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Details
Verlage:
Autoren:
Illustratoren:
Genres:
Brettspiel, Familienspiel, Städtebau

Spielmechaniken:
Bauen

Release:
2011

Anzahl der Spieler:
2 bis 4 Spieler

Spielzeit:
30 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 8 Jahre

Durchschnittswertung:
5/10 bei 2 Bewertungen



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Testbericht vom 20.08.2012 - von Jörg

Arriala


Vorwort:

Etwas ungewöhnlich wirkt das nicht gerade aussagekräftige Cover auf uns und mit dieser Meinung sind wir nicht alleine. Doch lassen wir uns nicht von der Illustration ablenken sondern befassen wir uns mit dem Spiel, welches wir euch auf der Messe 2011 bereits in Großversion in einem Video vorgestellt haben.
Einfache und familienfreundliche Abläufe sollen hier zum Tragen kommen. Ob das stimmt, verraten wir euch in diesem Bericht.

Ziel des Spiels:

Jeder Spieler ist ein Bauherr, der seine Arbeiter einsetzt, um den größten Bauabschnitt des Arriala (Kanal in der okzitanischen Sprache) zu bauen. Dabei kann man sogar allen Arbeitern Anweisungen erteilen und Ziel ist es, am Ende möglichst viele Prestigepunkte zu erlangen.

Spielaufbau:

Der Spielplan wird in die Tischmitte gelegt. Jeder Spieler erhält fünf Arbeiter und die farblich passende Punktemarke. Hinzu kommen zwei Karten, der Rest bildet einen Nachziehstapel.
Das restliche Material legt man griffbereit zur Seite.
Abhängig von der Spieleranzahl werden nicht alle Bereiche des Spielplans genutzt und mit einem Baumarker markiert. Weitere Detailregeln für zwei Spieler (neutrale Spielerfiguren kommen hinzu) sind im hinteren Abschnitt der Anleitung hinterlegt). Allzu große Auswirkungen haben diese aber auf den Spielfluss nicht!

Spielablauf:

Es geht reihum und jeder Spieler hat fünf Aktionspunkte (AP), die er nach eigenem Ermessen einsetzen kann:

1 AP = Einen Arbeiter um 1 Feld bewegen
Anmerkung: Auch fremde Arbeiter und je mehr Felder, desto mehr AP erforderlich

1 AP = Eine Karte spielen
Anmerkung: Auswirkung der Karte tritt sofort ein

2 AP = Einen Arbeiter vom Kanal zu einem Weingut bewegen
Anmerkung: Das Feld muss frei sein

2 AP = Eine Karte ziehen
Anmerkung: Kein Kartenlimit

3 AP = Einen neuen Arbeiter auf den Kanal stellen
Anmerkung: Nur möglich, wenn noch eigene Arbeiter im Vorrat sind

3 AP = Ein Flussbauwerk bauen (blaue Felder)
Anmerkung: Der Spieler bekommt sofort drei Punkte und der gesetzte Arbeiter bleibt bis Spielende auf dem Feld

4 AP = Einen Arbeiter vom Weingut zum Kanal bewegen
Anmerkung: Das Feld muss frei sein

4 AP = Eine Schleuse bauen
Anmerkung: Das Feld muss frei sein und das Limit der Schleusen muss eingehalten werden. Zudem gibt es einen Prestigepunkt

In einem Spielzug müssen nicht alle AP eingesetzt werden, doch ein Aufbewahren für die nächste Runde ist ausgeschlossen. Ein Hin- und Herziehen der Arbeiter durch eine vorherige Runde ist nicht möglich.
Prestigepunkte erhält man, wenn man in einem Kanalabschnitt die meisten Arbeiter hat. Ein Abschnitt besteht aus eine Anzahl von Feldern zwischen zwei Städten oder zwischen einer Stadt und einer Schleuse oder zwischen zwei Schleusen. Dieser ist vollendet, sobald sich auf allen diesen Feldern ein Arbeiter befindet. Der Spieler mit den meisten Arbeitern erhält entsprechend der Größe (vgl. Übersicht auf dem Spielplan) Punkte. Bei Gleichstand bekommt kein Spieler Punkte und ggf. der Spieler mit den zweit meisten Arbeitern Punkte. Anschließend muss der Abschnitt mit Baumarken versehen werden, um anzuzeigen, dass hier bereits ausgezählt wurde.
Die beiden Meisterbauwerke kann nur der Spieler in letzter Position auf der Punkteskala bauen. Hierzu benötigt er eine entsprechende Karte und stellt das Bauwerk anschließend auf das entsprechende Feld und erhält die angezeigten Punkte.
Die Weingüter werden erst am Ende ausgezählt. Dabei bekommt der Spieler so viele Punkte, wie das Weingut Arbeiter enthalten kann. Der Wertungsmechanismus orientiert sich an der Wertung der Kanäle.

Das Spiel ist zu Ende, wenn der letzte Kanalabschnitt ausgezählt wurde. Nach der Endwertung (Weingüter) gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

Die Karten bieten einen Zusatznutzen. Damit können eigene, teilweise auch fremde Arbeiter weiter oder auf bestimmte Felder gezogen werden.

Strategie:

Am Anfang werden die Arbeiter erst einmal auf die Felder platziert und nach und nach kauft man sich mit den AP einige Karten. Eine Auswahl unterschiedlicher Aktionskarten erleichtert es einem in Folgerunden eine Wertung durchzuführen. Denn 1 AP für das Ausspielen einer Karte ist geradezu günstig, um zuvor noch fremde Arbeiter in einen Bereich einzufügen.
Die Weingüter kommen oft erst gegen Ende des Spiels zum Vorschein. Doch all zu lange sollte man auch hier mit dem Einsetzen nicht warten, denn hier lässt sich durchaus eine stattliche Anzahl von Punkten erreichen.
Da zumindest in unserer Partien die Spieler regelmäßig punktemäßig eng aufeinander lagen, kann auch das Meisterbauwerk und die oft abschließende Runde einen Spieler auf dem letzten Platz noch auf den vordersten Platz katapultieren.

Interaktion:

Im Spielverlauf kann man auch fremde Arbeiter durch Aktionspunkte bewegen. Effizienter und beliebter ist es allerdings mit Karten, solche Aktionen durchzuführen. Dadurch kann man Mitspieler nicht nur ärgern, sondern sich mit einer dadurch entstehenden Wertung auch einen Vorteil verschaffen.

Glück:

Der einzige Glücksfaktor ist das Ziehen von Karten, denn nicht immer bekommt man auch die gewünschten Karten oder eine Auswahl unterschiedlicher Karten auf die Hand. Zu Viert kann aber auch die Reihenfolge eine wichtige Rolle spielen, denn oft kann eine Wertung so schnell erfolgen, dass ein Spieler kaum noch Einfluss darauf nehmen kann.

Packungsinhalt:

Die Illustration gefällt uns nicht sonderlich und ehrlicherweise können wir auch mit dem Thema der Kanäle nicht allzu viel anfangen. Nur eine Spielerin in unseren Runden kannte etwas die Hintergründe und konnte auch mit den Gebieten und den Namen etwas anfangen.
Die Anleitung ist dagegen sehr gut aufgebaut und stellt auch für Familien kein Problem dar. Der Preis liegt bei etwa 20 Euro was im Hinblick auf das Material auch in Ordnung geht. Die Meisterbauwerke sind schöne Extrafiguren, die das gewisse Extra im Spiel bieten.

Spaß:

Wenn man einmal das Thema und die Illustration vernachlässigt und nur den Mechanismus betrachtet, erkennt man schnell, wie einfach und überschaubar diese sind. Absolut familientauglich, zumal die Regeln innerhalb weniger Minuten klar sind und die angegebene Zeit mit 30 Minuten oft schneller vergeht als man glaubt. Allerdings hält sich der Spielspaß etwas in Grenzen, auch wenn durch die vielen Aktionsmöglichkeiten strategische Faktoren und somit Überlegungen etwas in den Vordergrund rücken.

Die Partien funktionieren unabhängig von der Spieleranzahl gut, wobei uns die Partien zu Dritt noch am besten gefallen. Das enge Kopf-an-Kopf Rennen ist in jeder Partie vorhanden und Aktions-Fehler werden schnell bestraft. Insgesamt ein nettes Familienspiel, was bei uns aber auf Dauer eher unter Durchschnitt einzustufen ist. Dazu fehlt einfach die Abwechslung, denn auf Dauer sind die Spielabläufe sehr ähnlich und werden nur durch unterschiedliche Kartenaktionen in die eine oder andere Richtung gelenkt.


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