Noch nicht angemeldet!   |   Neu Registrieren!   |  
   Passwort vergessen?



Details
Verlage:
Autoren:
Illustratoren:
Genres:
Brettspiel, Familienspiel, Sammelspiel

Spielmechaniken:
Aufnehmen und Legen, Sammeln, Waren Spekulation, Worker-Placement

Release:
2011

Anzahl der Spieler:
2 bis 4 Spieler

Spielzeit:
45 - 60 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 10 Jahre

Durchschnittswertung:
4/10 bei 2 Bewertungen



Bestellen




Testbericht vom 28.10.2011 - von Jörg

Das Geheimnis von Monte Cristo


Vorwort:

Peter Eggert vom Verlag eggertspiele hat sich mit diesem Spiel lange Zeit sehr bedeckt gehalten, da er mit dem innovativen Spielelement „Action Slide“ viele Spieler und Interessierte überraschen wollte. Die großen Augen auf der Nürnberger Spielwarenmesse 2011 zeigten auch, dass sofort Interesse vorhanden war, zumal die überaus auffallend schöne Illustration von Michael Menzel einem noch neugieriger machte. Mit viel Euphorie machten wir uns dann einige Monate später an das Spiel.
Wie es sich in unseren Kreisen schlägt, verraten wir euch im Folgenden.

Ziel des Spiels:

Die Spieler machen sich als Schatzsucher auf den Weg in die Verliese des Chateau d’If. Dort angekommen muss man, um die Schätze zu bergen, auch über die passenden Taschen zum Abtransport verfügen. Diese Idee und abhängig vom Wert der Schätze verfolgen auch die Mitspieler, doch nur ein Spieler kann die 40 Punkte Marke knacken und das Spiel gewinnen.

Spielaufbau:

Der Spielplan wird in die Tischmitte gelegt und jeder Spieler erhält in einer Farbe die Glaskugeln, Schatzsucher und den Punktemarker. Lediglich zu Zweit nehmen sich die Spieler sechs Kugeln (rot und blau). Den Action Slide stellt man neben den Spielplan und die Kugeln werden zufällig auf die vier Bahnen platziert. In jeder Bahn sollte sich die gleiche Anzahl an Kugeln und mindestens eine Kugel jeder Farbe befinden. Den Aktionsmarker stellt man auf das erste Feld des Action Slide.
Die Punktesteine der Spieler platziert man vor dem Wert 1 und die Schatzplättchen legt man alle in den Beutel. Vor Beginn der Partie wird für jedes Verlies (A bis F) ein Plättchen gezogen und offen in den jeweiligen Kreis gelegt. Die Versorgungskarten bilden einen verdeckten Stapel und die fünf Schatzmarker werden in beliebiger Reihenfolge auf die Marktleiste gelegt. Zum Schluss stellt jeder Spieler zwei Schatzsucher vor sich ab und platziert den Rest nach Marseille, dem Außenbereich des Spielplans.

Spielablauf:

Jede Runde besteht aus vier Aktionen (vgl. Leiste auf dem Action Slide) und startet anschließend wieder von vorne. Der Aktionsmarker zeigt immer an, welche Aktion gerade ausgeführt wird und der Besitzer der Glaskugel (am unteren Ende) wird aktiver Spieler für diesen Zug. Wurde dieser Zug ausgeführt, muss der Spieler seine Glaskugel am oberen Ende einer der anderen drei Bahnen platzieren, bevor der Aktionsmarker auf das nächste Feld geschoben wird.

Die Aktionen im Einzelnen:
1. Versorgung
Der aktive Spieler zieht so viele Versorgungskarten wie Spieler teilnehmen. Er sucht sich eine Karte heraus und gibt jeweils eine Karte seinen Mitspielern. Die Karten werden offen vor den Spielern abgelegt. Sie zeigen die Taschengröße (1 bis 3) und die Farbe an. Je nach Anzahl der Figuren auf der Karte nimmt sich der Spieler weitere Schatzsucher von Marseille zu seinem Vorrat. Ein Spieler darf nie mehr als 7 Karten vor sich liegen haben.

2. Schatzsucher (freiwillige Aktion!)
Der aktive Spieler darf bis zu drei Schatzsucher auf den Spielplan stellen, allerdings nur maximal eine Figur in einen der vier Bonusbereiche (oberer Spielfeldrand). Die Reihenfolge der Schatzsucher im Verlies ist wichtig, so dass weitere Figuren immer in eine Reihe platziert werden. Anschließend darf im Uhrzeigersinn jeder Mitspieler einen Schatzsucher in ein Verlies oder in einen der drei Bonusbereiche stellen. Der Bonus wird sofort umgesetzt. Später mehr dazu!

3. Schatztruhe
Der aktive Spieler zieht drei Schatzplättchen aus dem Beutel und legt sie in drei verschiedene Verliese. Wenn anschließend in mindestens einem Verlies vier Schatzplättchen liegen, findet sofort eine Wertungsrunde statt.

4. Reihenfolge ändern
Hier kann entweder eine eigene Glaskugel in einer Bahn um 1 oder 2 Position nach unten gezogen werden oder ein Schatzmarker nach Wahl um 1 oder 2 Positionen nach oben geschoben werden.

Die Aktionen laufen immer weiter, bis ein Spieler am Ende der Aktion „Schatztruhe“ die 40-Punkte Marke erreicht oder überschreitet und damit das Spiel als Gewinner beendet.

Bevor wir auf die Wertung übergehen, richten wir unsere Blicke auf die Bonusbereiche:
Auf dem ersten Feld (Jokertasche) erhält der Spieler eine Karte vom Versorgungskartenstapel und legt diese verdeckt neben seine anderen Karten. Diese Karte zählt als eine Tasche in einer beliebigen Farbe. Bei der Anlandung nimmt sich der Spieler drei Schatzsucher seiner Farbe von Marseille in seinen eigenen persönlichen Vorrat. Zwei Punkte erhält ein Spieler sofort, wenn er seinen Schatzsucher auf die Bonuspunkte stellt. Für das vierte Bonusfeld Verstärkung in den Verliesen darf der Spieler bis zu zwei Schatzsucher aus seinem Vorrat in ein oder zwei Verliese einsetzen.

Eine Wertung findet abhängig von Aktion 3 statt und angefangen bei Verlies A und dann im Uhrzeigersinn bis Verlies F können jetzt Schatzplättchen eingesammelt werden. Am Ende wird der Aktionsmarker wieder vor die Aktion „Reihenfolge ändern“ platziert.
In jedem Verlies wird überprüft, ob ein Spieler die Mehrheit hat. Pro Schatzplättchen benötigt man einen Schatzsucher und Taschen, die in Farbe und Anzahl dem Schatz entsprechen. Bei Gleichstand an Schatzsuchern beginnt der Spieler, der abhängig von der Reihenfolge weiter oben steht. Genutzte Versorgungskarten kommen auf den Stapel und für das Plättchen erhält der Spieler Punkte abhängig von der Marktleiste des jeweiligen Schatzes. Der Wert des Plättchens wird somit mit dem Wert des Marktes multipliziert.
Nicht jeder Schatzsucher muss zum Nehmen von Plättchen eingesetzt werden. So verbleiben die Figuren auf ihrem Platz und rücken lediglich bei freien Positionen nach oben. Liegen in einem Verlies noch vier Schatzplättchen „ungenutzt“, werden diese entfernt. Zum Schluss werden alle Figuren in den Bonusbereichen in den allgemeinen Vorrat nach Marseille gestellt.

Strategie:

Bei den Partien zu Zweit geht es eng zu und die Entscheidung, wer gewinnt, fällt oft sehr knapp aus. Gerade die Verteilung der Schatztruhen ist wichtig, zumal man als Spieler immer die offenen Taschen aller Spieler sehen kann. Im Spiel zu Dritt aber insbesondere zu Viert wird die vierte Aktion „Reihenfolge“ von den Spielern favorisiert, da man hier nicht nur die Kugeln sondern die Werte der Schatzmarker ändern kann.
Die Bonusbereiche werden von den Spielern gern angenommen, doch viel wichtiger ist es, mit Schatzsuchern attraktive Positionen im Verlies einzunehmen. Der strategische Faktor ist insgesamt allerdings gering, da man früher oder später von einer Aktion (Karte, Schatzsucher) immer profitiert. Mal mit vielen und mal mit wenigen Punkten.

Interaktion:

Wirklich in die Quere kommen sich die Spieler nicht und auch bei voller Spielerbesetzung hat man noch genug Möglichkeiten zu agieren. So bleibt der Interaktionsfaktor auf dem Plan eher gering, was übrigens auch für die Kommunikation unter den Spielern gilt.

Glück:

Glücksfaktoren gibt es einige, was besonders auf das Ziehen von Karten und Plättchen zutrifft. Früher oder später wird man allerdings jede Karte benötigen und außerdem muss man sich bei einer Wertung auch nicht für die Aktion zum Einlösen entscheiden. Wer allerdings im richtigen Moment über attraktive Taschen verfügt und diese als 3er Multiplikator in Punkte umwandeln kann, hat sicherlich gute Siegchancen. Glück und Pech liegen oft nahe beieinander, zumal man durch das Kartenlimit irgendwann gezwungen ist, Punkte einzulösen.

Packungsinhalt:

Das Cover mit der Burg und der Stadt Marseille ist wirklich ein Hingucker. Aber auch das restliche Material in Form der Kugeln, Karten und Plättchen kann sich sehen lassen. Sogar die Figuren sind als hölzerne Schatzsucher eine tolle Ergänzung. Hinzu kommt die Anleitung, die durch übersichtlichen Aufbau und Ablauf einen schnellen Spielbeginn zulässt. Mit einem angemessenen Preis von 25 Euro liegt das Spiel im Rahmen vergleichbarer Spiele.

Spaß:

Das Spiel zu Zweit: Gerade wenn man sich in neue Spiele einliest, probieren wir das Spiel erst einmal in einer 2er Runde, um es später Freunden und Bekannten vorzustellen. Die Abläufe sind allerdings ermüdend und langweilig. Von Spannung kann kaum eine Rede sein, so dass wir nach drei Partien der Meinung waren, dass diese Spieleranzahl für sehr wenig Spielspaß sorgt! Wertung: 2 Punkte

Das Spiel zu Dritt: Ok, zu Zweit ging der Schuss nach hinten los, doch zu Dritt wird das Spiel schon etwas attraktiver. Die Aktionen werden hier schon mit etwas mehr Überlegung ausgeführt und auch bei der Wertung überlegt man genau, ob man nicht lieber noch etwas damit wartet. Insgesamt gesehen fällt der Spielspaß schon etwas höher aus, was kein Wunder ist. Es reicht allerdings nicht für ein durchschnittliches Urteil. Wertung: 4 Punkte

Das Spiel zu Viert: Aufgrund unserer bisherigen Spielerfahrung wussten wir, dass es zu Viert mit Sicherheit nicht nur besser funktioniert sondern auch mehr Spaß macht. Genau so war es auch, denn jetzt wird das Spiel an manchen Stellen wirklich spannend und man muss sich gerade mit der vierten Aktion überlegen, ob man eher Kugeln anpasst oder auf der Kursleiste den Preis verändert. Ungeduldig wartet man auf eigene Aktionen und hofft, von Mitspieleraktionen zumindest etwas profitieren zu können. Spielerisch gefällt es uns gut und so fällt auch die Wertung entsprechend aus. Wertung: 6 Punkte.

Aufgrund dieser Punktevergabe kann man festhalten, dass dieses Spiel lediglich zu Viert überzeugt, auch wenn der Spielspaß mit einem Wert von 4 Punkten unter dem Durchschnitt landet.


Weiter zur Bewertung