man sich in der Arena oder auch im Stadium einen Vorteil verschaffen, zumal man sich mit einem entsprechenden Wert und als Sieger gleich die Siegpunkte gutschreiben lässt. Zu viel Einsatz (z.B. Ausspielen von Karten) ist aber riskant, da man doch gerne in (fast) jeder Runde mindestens einen Gefolgsmann in einen Kampf entsendet und mitreden bzw. -kämpfen möchte. Mit entsprechender Belohnung besucht man dann auch ganz gerne das Forum und mit der Zeit und entsprechenden Karten weiß man dann genau, wo sich die Gebäude auch lohnen. Denn in der Endwertung kann es doch zu der einen oder anderen Überraschung kommen.

Interaktion:

Durch Kämpfe, Versteigerungen und Diebstähle kommen sich die Spieler regelmäßig in die Quere, so dass der Interaktionsfaktor insgesamt gesehen recht hoch ausfällt!

Glück:

Nicht jedes Aktionsfeld kann man mit einem Gefolgsmann belegen, so dass man immer wieder erneut überlegen muss, was sich am Ende lohnen könnte. Gerade in der Arena und im Stadium gibt es, auch aufgrund des Würfelns, die eine oder andere Überraschung. Auch im Theatrum verläuft nicht jede Versteigerung nach eigenen Vorstellungen.

Der Glücksfaktor zieht sich somit durch das ganze Spiel, hält sich aber insgesamt doch etwas zurück. Wer bestimmte Aktionen unbedingt haben will, sollte sich nicht auf sein Würfelglück verlassen, sondern eher mit passenden Karten versuchen, an Stärke zu gewinnen.

Packungsinhalt:

Das Cover und die restliche Illustration gefallen uns, doch wirkliche Begeisterung sieht anders aus. Das Ganze wirkt doch etwas blass und die Personen hätte man durchaus etwas besser und detaillierter darstellen können. Hinzu kommen die dünnen und viel zu kleinen Plättchen, die man leicht verlieren kann. Die Spielfiguren sind zwar aus Holz aber nicht wirklich auffallend. Ok, zu viel Farbspielerei hätte sich auch auf den Spielfluss negativ ausgewirkt, doch etwas Mut zum Detail hätte man ruhig beweisen können.
Gelungen ist allerdings die Darstellung der Abläufe in der Anleitung. Selbst Familienspieler finden sich dank übersichtlicher Beispiele gut zurecht. Preislich liegt das Spiel bei 30 Euro, was in Hinblick auf Spielfiguren, Würfel und Karten insgesamt gesehen gerechtfertigt ist.

Spaß:

Die Bühler Cliquenabendler sind begeisterte Tribun Spieler und irgendwie erinnert das Einsetzen von Gefolgsleuten und das Ausführen von Aktionen sehr stark an dieses Spiel. Grafisch ist Tribun allerdings ein Lichtblick und nicht zu vergleichen mit Aquileia.
Dabei streut Aquileia u.a. durch die Würfel einige Glücksfaktoren hinzu, die für Abwechslung sorgen. Hinzu kommt die unterschiedliche Währung und die Einschränkung beim Tauschen. So ist das Spiel im Vergleich zu Tribun nicht so strategisch sondern spielt sich dadurch etwas lockerer. Geradezu ideal für Zoch und seine Zielgruppe, denn diese Familien- aber teilweise auch Vielspieler haben damit mit Sicherheit ihre Freude. Uns gefällt es gut, denn unabhängig von der Spieleranzahl funktionieren der Kampf- und der Versteigerungsmechanismus einwandfrei. Lediglich in Runden zu Fünft gehört bei der einen oder anderen Aktion auch etwas Glück dazu.
Das Spiel lässt sich locker in einer Stunde spielen und irgendwie hatten wir jedes Mal wieder Lust dazu, gleich eine weitere Partie folgen zu lassen.


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