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Details
Verlage:
Autoren:
Genres:
Brettspiel, Wirtschaftsspiel, Simulation, Aktienspiel, Familienspiel, Gegenwart

Spielmechaniken:
Handel, Simulation, Waren Spekulation, Aktienhandel

Release:
2010

Anzahl der Spieler:
2 bis 5 Spieler

Spielzeit:
55 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Durchschnittswertung:
5.5/10 bei 2 Bewertungen



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Testbericht vom 03.05.2011 - von Jörg

Schwarzer Freitag


Vorwort:

„Soll ich jetzt noch in Computertechnologie investieren? Oder droht die Blase demnächst zu platzen? Andererseits könnte ich auch die letzten Öl-Aktien vom Markt kaufen, allerdings werden sich dadurch die Preise wieder ändern. Und ich wollte doch noch zum günstigeren Goldpreis kaufen!“ (Quelle: Kosmos Verlag)

Wie man bereits an den ersten Wörtern erkennen kann spielt Geld eine wichtige Rolle in dem uns vorliegenden Spiel „Schwarzer Freitag“. Neben Geld kommt aber auch das Spekulieren um Aktien und der Tausch in Silber nicht zu kurz. Doch wie kann man das am besten erklären?

Naja, am besten mit Puppen und zwar einem Bär der mit seinen Klauen die Aktien nach unten zieht und einem Stier der die Aktien mit seinen Hörnern nach oben stößt! Entstanden ist hierzu ein sehr gutes, aufwendiges und witziges Video auf der Spielmesse 2010.
Zurück am heimischen Spieltisch hören wir viele Behauptung, dass die Spielanleitung in dieser Form für einiges Kopfzerbrechen sorgt. Wir sind den Spuren des Geldes und den möglichen Problemen des Spiels auf den Grund gegangen. Ob wir uns anschließend aus dem Fenster stürzen, schließlich stellt der Schwarzer Freitag nach wie vor ein schwarzer Tag der Börse da, oder in Geld schwimmen, erfahrt ihr im folgenden Bericht.

Ziel des Spiels:

Das Spekulieren um Aktien und damit rechtzeitige Kaufen und Verkaufen steht im Mittelpunkt dieses Spiels. Dabei darf man allerdings nicht den Kurs des Silbers außer Acht lassen, da am Ende nur der Spieler mit den meisten Barren gewinnt.

Spielaufbau:

Eine Anleitung mit vielen Beispielen und einer „Erklärbar“ am Rande. Das ist doch einfach perfekt um sehr schnell in das Spiel einzusteigen, oder? Leider, in diesem Falle, nicht und so beginnen wir auch unseren Aufbau mit einem Kritikpunkt, denn Aufbau und Ablauf mussten wir uns nicht nur mehrmals durchlesen, sondern uns anschließend auch eine eigene Übersicht erstellen.
Dabei fängt es bildlich gesehen, in der Anleitung, relativ einfach an.
Zuerst einmal wird der Spielplan in die Tischmitte gelegt. Darauf erkennt man eine Kursleiste für fünf im Spiel befindliche Aktien, die anfangs einen Wert von 7 haben. Darunter und links daneben ist die Silberleiste und die Silberkursleiste und viel Silber benötigt man zumindest am Ende, um das Spiel zu gewinnen.
Auf der rechten Seite erkennt man eine Kaufleiste, eine Silberkaufleiste und drei Verkaufsleisten die gemäß Spielvorgabe mit Koffern befüllt werden. Darunter ist eine Übersicht, die Aussagen über die möglichen Spielaktionen und Kursveränderungen geben soll.
Neben dem Spielplan gibt es einen Markt, Subventionskarten und eine Bank, in der das Geld liegt.
All das sollte man sich in der Anleitung vor Spielbeginn gut anschauen.
Erst anschließend sollte man damit übergehen, das Spielmaterial entsprechend zu verteilen. In Kürze heißt dies:
>4 Koffer pro Farbe in den Markt
>10 mehr + Spieleranzahl in den Stoffbeutel (z.B. bei 4 Spieler >14)
>5 Koffer pro Spieler aus dem Beutel ziehen und hinter den Sichtschirm
>20 Aktenkoffer ziehen und in den Markt legen
>Karte mit Spezialfunktionen verteilen …aufgrund des Startspielervorteils…1xpro Spiel während des eigenen Zuges nutzen
Bevor wir in den Ablauf übergehen noch ein Blick auf die Stufenkarten (Anfangs mit START). Darauf erkennt man das Subventionslimit (dadurch bekommt der Spieler Geld muss aber bei Preisänderungen Zinsen zahlen), das Kauf- und Verkaufslimit für Aktien, das Kauflimit für Silber und die Auswirkung (Anzahl schwarzer Koffer) bei Auslösen einer Preisänderung.

Eine Preisänderung wird dabei immer ausgelöst, wenn genau fünf farbige Koffer auf einer Leiste zu sehen sind. Schwarze Koffer zählen hier nicht mit.

Mit diesen Worten können wir uns nun um den Ablauf kümmern, den wir euch in Kürze und als Übersicht präsentieren.

Stopp!

Gibt es Startkapital für jeden Spieler?

Nein, auch dieser Punkt ist nicht genau in der Anleitung ersichtlich, doch es ist tatsächlich so. Startgeld gib es nicht, denn Geld bekommt man als Unternehmer vom Staat mittels Subventionen. Später kann man durch Aktienverkäufe weiteres Geld einnehmen zum weiterinvestieren.

Spielablauf:

Beginnend mit dem Startspieler stehen den Spielern folgende Aktionen zur Auswahl:

1. Kauf Aktien
>Kurswert bezahlen
>Aktienkoffer vom Markt nehmen
>Koffer vom Markt auf die Kaufleiste (ggf. andere Farbe, Auswahl bei mehreren)

2. Verkauf Aktien
>Aktienkoffer aus eigenem Vorrat in den Markt
>Kurswert erhalten
>Kursmarker nach links (bei mehreren Koffern nur einer nach links)
>1 Koffer von oberster Verkaufsleiste in den Markt (ggf. andere Farbe, Auswahl bei mehreren)

3. Kauf Silber
>Silber nehmen und bezahlen
>Kurs um gekaufte Anzahl weiter
>1 beliebigen Koffer aus dem Markt in die Silberkaufleiste (5 Silber = 1 Gold)

4. Passen
>1 Koffer seiner Wahl auf die Silberkaufleiste

Dabei sollte man an zwei Dinge denken:
>Letzter Koffer einer Farbe vom Markt = Kurs der Farbe um ein Feld nach rechts
>Leiste mit drei gleichfarbigen Koffern = Kurs der Farbe um ein Feld nach rechts

Wann eine Preisänderung eintritt haben wir euch bereits verraten, doch was passiert dann?

Die Abläufe in Kürze:
>zuerst Zinsen auf eigene Subventionen zahlen (anhand des gefühlten Zinsmarkers im Sack zu erkennen)
>Koffer aus Beutel ziehen (entsprechend der aktuell ausliegenden Karte) und Kurse anpassen:
>bei einem schwarzen Koffer >>Nur Silberkurs um 1 höher setzen (schwarzer Koffer zurück in den Beutel)
>bei mehr als zwei schwarzen Koffer >>Abzug von Farben gem. Übersicht + Silberkurs steigt um Anzahl der schwarzen Koffer (gezogene Koffer in den Vorrat)
>gezogene Koffer in den Markt
>Leiste, die Preisänderung ausgelöst hat wird komplett (inkl. schwarzer Koffer in den Beutel zurückgeworfen)
>von einer Farbe keine Koffer im Markt = Kurs steigt nach „oben“
>Auswertung Silberleiste (je 3 ein Feld nach oben), dann Marker wieder auf 0
>Prüfung Aktienkurs – wg. Stufe (aber nie in eine niedrigere als bisherige Stufe)
>Für jede Stufe, die neu errichtet oder übersprungen wird, kommt ein schwarzer Koffer in den Beutel, sobald der Silberkursmarker das Feld mit der 100 erreicht. Wer am meisten Goldbarren besitzt, gewinnt das Spiel.

Kleine Anmerkung:
Wir haben die Abläufe extra als Übersicht gestalten, wie wir sie auch nutzen. So kann sich jeder selbst die Abläufe kopieren und ggf. noch ergänzen.

Strategie:

Zuerst einmal muss man das Spiel richtig spielen und das gelang uns fehlerfrei erst ab der dritten Partie. Woran das liegt haben wir ja bereits ausgeführt.
Anfangs spielten wir noch ohne Spezialaktion, haben dies aber recht schnell in späteren Partien eingeführt, da der Startspielervorteil durchaus deutlich wird. Und jetzt wollt ihr natürlich einige strategische Tipps hören!

Kein Mensch kann sagen, wann welche Aktie steigt, wobei alle Koffer, die in eine Leiste gestellt werden, sich zu einem späteren Zeitpunkt positiv auswirken können. Und wenn man den Fall eines Aktienkurses genau wüsste, würde man auch rechtzeitig zum höchsten Kurs verkaufen.
Tja, auch das trifft in der Realität sicherlich zu und diese Erfahrungen konnten wir auch persönlich erleben. Es ist eine Gradwanderung und wenn es jeder weiß, bräuchte man auch nicht mehr arbeiten. Bekanntermaßen schwankt der Kurs der Aktien wie im richtigen Leben auch hier im Spiel zum Teil sehr deutlich.
Mit Subventionen kann man sich zwar über Wasser halten und neu investieren, doch die zu zahlenden Zinsen können je nach häufiger Preisänderung auch etwas schmerzen. Die Frage lautet neben dem Kaufen und Verkaufen von Aktien aber auch, wann man in Silber investiert? Einige Spieler kaufen recht früh den einen oder anderen Barren, da der Kurs zu diesem Zeitpunkt noch recht niedrig ist. Andere dagegen pumpen ihr Geld erst einmal kräftig in Aktien. Zweites wird sich mit Sicherheit durchaus finanziell bezahlt machen, doch häufig vergessen die Spieler das rechtzeitige Kaufen von Silberbarren. Oft ist dann der Kurs soweit angestiegen, dass man auch mit guten Kursgewinnen am Silbermarkt recht teuer einkaufen muss. Oft ist es dann zu spät!
Man kann es probieren wie mal will, wer den richtigen Augenblick erwischt und dazu gehört etwas Glück, kann am Ende mehr als nur einen Goldbarren vorweisen.

Interaktion:

Von wegen an der Börse geht es gesittet zu!
Gerade wenn es um anstehende Preisänderungen geht, schauen die Spieler schon genau hin, ob durch ihre Aktion auch sofort eine solche ausgelöst wird. Unter Umständen verbünden sich in 3er oder 4er Runden sogar kurzfristig zwei Spieler, um den vermeintlich führenden Silberbarrenspieler etwas zu ärgern. Ja, wenn es ums Geld geht werden manche Spieler gierig und nehmen einen Aktiencrash schon sehr emotional zur Kenntnis.
Dabei kann sich jeder an seine eigene Nase fassen, denn keiner wird gezwungen, Aktien zu kaufen oder zu verkaufen. Um das Spiel zu gewinnen, gehört dies aber dazu. Auch der Kommunikationsfaktor ist recht hoch. Ständig wird spekuliert oder man versucht andere zu Käufen oder Verkäufen anzutreiben. Letztendlich bleibt es aber dem Spieler überlassen, für welche Aktion er sich entscheidet.

Glück:

Ist ein Aktienspiel ein Glücksspiel? Jein! Eine klare Antwort kann man wohl bis heute nicht liefern. Das Spekulieren am Markt kann allerdings süchtig machen und dieses auf und ab erlebt man auch sehr gut in diesem Spiel. Das Ziehen von Aktenkoffern gestaltet sich als oft sehr spannungsgeladener Moment, in dem Glück und Pech nahe beieinander liegen. Wer allerdings zu lange vor sich hinträumt und dem Aktiengeschäft seine volle Aufmerksamkeit widmet wird schnell feststellen, dass der Silberkurs bereits so hoch gestiegen ist, dass man den Augenblick des Kaufes verpasst hat und das Spiel sich bald dem Ende neigt.

Packungsinhalt:

Durch Bär und Bulle und dem Namen „Schwarzer Freitag“ wird bereits deutlich, dass es sich um ein Aktienspiel handelt und das Aktiengeschäfte auch kompliziert sein können, zeigt sich bereits in der Anleitung. Grausam was hier zusammengestückelt wurde, so dass wir mehrere Anläufe benötigten, um alles richtig umzusetzen. Sogar eine eigene Kurzübersicht war notwendig, um die Mitspieler an das Spiel heranzuführen.
Das Material ist dabei recht ansprechend und die Aktenkoffer gerade noch groß genug. Der Spielplan ist schlicht gehalten, schließlich soll der Kurs der Aktien und des Silbers im Mittelpunkt stehen. Mit einem Preis von 30 Euro fällt dieser in Anbetracht der Anleitung etwas zu hoch aus. Hintergrund dieses Preises dürfte aber mit der hohen Anzahl farbiger Aktenkoffern und Barren zu tun haben.

Spaß:

Aktienspiele sind nicht jedermanns Geschmack und komplizierte Anleitungen erst recht nicht.
Aufgrund dessen werden sich auch viele erst gar nicht um das Spiel kümmern, das aus unserer Sicht nicht an Familien, sondern eher an Vielspieler gerichtet ist.
Über die Anleitung haben wir uns ja schon geäußert, doch macht das Spiel auch nach mehreren Anläufen Spaß?
Hat man sich am besten zu Dritt durch mehrere Partien gekämpft entwickelt man durchaus etwas Leidenschaft für das Aktiengeschäft. Das Zocken ist spürbar, auch wenn diese Emotionalität irgendwann mit einem tiefen Fall endet. Die Gier nach Geld bzw. Barren ist hoch, so dass man sich nicht in 55 Minuten (was für eine seltsame Spielzeitangabe auf der Schachtel) sondern mit etwas Erfahrung auch kürzerer Zeit mit dem Spiel begnügt.
Aufgrund dessen konnten wir sogar in einem Fall drei Partien hintereinander spielen. Bei der ersten Partie am Vorabend dauerte es aufgrund vieler Fehler noch 120 Minuten!
Der Spielreiz lag dabei bei allen Spielern, uns eingeschlossen, leicht über dem Durchschnitt. Dem einen oder anderen war der Moment der Preisänderung und dem Ziehen der Aktienkoffer doch etwas zu glücksbetont, um sich intensiv während des Spiels mit bestimmten Käufen und Verkäufen zu befassen. Einfach und überschaubarer wird das Spiel erst nach einigen Partien, doch bis dahin muss man sich intensiv mit den Abläufen befassen.


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