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Details


Verlage:
Autoren:
Genres:
Spielmechaniken:
Release:
2009

Anzahl der Spieler:
2 bis 4 Spieler

Spielzeit:
90 - 120 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Durchschnittswertung:
5/10 bei 1 Bewertungen



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Testbericht vom 31.01.2010 - von Jörg

Opera



Als Oper bezeichnet man eine musikalische Gattung des Theaters in der eine Handlung durch Musik gestaltet wird. Zu den besten Opern zählen u.a. Aida, Carmen, Tosca und sicherlich auch die Zauberflöte. In die Oper zu gehen oder Opernstücke anzuhören ist nicht jedermanns Geschmack und so sind wir doch etwas erstaunt dass die Thematik einer Oper in ein Brettspiel umgesetzt wird. Warum aber auch nicht und im Vorfeld der Veröffentlichung wird sogar von einem sehr reizvollen Strategiespiel gesprochen. Ein Strategiespiel mit dem Thema Oper, ob das funktioniert? Bereits im Juni 2009, im Vorfeld der Spielmesse, haben wir euch das Spiel mithilfe des Verlags erklärt. 35 Minuten dauerte die Videoerklärung und spätestens zu diesem Zeitpunkt wussten wir: Einfach wird das nicht! Wir haben versucht euch die wesentlichen Regeln und Inhalte in diesem Test vorzustellen. Wie unser Urteil ausfällt könnt ihr im folgenden Bericht erfahren.

Ziel des Spiels:
Die Spieler stellen adlige Familien dar, welche die Kunst der Oper fördern wollen. Mithilfe von sechs Charakteren errichtet man Opernhäuser und nutzt dabei herausragende Komponisten um nicht nur Zuschauer anzulocken sondern dabei auch Geld zu verdienen. Wer nach neun Runden die meisten Punkte besitzt gewinnt.

Spielaufbau:
Der Aufbau wird mithilfe einer Abbildung in der Anleitung erklärt.
Der Spielplan wird in die Tischmitte gelegt und der schwarze Rundenmarker auf das Feld I (gespielt wird über IX Runden) gelegt. Die drei Spielfiguren (Mastro, Critico und Esperto) werden auf die vorgegebenen Felder ihres Charakters platziert. Es werden so viele Gebäudekarten benötigt die maximal so viele Figuren anzeigen wie teilnehmen. Die Gebäudekarten werden unter den Spielplan angeordnet (Reihenfolge gemäß Anleitung, ein Teil bleibt vorerst verdeckt). Die sechs Komponisten werden gemischt und zufällig auf die sechs Positionen des Spielplans gelegt. Die sechs Charaktere legt man ebenso auf die vorgegebene Position des Plans. Die Musikstücke (kleine Plättchen) werden verdeckt gemischt. Bei vier Spielern werden neun davon aufgedeckt und auf die passenden Komponisten gelegt. (Zu dritt werden 7, zu Zweit 5 aufgedeckt.) Allerdings können es höchsten drei gleiche Musikstücke sein (zu Zweit höchstens Zwei). Überzählige kommen aus dem Spiel und es werden neue gezogen. Zum Schluss werden drei dieser Musikstücke auf die Rundenfelder (I bis IX) gelegt. Dieser Komponist bringt in einer Wertungsrunde zusätzliche Siegpunkte ein. Jeder Spieler nimmt sich eine Farbe und erhält, Punktmarker, Budgetmarker, Sichtschirm und das Musikstück in der gleichen Farbe („Hauskomponist“). Hinzu kommt ein Marker „Ende der Vorstellung“ und 20 Dukaten aus dem Vorrat. Hinter dem Sichtschirm verwahrt der Spieler sein Geld und seine Musikstücke auf, sofern sie im Saal keinen Platz finden. Den Punktemarker jedes Spielers legt man auf das Feld 0. Den Budgetmarker eines jeden Spielers stellt man (nachdem man sich auf die Spielerreihenfolge geeinigt hat) auf die Budgetanzeige. Zu den bisherigen Dukaten erhält der zweite Spieler einen Dukaten mehr, der dritte Spieler zwei und der vierte Spieler drei Dukaten. Als Hauptgebäude bekommt jeder Venezia (Saal 1) und platziert es vor sich. Den Hauptkomponisten stellt man gleich in diesen Saal.

Spielablauf:
Nach diesem Aufbau von knapp 10 Minuten beginnt das Spiel, welches aus 9 Runden besteht. Die Phasen:

1.Festlegen des Budgets
In dieser Phase bieten die Spieler mithilfe ihrer Dukaten und legen damit ihr Budget fest. Die Höhe und Platzierung entscheidet nicht nur über die Spielreihenfolge, nein, das Budget wird auch für die Honorare der Charaktere benötigt. Die Spieler nehmen sich ihre Dukaten in die Hand und strecken diese mit geschlossener Faust in die Spielmitte. Jeder zeigt anschließend wie viel er geboten hat und damit wird auch das Budget in der Tabelle festgelegt. Einzelheiten werden anhand von einem Beispiel in der Anleitung erklärt.

2.Aktionen der Charaktere
Der Spieler der sich in der Budgettabelle ganz oben befindet (ggf. ganz links) beginnt und wählt einen der Charaktere aus welchen er gerne nutzen möchte. Die Gebühr wird vom Budget abgezogen (Marker nach unten versetzen) und dadurch ändert sich unter Umständen wieder die Spielerreihenfolge. Jeder Charakter kann pro Runde nur einmal gewählt werden jedoch „abhängig vom Charakter“ von jedem Spieler genutzt werden. Diese Phase dauert so lange bis kein Spieler mehr eine Aktion ausführen kann. Mithilfe dieser Charaktere führen die Spieler Aktionen aus. Es gibt zwei Arten von Charakteren: Die Angestellten (a-c) und die Experten d-f). Die Höhe der Gebühr zur Nutzung ist auf den Karten (Rückseite) angegeben. Feinheiten und Abläufe des Budgets und der Gebühr werden anhand eines Beispieles in der Anleitung genau dargestellt.

Viel interessanter sind an dieser Stelle die 6 Charaktere:

a.)Der Impressario
Mit dieser Figur kauft man Musikstücke ein die auf den Komponisten liegen. Die Kosten sind unterschiedlich so dass der Spieler über die erforderlichen Dukaten verfügen muss. Unter Umständen können Spieler somit auch keine Musikstücke kaufen. Die wohl wichtigste Regel ist, dass mehrere Stücke des gleichen Komponisten nicht im selben Opernhaus liegen dürfen.

b.)Der Architetto
Mit dieser Figur kauft man bis zu zwei Gebäudeteile. Der Spieler hat die Auswahl, darf allerdings maximal nur ein Opernhaus pro Stadt besitzen. Für jeden Saal bezahlt der Spieler zwei Dukaten und erhält sofort zwei Siegpunkte. Erst anschließend folgen die Mitspieler gemäß Budgetreihenfolge und können weitere Gebäude kaufen.

c.)Die Signora
Wer kein oder nur wenig Geld hat kann ein Musikstück an den Palazzo (Feld auf dem Spielplan) verkaufen. Hierfür erhält der Spieler doppelt so viele Dukaten wie das Musikstück wert ist. Der Spieler kann aber auch, sofern gewünscht, den einfachen Wert als Siegpunkte kassieren. Wissen sollte man allerdings, dass von jedem Komponisten maximal eine Oper am Palazzo liegen darf. Bei zwei oder drei Spielern stehen nur drei Plätze zur Auslage bereit. Anschließend folgen auch hier die Mitspieler die, sofern sie den Charakter nutzen wollen, zuvor eine Gebühr entrichten müssen.

d.)Der Maestro
Der Spieler setzt die grüne Spielfigur auf einen freien Platz einer Stadt. Der Maestro verdoppelt in der folgenden Einkommensphase das Geld für alle Spieler die diese Stadt besitzen. Der Maestro bleibt so lange auf der Stadt bis er in späteren Runden wieder versetzt wird.

e.)Der Critico
Der Spieler setzt die schwarze Spielfigur auf einen freien Platz einer Stadt. Anschließend entscheidet er sich für einen Komponisten dessen Stücke in dieser Stadt bei einem beliebigen Spieler aufgeführt werden. Auf der Ruhmesleiter wird der Komponist um bis zu zwei Felder herauf oder herab gestuft.

f.)Der Esperto
Der Spieler setzt die lilafarbene Spielfigur auf einen freien Platz einer Stadt. Die Stadt bringt für alle Musikstücke dieses Spielers sofort Punkte. Weitere Details werden in der Anleitung mit einem Beispiel erklärt.

3.Einkommen
All diese Aktionen kosten Geld so dass in der dritten Phase die Einkommensphase folgt. Die Spieler erhalten Dukaten für jedes ihrer Opernhäuser, in dessen Sälen auch Musikstücke platziert wurden! Eine Tabelle gibt an wie viel der Spieler erhält (je mehr Opern in einem Opernhaus desto mehr Geld). Zu beachten ist hierbei „Der Maestro“ da das Einkommen sich unter Umständen verdoppelt.

4.Ende der Runde
Zuerst wird der Ruhm der Komponisten aktualisiert: Der Komponist, der die meisten Stücke aufführt steigt in der Stufe der Ruhmesleiter um ein Feld nach oben. Anschließend werden nicht verkaufte Musikstücke auf den Ablagestapel gelegt und die Charakterkarten wieder auf den Spielplan gelegt. Sofern der Palazzo voll ist werden die Stücke aus dem Spiel genommen und der Schwarze „Ende der Vorstellung“ Marker von den Budgetmarkern zur Seite gelegt. Der Rundenmarker geht um ein Feld weiter. Nur wenn der Rundenmarker auf ein Feld mit einem Musikstück gezogen wird folgt eine Wertungsrunde. Ansonsten läuft das Spiel wie oben beschrieben weiter. In der Wertungsrunde (1-3, 4-6, 7-9) erhalten die Spieler Siegpunkte für Stücke, die in einem Hauptsaal (rote Markierung) aufgeführt werden. Die Punkte richten sich dabei nach der Stufe auf der Ruhmesleiste. Hinzu kommen Bonuspunkte für das jeweilige Stück gemäß Wertungsübersicht. Nach der dritten Wertungsrunde endet das Spiel und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Strategie:

In Opera steckt sehr viel Strategie! Alle Regeln und Details in die hier aufgeführten Abläufe einzubinden würde den Spieltest um weitere fünf Seiten verlängern. Unnötig, zumal die wesentlichen Abläufe auch beim „Spielerklären“ anfangs ausreichen. Zum Ablauf gibt es in der Spielanleitung auch eine Beispielrunde, da im Spiel viele Feinheiten versteckt sind. Kennt man diese beherrscht man sehr schnell seine Opern und Musikstücke und verschafft sich viele Punkte. Dabei sind die Dukaten eine wichtige Quelle um an Häuser und Musikstücke zu gelangen. Wer in den ersten Runden kaum an Budget gewinnt wird sehr schnell den Anschluss verlieren. Katastrophal wenn man bedenkt, dass das Spiel zwei Stunden dauert! Mit Geld treibt man nicht nur seinen Marker in die Höhe sondern hat auch bei den Charakteren die Möglichkeit als Erster einzukaufen. Dabei muss man ständig die Ränge der Komponisten beachten und zusehen dass sich die Opernhäuser auch mit Musikstücke füllen. Die Experten wie Maestro spielen dabei schon anfangs eine wichtige Rolle um an noch mehr Geld zu kommen. Dabei muss man nicht nur auf seine Häuser und Musikstücke, sondern auch auf die Tableaus der Mitspieler achten. Wo lohnt es sich den Critico einzusetzen, bzw. wann sollte man sich auch den Palazzo zu Nutze machen. Die Möglichkeiten sind fast unendlich! Zu viele Fehler werden allerdings durch Minuspunkte (unbesetztes Haus) bestraft.

Interaktion:

Bereits mit der Wahl der Häuser und Musikstücke kommen sich die Spieler in die Quere. Im weiteren Verlauf entscheidet die Budgetleiste darüber wer dem anderen Spieler zuvor kommt. Eine angespannte Spielrunde von Anfang bis Ende! Ohne konzentriertes Planen und das über die ganze Spieldauer wird man nicht gewinnen können.

Glück:

Glücksfaktoren gibt es kaum. Lediglich das Ziehen neuer Musikstücke beeinflusst etwas den Spielablauf. Wer allerdings das nötige Kleingeld besitzt wird sich auch mit diesem Faktor problemlos auseinandersetzen können.

Packungsinhalt:

Die Grafik gefällt uns sehr gut. Sowohl Cover als auch Spielplan vermitteln ein gewisses Opernfealing auch wenn wir noch nie eine Live-Oper erlebt haben. Zu viel Details hat man allerdings in die Illustration nicht einfließen lassen, da die Spielabläufe immer noch dominieren sollen. Dabei reicht es allerdings nicht aus die Anleitung nur einmal zu lesen. Opera ist anspruchsvoll und Regeldetails stehen auch in ein paar Nebensätzen. Sucht man während des Spiels nach einer Regel muss man schon genauer hinschauen um die Passage zu finden da die Texte und Abläufe aneinandergereiht wurden. Das Spielmaterial und die Plättchen sind aus Pappe und stabil genug um viele Spielrunden unbeschadet zu verbringen. Der Preis für das Spiel liegt zwischen 30 und 40 Euro was das Spiel aus Sicht des Materials nicht wert ist.

Spaß:

Opera ist kein einfaches Spiel und mit der Erklärung und einer Spielrunde dauert es anfangs locker drei Stunden. In weiteren Spielrunden zu Zweit dauerte das Spiel 60 bis 90 Minuten, zu Dritt und zu Viert wurde die 2-Stunden Marker selten unterschritten. Strategen und Denker sorgen sicherlich auch dafür, dass sich das Spiel in die Länge zieht. Überlegen muss man allerdings und das kann man erst wenn man am Zug ist. Opera bietet viele taktische Möglichkeiten und nur wenig wird dem Glück überlassen. Das Hauptproblem ist allerdings der Einstieg in das Spiel. Wer die ersten zwei bis drei Runden verschläft oder unglücklich agiert hat schnell ein Geldproblem. Diese Problem lässt sich in den weiteren Runden allerdings nicht lösen da die Mitspieler auf diesen Spieler zu starken Einfluss haben. Was folgt ist eine Frustphase die sich bis zum Spielende hinzieht. Auch nach einem Spiel wird man die Abläufe nicht 100%ig beherrschen. Erst nach zwei bis drei Runden kann man die Anleitung zur Seite legen da erst dann Gewissheit darüber besteht alle Regeldetails beachtet zu haben. Opera sieht auf den ersten Blick nicht aus als wäre es ein Strategiespiel über mehrere Stunden. Dieser Blick täuscht und nicht nur wir auch unsere Mitspieler waren davon überrascht. Wenigspieler oder Gelegenheitsspieler werden hier sicherlich scheitern! Nach vielen weiteren Spielen hat uns das Spiel allerdings nicht überzeugt. Die Bugdetleiste ist zwar ein äußerst attraktives Spielelement, doch Feinheiten lassen das Spiel zu einem Grüblerspiel werden, das viel zu lange dauert. Kürzere Abläufe und weniger Details hätten uns bei diesem Spiel besser gefallen.

`s Meinung:

Opera ist ein anspruchvolles und strategisches Spiel. Dabei ist auf den ersten Blick das Material sehr übersichtlich. 6 Charakteren und einige Plättchen sind die wesentlichen Spielelemente.
Dahinter steckt allerdings viel mehr, so dass eine Spielrunde locker zwei Stunden dauert. Zu lange, wie nicht nur wir finden.
Viele Regeln und Sonderaktionen gilt es zu beachten, so dass man mehrer Spielrunden benötigt um alles zu verinnerlichen. Wer seinen Mitspielern alles von Anfang an erklären will benötigt hierfür locker 30 (bis 45) Minuten!
Wer am Anfang unglücklich agiert hat kaum Geld und kaum noch Chancen das Spiel zu gewinnen. Dies wirkt für Einsteiger sehr frustrierend!

Silke und Jörg Köninger für cliquenabend.de

Vielen Dank an Hutter Trade für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

STRATEGIE
8 von 10
Viele Fehler sollte man vermeiden!
INTERAKTION
6 von 10
Ein Kampf um gute Gebäude und Musikstücke!
GLÜCK
2 von 10
Mit hohem Budgetwerten lässt sich dieser Wert verringern.
PACKUNGSINHALT
5 von 10
Fast zu kompakte Anleitung mit vielen Regeldetails!
SPAß
5 von 10
Zu viele Regeln die das Spiel unnötig in die Länge ziehen!
GESAMT-
WERTUNG:
5/10
"Anspruchvolles Spiel mit interessante Abläufe! Auf Dauer allerdings zu langatmig um es regelmäßig zu spielen!"
Erklärung zur Wertung: 1-2 Ungenügend,   3 Mangelhaft,   4 Nicht lohnenswert,   5 Durchschnittsspiel,
6-7 Reizvoll,   8 Sehr gut,   9 Besonders Lohnenswert,   10 Topspiel

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vorstellung vom 31.01.2010

Die Spiel 2009: Opera (Huch & Friends) auf engl.!!


Video zum herunterladen: hier
regelerklaerung vom 23.06.2009

Videospezial Herne 2009: Opera (The Game Master)


Video zum herunterladen: hier

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