
Autoren:
Verlag/Autoren/Illustratoren:
Genres:
Legespiel, , Tiere & Pflanzen, Logikspiel, Denkspiel, Strategiespiel
Spielmechaniken:
Logik, Modulares Brett
Release:
2006
Anzahl der Spieler:
2 Spieler
Spielzeit:
20 Minuten
Altersfreigabe:
Frei ab 9 Jahre
Durchschnittswertung:
9/10 bei 1 Bewertungen

Testbericht vom 25.09.2008 - von Andreas
Hive
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Bakelit ist ein duroplastischer Kunststoff und
wurde 1907 von dem belgischen Chemiker Leo Hendrik Baekeland entdeckt und nach
ihm benannt. Der hitzestabile Phenoplast-Werkstoff war der erste industriell
produzierte Kunststoff. Viele Liebhaber des Kunststoffes sagen, dass Bakelit im
Gegensatz zu modernen Kunststoffen ein besseres Griffgefühl besitzt. Einer
dieser Liebhaber ist John Yianni aus Großbritannien, er gründete 2002 seinen
Verlag "Gen 42 Games" und verwirklichte mit ihm schon zwei Spiele,
deren Hauptbestandteile "Bakelit" ist. Auch sein neues Spiel, welches
in ESSEN 2008 erscheint wird diesem Material treu bleiben. Da es aber noch ein
wenig Zeit bis zur Messe ist stellen wir euch erstmal das Spiel vor mit dem
alles Begann: HIVE. HIVE ist die englische Bezeichnung für Bienenstock/Schwarm
und genau darum geht es in dem Spiel um eine Biene und um Insekten. Das
strategische Zweipersonenspiel über Kerbtiere hat schon einige Preise gewonnen
und wir zeigen euch nun im Test ob es uns um"schwärmt" hat oder
nicht...
Ziel des Spiels:
Der Spieler dem es gelingt die gegnerische Bienenkönigen komplett
bewegungsunfähig zu machen, indem man sie mit insgesamt sechs Spielsteinen von
allen Seiten umgibt, gewinnt das Spiel.
Spielaufbau:
Hive ist als Haus- und Reisespiel gedacht und dementsprechend
sehr schnell aufgebaut. Ihr öffnet einfach euer kleines Hivesäckchen und gebt
eurem Gegenspieler seine 11 farbigen Bakelitsteine, während ihr euch eure
nehmt. Zur Auswahl habt ihr die Farbe weiß oder Schwarz. Das wars! Ja genau es
gibt nämlich kein Spielbrett, Spielkarten oder sonstiges. Alles was ihr
benötigt sind die Steine, die das Spielfeld mit der Zeit bilden und
verändern... *Genial was?*
Spielablauf:
Der jüngste Spieler beginnt und setzt einen seiner 11 Steine in die Mitte,
danach ist der andere Spieler an der Reihe und legt einen seiner Steine an
diesen. Nun sind die beiden immer abwechselnd am Zug. Ist man am Zug kann man
entweder einen Stein von außen einsetzen oder einen bereits gelegten Stein
legen, dies geht aber erst sobald die Bienenkönigin im Spiel ist.
Einlegeregel
Bis auf den ersten Stein, gilt diese für alle eingelegten Insekten. Der neue
Stein muss an einen oder mehrere Steine der eigenen Farbe anliegen. Er darf
kein Sechsecke der gegnerischen Farbe berühren. Befinden sich Käfer eine oder
mehrere Ebenen höher, gilt hier als Farbe des Steins die des obersten Käfers
(siehe Käfer weiter unten). In den ersten vier Züge kann die Königen beliebig
eingebracht werden, wobei sie spätestens im vierten Zug eingesetzt werden muss.
Erst nach Ihrem Einsatz können sich die eigenen Spielsteine bewegen. Und das
führt uns nun zu den Bewegungen.
Bewegungsregeln
Ist man am Zug kann man anstatt ein neues Insekt ins Spiel zu
bringen auch ein vorhandenes Bewegen (wenn die Biene schon im Spiel ist). Der
Bakelitstein der bewegt wird, darf hierbei sowohl vor als auch nach seiner
Bewegung fremde und eigene Steine berühren. Wichtig dabei ist, dass er nicht
bewegt werden darf, wenn dadurch ein oder mehrere Steine alleine stehe. Es
müssen also ständig immer alle Steine miteinander verbunden sein und einen HIVE
(Schwarm) bilden. Ein Stein darf nicht bewegt werden, wenn er eingeschlossen
ist. Eingeschlossen ist dieser, wenn er so von anderen Steinen umrundet ist,
dass man diese anderen bewegen müsste um seine Bewegung auszuführen (Außnahmen
bestätigen die Regel :-) - siehe Käfer und Grashüpfer). Das gleiche gilt für
umschlossene freie Felder: Ich darf in kein freies Feld, wenn ich, um dort hin
zu gelangen, andere Figuren bewegen müsste. Das waren nun die grundsätzlichen
Bewebungsregeln, kommen wir nun zu den einzelnen Charakteren bzw. Insekten :-)
Edel bewegt sich die Königin
Bienenkönigin (1 mal vorhanden): Die Königin kann sich nur um ein Feld weit in
jede Richtung bewegen (ähnlich König beim Schach). Käfer (2 mal vorhanden): Wie
auch die Königin kann sich der Käfer nur um ein Feld weit in jede Richtung
bewegen, aber er ist die einzige Figur, die auf andere Steine gezogen werden
kann. Sitzt er auf einen anderen Stein, ist dieser blockiert und kann sich
nicht bewegen. Außerdem zählt für diesen Stein nun die Farbe des obersten
Käfers. Um die Blockade aufzuheben, muss entweder der Käfer vom gegnerischen
Spieler wegbewegt werden oder man muss selbst mit seinem Käfer auf diesen
ziehen. Dem Käfer ist es auch erlaubt sobald er auf einem Stein ist sich neben
diesen herunterfallen zu lassen. So kann man auch in komplett eingeschlossene
Felder gelangen. Beim einsetzen in das Feld, kann er natürlich nicht gleich auf
einen anderen Stein gesetzt werden. Grashüpfer (3 mal vorhanden): Der Grashüfer
ist ein Springer und deswegen bewegt er sich auch hier nur springend fort. Er
kann von seinem Feld über eine gerade Reihe miteinander verbundener Steine in
das nächste unbesetzte Feld springen (egal wie weit weg es ist). So kann er wie
der Käfer auch eingeschlossene Felder erreichen. Mehrfachsprünge sind ihm
jedoch nicht erlaubt, sondern nur ein Sprung pro Zug. Spinne (2 mal vorhanden):
Die Spinne nutzt ihre elastischen Fäden und muss immer genau drei Felder weit
gezogen werden. Dabei darf sie ein Feld während ihrer Bewegung nicht zweimal
betreten. Während Ihres Zuges muss die Spinne außerdem immer in Berührung mit
anderen Steinen bleiben (irgendwo muss sie ja ihre Fäden festmachen). Ameise (3
mal vorhanden): Die fleißige Ameise kann beliebig viele Felder entlang des
Spielfeldes weit gezogen werden. Sobald man die gegnerische Bienenkönigin mit
seinem Zug komplett Bewegungsunfähig gemacht hat gewinnt man das Spiel. Hierbei
ist es egal ob von den sechs um sie herumliegenden Steine auch eigene dabei
sind. Sollte es passieren, dass durch die letzte Bewegung beide
Bienenköniginnen gefangen sind, handelt es sich um ein Unentschieden (das kommt
vor, wenn die Königinnen nahe bei einander liegen!).
Strategie:
Hive ist ein Strategiespiel, der anderen Art. Man muss sich erstmal an die Bewegungsregeln gewöhnen, aber nach einigen Partien tun sich natürlich einige strategische Möglichkeiten auf. Gerade Anfängern sollte man somit einige Tipps erklären. Hier mal die wichtigsten:
Der Käfer ist sehr mächtig und wird meistens von Anfängern unterschätzt. Mit ihm ist es möglich die Biene des Gegners komplett Bewegungsunfähig zu machen und danach dann auch direkt neue Steine an sie anzulegen.
Die springenden Grashüpfer sind am Anfang des Spiels eher unhandlich und sollten erst später eingeführt werden. Dann kommt man mit Ihnen auch an Stelle, die sonst schwer oder gar nicht mit anderen Insekten erreichbar sind.
Die Spinnen sollten hingegen sehr früh ins Spiel gebracht werden, da sie im späteren Spielverlauf durch Ihre kurze Bewegungsrate nicht mehr so gut zu nutzen sind.
Sollte der Gegner noch keine Grashüpfer oder Käfer im Spiel haben, könnt ihr im Wege versperren indem ihr Felder einschließt.
Die Bewegungsrate der Königin klingt am Anfang recht wenig, aber wenn man sie im richtigen Moment wegbewegt kann man die Aufbauten des Gegners zunichte machen.
Blockiere deinen Gegner (besonders, wenn er mehrere Figuren an einem Strang hat). Das geht durch die "Schwarm muss immer zusammen bleiben"-Regel recht leicht. Gerade die Ameisen bieten sich hierzu an. Bewege sie an den Gegner heran und bilde somit einen Strang. Jetzt kann er nicht mehr die Figuren dort wegbewegen, da er dich sonst vom Schwarm abtrennt.
Versuche möglichst früh die gegnerische Biene zu blockieren, dann läufst du ihr nicht hinterher.
Versuche möglichst mit deinen Insekten außen am Hive zu bleiben und dienen Gegner innen zu halten. So behälst du die Kontrolle!
Generell gilt: "Gibt nicht so schnell auf!" Am Anfang muss man das Spiel einfach mehr und mehr kennen lernen, aber es lohnt sich, denn man wird immer und immer besser.
Empfohlene Startkombinationen von Hivemania (auf dessen Seite man das Spiel übrigens auch online testen kann):
Spinne, Ameise und Bienenkönigin in einer V-Form.
Bienenkönigin und zwei Spinnen in einer V-Form.
--> Bei diesen bleibt man beweglich und kann seinem Gegner auch schon gut blockieren. Interaktion:
"Na, wenn das mal kein Sieg wird!"
"So?"
"Was? Wie hast du denn? Och nöööö!"
Beim Spielen geht es um die Wurst, zwar sieht es manchmal sehr gut aus, aber eventuell übersieht man gerade einen sehr geschickten Zug des Gegners. Durch die verschiedenen Bewegungsmuster der Figuren muss man nämlich doch sehr acht geben. Auf jeden eurer Züge folgt immer wieder ein erneuter Zug der anderen Insektenmannschaft... Tja aber was hat er sich nun wieder dabei gedacht... hmmmm... Glück:
Hive ist ein hundertprozentiges Strategiespiel! Nur der bessere Spieler gewinnt, Glück dient somit noch nicht mal als Ausrede :-)Packungsinhalt:
22 Bakelitsteine die nicht schöner seien könnten. Die Symbole auf Ihnen lassen sich nicht leicht zerkraten, da sie eingeprägt sind und sie fühlen sich einfach Klasse an. Die frühere Version war wohl einmal aus Holz was den Vorteil hatte, das sich die Steine ohne Probleme stapeln ließen. Hier liegt auch der einzige Nachteil des neuen Materials, der Käfer kann, bedingt durch das Material, leicht von anderen Steinen herunterfallen, wenn man an das Spiel stößt. Die Vorteile des Bakelit gleichen das aber aus und immerhin sollte ja nicht dauernd einer am Tisch heftig wackeln oder stoßen.
Sehr schön ist auch, dass gleich eine Tragetasche mit HIVE Aufdruck mitgeliefert wird. Die Spielschachtel werdet ihr also nicht benötigen und könnt das somit gemütlich an jedem Ort spielen. Strand, Bar, Couch, See, Urlaub - die Welt steht Hive offen!
Kommen wir nun noch zum Preis, dieser hat uns nämlich geschockt (im positiven Sinne!): 15 €. WOW! So ein Material für diesen Preis? Das ist unschlagbar! Spaß:
Hive ist beim Einzug in meinen Spielehaushalt sofort unter die Top Zweipersonenspiele gerutscht und hat seitdem den Platz auch nicht mehr verlassen. Eine Spielrunde dauert zwischen 10-20 Minuten und lädt zur sofortigen Revanche ein und die Möglichkeit es überall zu spielen, bietet nicht jedes Spiel. Solltet ihr gegen einen Anfänger spielen wird der allerdings, wie bei allen Strategiespielen - wenn man gegen Profis spielt, schnell gefrustet. Somit raten wir euch ihm Hilfestellungen zu geben und ihm auch zu erklären warum ihr diesen Zug gemacht habt. So lernt dieser die strategischen Finessen kennen und wird schnell zu einem passablen Gegner und vielleicht sogar zu eurem Meister?! Weiter zur Bewertung
