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Details
Verlag/Autoren/Illustratoren:
Genres:
Familienspiel, Legespiel, Abstraktes Spiel, Logikspiel

Spielmechaniken:
Gebiete kontrollieren, Mehrheiten, Logik

Release:
2009

Anzahl der Spieler:
2 bis 4 Spieler

Spielzeit:
20 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 7 Jahre

Durchschnittswertung:
7/10 bei 2 Bewertungen



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Testbericht vom 20.01.2011 - von Jörg

Rolit


Vorwort:

In diesem Spieltest berichten wir über ein Spiel, welches sich bereits seit 1997 im Handel befindet. Im Jahr 2009 gab es bereits die X-te Neuauflage und so widmen wir uns heute gerne einem Klassiker, welches über die Jahre hinweg nie an Popularität verloren hat.
Dabei ist das Spiel mit dem Namen Rolit nicht nur in unserer badischen Umgebung sehr beliebt und erstrahlt wie jedes Jahr auf den Spielevents als Großversion die Massen.
Unzählige Partien konnten wir mittlerweile spielen, aber auch beobachten und manch einer erinnert sich bei Rolit an die verwandten Spiele Othello oder Reversi.
Dort legen die Spieler auf einem 8x8 großen Brett Spielsteine aus, deren Seiten unterschiedlich (schwarz und weiß) gefärbt sind. Ziel ist es, am Ende eine möglichst große Anzahl von eigenen Steinen zu haben, so dass abhängig von der Spieleraktion während einer Partie auch Steine umgedreht werden.
In Spiel Rolit ist die Fläche auch 8x8 groß, doch anstatt Steine, werden hier Kugeln mit vier abgerundeten Seiten und vier unterschiedlichen Farben genutzt. Der Grund hierfür ist simpel, Partien können mit bis zu vier Spielern gespielt werden.

Ziel des Spiels:

Jeder Spieler hat mit seiner Farbe die Aufgabe, gegnerische Kugeln zu blockieren, einzuschließen und dadurch zu seiner eigenen Farbe zu wenden. Wer nach dem Einsetzen aller 64 Rolit-Kugeln die meisten Kugeln seiner Farbe vorweist, gewinnt.

Spielaufbau:

Das Spielbrett mit den 64 Feldern (und gleichzeitigen Vertiefungen für die Kugeln) wird zusammengeschoben und in die Tischmitte gestellt. Abhängig von der Sitzposition und der farblichen Markierung am Rand ordnet man je eine Farbe einem Spieler zu.
Vier Rolit-Kugeln werden auf die Startposition in die Spielmitte gelegt. Logischerweise zeigen dabei auch die vier unterschiedlichen Farben sichtbar nach oben.
Die restlichen Kugeln legt man zur Seite.

Spielablauf:

Ein Startspieler beginnt (anschließend reihum), nimmt sich eine Kugel und legt sie mit seiner Spielfarbe (auch hier nach oben zeigend) in ein freies Feld.
Dabei muss die Kugel so platziert werden, dass sie eine gegnerische Kugel blockiert. Die eingeschlossene Kugel (ggf. mehrere) wird anschließend so gedreht, dass die eigene Farbe erscheint.
Am Anfang, aber auch während des Spiels kann es vorkommen, dass eine Farbe verschwindet. Keine Angst, denn dieser Spieler setzt eine Kugel in seinem Zug an irgendeine Position neben einer anderen Kugel.
Ein Blockieren wird nur durchgeführt, wenn eine neu platzierte Kugel und eine bereits auf dem Spielbrett liegende Kugel der gleichen Farbe sich in gerader Linie befinden.
Eine eingeschlossene Kugel wird so gerollt, dass diese die Farbe des Fängers aufweist.
Einige Beispiele hierzu sind in der Anleitung hinterlegt.
Ganz wichtig: Wenn ein Blockieren und Einschließen möglich ist, besteht Zugzwang!
Das Spiel endet, sobald alle Kugeln platziert wurden. Wer die meisten Kugeln seiner Farbe besitzt, gewinnt.

Strategie:

Gesetzt ist gesetzt! Legt man eine Kugel auf eine erlaubte Position, muss diese liegen bleiben.
Doch wo setzt man seine Kugel am Besten ein?
Je nach Spielverlauf und je nach Spieleranzahl hat man oft mehrere Möglichkeiten. Nicht immer bevorzugt man dann ein Feld, durch welches man viele gegnerische Kugeln drehen darf.
Bestimmte Position (insbesondere die Seitenfelder und Eckpunkte) sind taktisch clever und versprechen bei Erfolg gerade gegen Spielende viele Möglichkeiten.
In der Anleitung werden diese strategisch wichtigen Punkte auch genannt und bildlich dargestellt.
Genau dieser Punkt sollte man Neulingen auch kurz erklären, da sonst ein Spieler gegen einen erfahrenen Rolit-Spieler mit Sicherheit verliert. Vorausplanen ist erforderlich und gerade bei nur zwei Spielern äußerst wichtig. Eine auf den ersten Blick aussichtslose Position kann sich schnell wieder zum Guten wenden, so dass es je nach Spielverlauf bis zum Ende spannend bleibt.

Interaktion:

Der Interaktionsfaktor ist bei zwei Spielern sehr hoch, da man sich oft am Zug seines Mitspielers orientiert und entsprechend agiert. Zu Dritt und zu Viert ist dieser Faktor etwas niedriger, aber immer noch hoch genug.
Gerade bei drei und vier Spielern versucht man den Überblick zu behalten, welcher Spieler aktuell die Mehrheit besitzt.

Wir reden hier aber von einem „Überblick“ und nicht vom Zählen, da sich das Spiel sonst überflüssig in die Länge zieht. Taktische Marschrouten orientieren sich an starke Positionen, doch genau das haben auch die Mitspieler im Kopf.

Glück:

Der Glücksfaktor ist gering und bei zwei Mitspielern ausgeschlossen. Lediglich bei drei und vier Spielern ist aufgrund der oftmaligen Unberechenbarkeit von Zügen etwas Glück aber auch Pech vorhanden.

Packungsinhalt:

Dass hier kein Holzmaterial vorliegt, kann man sich denken, doch insgesamt gesehen geht der Preis in Höhe von ca. 20 Euro in Ordnung.
Die Kugeln sind stabil, dennoch können sich nach vielen Partien Spielseiten vom inneren Stift der Kugel lösen. Mit einem Nachkleben ist dieses Problem allerdings schnell wieder gelöst.
Viel problematischer finden wir das Spielbrett, welches aus zwei Seiten besteht und für eine Partie zusammengeschoben wird. Hier kann es schnell einmal zu Brüchen der Halterung kommen, wenn man bei Zusammen- und Auseinanderbauen unvorsichtig ist. Da allerdings die Spielschachtel etwas zu klein geraten ist, ist man zu dieser Aktion gezwungen.

Ein weiteres Problem stellen die Felder für die Kugeln dar. Natürlich müssen diese eine gewisse Tiefe vorweisen, um die Kugeln zu drehen, doch gelegte Kugeln lassen sich nur schlecht wieder aus dieser Öffnung herausfischen. Gelegt ist gelegt, doch bei einem versehentlich falschen Zug muss die platzierte Kugel wieder raus! Nach der Partie schüttet man alle Kugeln einfach in den Schachteleinsatz.

Spaß:

Rolit ist ein typisches Familienspiel, welches sich zu Zweit genauso gut spielen lässt wie zu Dritt und zu Viert.
In unseren Runden aber auch auf Events im Großformat wird es immer wieder gerne gespielt.
Die Regeln sind einfach und schnell erklärt. Auch nach längerer Auszeit sind die Abläufe, einmal verinnerlicht, immer parat. Die Partien verlaufen sehr spannend und schnell. Hier haben nicht nur Gelegenheitsspieler, sondern auch Vielspieler ihre Freude daran.


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