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Testbericht vom 10.10.2008 - von Jörg

Kill Doktor Lucky




Details


Verlage:
Autoren:
Genres:
Spielmechaniken:
Release:
1997/2000

Anzahl der Spieler:
2 bis 8 Spieler

Spielzeit:
5 - 60 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Durchschnittswertung:
7/10 bei 1 Bewertungen



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regelerklaerung vom 22.01.2009

Kill Doktor Lucky (Truant Spiele)


Video zum herunterladen: hier

Schlicht und ohne viel Material präsentiert sich ein abstraktes Brettspiel, das 1997 sogar eine Auszeichnung erhalten hat. Das ist zwar schon 11 Jahre zurück, aber noch lange kein Grund nicht darüber zu berichten. Schließlich wird das Spiel immer noch produziert und ist bis heute ein Verkaufsschlager! Wie heißt das Spiel? Ganz einfach: Nicht „Kill Bill“ sondern „Kill Doktor Lucky“! Doch zwei Dinge sind den Cheapass Games und dem Mario Truant Verlag dabei sehr wichtig und damit möchten wir diesen Passus aus der Anleitung zitieren: „Wir sind uns zwei Dinge über Spiele bewusst: sie sind zu teuer und zu einem gewissen Grad alle gleich. Wenn man die tollen Verpackungen ignoriert, dann sind die meisten Bestandteile austauschbar: Spielsteine, Würfel, Spielmarker, Spielgeld, etc. Leider erhöhen diese die Produktionskosten beträchtlich. Wir gehen davon aus, daß die meisten Spieler genügend Spielekomponenten haben und packen in unsere Spiele nur die wesentlichen Bestandteile, und die so preisgünstig wie möglich: Spielplan, Karten und Regeln. Wer mehr benötigt, dann sagen wir schon rechtzeitig Bescheid. Und meist handelt es sich dabei um Dinge, die man von einem anderen Spiel verwenden kann, das man schon hat.“ Sehr mutige Aussage, denn selbst die Spielschachtel gibt es in zwei Ausführungen! Die uns vorliegende hat die Farbe schwarz. Die andere Edition die Farbe blau. Beide (auch inhaltlich) sind völlig identisch, so dass sich die Spieler entscheiden können, zu welcher Verpackung sie greifen. Doch um was geht es in diesem Spiel überhaupt und warum beginnen alle Kriminalgeschichten erst nachdem der ganze Spaß vorüber ist?

Ziel des Spiels:
Im Herrenhaus von J. Robert Lucky, einem großen Anwesen mit ungewöhnlichen Waffen, schlüpfen die Spieler in die Rolle eines Mörders. Naja, sie versuchen dies zumindest! Denn mithilfe einer Waffe muss man Doktor Lucky erledigen! Natürlich hat jeder dieses Ziel, doch am Ende gelingt es nur einem und dieser hat das Spiel gewonnen! Einfach ist es nicht, denn kein Spieler darf zum Tatzeitpunkt bzw. Mordversuch gesehen werden.

Spielaufbau:
Der achtteilige Spielplan wird nach Abbildung der Anleitung (letzte Seite) zusammengelegt. Natürlich kann man den Plan auch auf einem Karton festziehen oder zusammenkleben. Dann ist es aber schwierig, ihn anschließend wieder in die Spielschachtel zu schieben. Ein Zusammensetzen des 41 x 55 cm großen Plans auf dem Spieltisch reicht fürs erste aus. Der Plan zeigt den Landsitz von Doktor Lucky mit insgesamt 32 Örtlichkeiten. Dabei sind 24 Räume namentlich benannt (aufgedruckt) sowie sechs Flure und zwei Treppen abgebildet. Dazu nimmt man die 98 Spielkarten, mischt sie gut und legt diese als verdeckter Stapel auf die Seite. Mehr Material ist nicht dabei. Den Rest muss man wie oben bereits angegeben aus dem eigenen Haushalt ergänzen. Doch viel ist hierbei nicht notwendig! Also keine Sorge! Denn jeder Spieler benötigt einen Spielstein einer Farbe und für Doktor Lucky nimmt man am besten auch einen kleinen, oder großen markanten Spielstein, der sich von den anderen gut unterscheidet. Breiter als 2 cm sollten die Spielsteine aber nicht sein! Schließlich sind die Räumlichkeiten des Herrn Lucky nicht riesig.

Spielablauf:
Wir wissen nun schon etwas mehr und müssen im Verlauf der Spielrunden aufpassen, dass wir den Mordversuch nur starten, wenn wir mit Doktor Lucky alleine in einem Raum sind und kein anderer Spieler uns sehen kann. Sichtbarkeit bedeutet, dass andere Spieler sich in einem Nachbarraum aufhalten oder durch Türen den Tatraum einsehen können, indem man sich mit dem Herrn Doktor befindet. Somit stehen nicht nur die Nebenräume im Blickfeld! Einzelheiten und kleinere Feinheiten (z.B. die Galerie) werden in der Anleitung kurz dargestellt. Hat man diese „wichtigste“ Regel verstanden, sind die weiteren Abläufe einfach. Alle Spieler starten im Empfangsraum. Doch wo startet Doktor Lucky? Hierzu zieht man solange Karten vom verdeckten Stapel, bis eine Raumkarte ersichtlich ist. Dies ist dann das Startfeld des Herrn Lucky. Die Karten werden anschließend wieder gemischt und jeder bekommt sechs Karten auf die Hand. Wer am Zug ist, hat zwei Möglichkeiten: Entweder Typ 1 (Herumstöbern) oder Typ 2 (Etwas Tun).

1. Herumstöbern
Der Spieler geht in einen beliebigen „angrenzenden“ Raum oder er bleibt stehen. Ist dieser Raum mit einem „Namen“ (z.B. Küche) versehen, zieht man eine Karte vom Stapel. Die Karte zeigt Bewegungen, Fehlschläge, Räumlichkeiten oder Tatwerkzeuge an.

2. Etwas tun
Es gibt hier zwei Aktionen. Zuerst die Bewegung und dann ein Mordversuch, wobei beides optional ist. Mit dieser Möglichkeit bekommt der Spieler aber keine Karten auf die Hand. In der Bewegung zieht man einen Raum weiter und kann zusätzlich noch Karten (z.B. weitere Bewegungen oder Raumkarten) ausspielen.

Die normale Bewegung (in einen angrenzenden Raum) kann vor, nach oder zwischen dem Ausspielen von Karten erfolgen. Man kann so viele Karten ausspielen wie man will (bzw. wie man hat!). Betrachten wir die Karten einmal näher, wobei der aufgedruckte kurze Text keine Fragen offen lässt.

Bewegungskarten
Entweder bewegt man damit Doktor Lucky, oder sich selbst! Die Richtung ist beliebig. 30 Bewegungskarten mit den Werten 1 bis 3 stehen zur Verfügung.

Raumkarten
Entweder bewegt man damit Doktor Lucky, oder sich selbst in den angegebenen Raum. Hier stehen 20 verschiedene Räumlichkeiten zur Verfügung.

Mordversuch mit oder ohne Waffenkarten
Pro Zug darf man immer nur (unter Beachtung der oben erwähnten Regeln) „einen“ Mordversuch unternehmen. Man spielt dabei eine Waffenkarte (unterschiedliche Wertigkeiten, auch abhängig bzw. effektiver in bestimmten Räumen!) oder man würgt den Doktor mit bloßen Händen (Wert 1). Für das Würgen benötigt man keine Karten. Allerdings wird durch das Ausspielen einer Waffenkarte der Wert nicht zusätzlich erhöht. Die anderen Mitspieler haben allerdings was dagegen. Klar, denn sonst ist das Spiel sofort zu Ende! Jeder Spieler kann reihum eine oder mehrere Fehlgeschlagenkarten ausspielen oder passen. Die Gesamtsumme (um den Mord zu verhindern) muss mindestens so hoch sein wie der Wert des Mordversuchs. Die 42 Fehlgeschlagenkarten haben die Werte 1 bis 3. Doch was passiert mit den ausgespielten Karten? Die Karten werden auf einen Ablagestapel geworfen. Jedoch nicht alle, denn die ausgespielten Fehlgeschlagenkarten werden aus dem Spiel genommen. Sofern der Nachziehstapel aufgebraucht ist, nimmt man immer nur die Karten des „Ablagestapels“.

Bewegt sich Doktor Lucky?

Klar! Denn sobald ein Spielerzug beendet ist, erfolgt seine Bewegung. Dieser Herr bewegt sich dabei (normalerweise) immer nach einer festgelegten Route und zwar entsprechend den Zahlen (aufsteigend) des Planes. Denn fast jeder Raum ist auch mit einer solchen Zahl (von 1 bis 19) ausgestattet. Ist Doktor Lucky in Raum 19 zieht er anschließend in den Raum 0. Befindet er sich in einem Raum ohne Nummer (durch Bewegungskarten oder Raumkarten) wird er anschließend in den angrenzenden Raum (mit höchster Nummer) gezogen. Klingt ganz einfach, und das ist es auch! Im üblichen Fall verläuft eine Runde immer reihum. Normalerweise! Denn Doktor Lucky kann einen Spieler zu einem Zug verhelfen, wenn er in denselben Raum zieht! Denn dieser Spieler ist dann als nächster (oder wiederholt) an der Reihe. Sind mehrere Spieler in diesem Raum kommt der Spieler zum Zug, der links vom bisherigen Spieler sitzt. Hierzu gibt es ein kurzes Beispiel in der Anleitung. Als mögliche Variante (um den Spielverlauf zu beschleunigen) kann man die Werte der Waffenkarten auch um 1 erhöhen. Sieger ist am Ende immer der Spieler, welcher Doktor Lucky getötet hat. Denn irgendwann haben alle Spieler keine Fehlgeschlagen-Karten (oder zu wenige) auf der Hand, um den Mord zu verhindern.

Strategie:

Bringt ihn um! So lautet die Devise. Denn warten auf die beste Situation, oder eine hohe Waffenkarte, lohnen nicht immer. Durch den Mordversuch sind die Mitspieler gezwungen ihre Fehlgeschlagenkarten auszuspielen, die bekanntlich aus dem Spiel genommen werden. Je weniger Karten im Spiel sind, desto höher die Chancen, dass der Mord gelingt. Einige Spieler bleiben auch gerne in Räumlichkeiten stehen und warten bis der Herr Doktor zu ihnen zieht. Als Mitspieler weiß man dann bereits, dass hier eine gute und starke Waffenkarte im Spiel ist. Doch mit Raum- und/oder Bewegungskarten lassen sich diese Probleme schnell lösen. Bei vielen Spielern muss man schon taktisch klug vorgehen und ein Würgegriff sorgt eher für Erheiterung. Denn mit Sicherheit hat einer der Mitspieler eine Fehlgeschlagenkarte auf der Hand um diesen Mordversuch zu verhindern.

Interaktion:

Klar kommt man sich in die Quere. Gerade wenn die Mitspieler einem auf die Pelle rücken oder immer in Blickkontakt zu Doktor Lucky stehen. Dann wird es schwierig und man sucht das Weite, am besten zusammen mit dem Mordopfer! Eine oder viele lustige Runden sind garantiert und der Kommunikationsfaktor ist mit Sicherheit sehr hoch.

Glück:

Das ständige Ziehen von Karten sorgt manchmal für Frust oder Lust am Spiel. Denn ohne Fehlgeschlagenkarten auf der Hand, darf man Herrn Lucky nicht aus den Augen lassen. Denn sonst ist das Spiel schneller zu Ende als man glaubt. Somit muss man in vielen Situationen auf gute Karten hoffen. Dabei ist die Mischung entscheidend. Ein paar Bewegungskarten, Waffenkarten und Fehlgeschlagenkarten sind sinnvoll, um sich mehrere Strategien zurecht zu legen.

Packungsinhalt:

Wie sollen wir denn hier eine Verpackung bewerten, indem das Material „mit Absicht“ fehlt? Der Verlag hat uns und auch alle Interessenten bzw. Spieler darauf hingewiesen! Doch ein großes Problem, fremdes Spielmaterial (Figuren) einzusetzen, war es mit Sicherheit nicht. Dass die Herren der Schöpfung, Entwicklung und Produktion auch ihr Versprechen gehalten haben, zeigt sich am Preis. Denn mit hochwertigerem Material und Spielfiguren würde der Preis sicherlich doppelt so hoch liegen. So kann man bei ca. 10 EUR von einem fairen Preis sprechen, der für keinen Spieler eine Hürde darstellen sollte. Die Anleitung ist kurz und bündig und die Abläufe schnell erklärt. In vielen Foren diskutiert man bereits, wie man den Spielplan in 3D herstellen könnte (einige haben dies bereits gemacht!) oder die Klappteile am vorteilhaftesten auslegen kann.

Spaß:

Zum Glück haben wir das Spiel in den ersten Partien zu dritt und zu viert gespielt. Denn hier war der Spaßfaktor immer sehr hoch! Zu Zweit dümpelt das Spiel etwas vor sich hin und es kann sein, dass nach fünf Minuten das Spielende eingeläutet wird. Denn ohne Fehlschlagkarten auf der Hand kann man gleich die Segel streichen oder Herrn Lucky auf der Spur bleiben. Aus unserer Sicht macht deswegen die Kombination aus 3 bis 5 (ggf. noch 6) Spieler am meisten Sinn und am meisten Spaß! Denn bei wenigen Spielern (hier 2) ist das Anwesen des Herrn Lucky viel zu groß und bei acht Spielern viel zu klein! Gerade bei acht Spielern muss man froh sein, wenn man überhaupt einmal einen Mordversuch starten kann. Fragt sich nur wer seine Fehlschlagkarten ausspielt! Durch die einfachen Abläufe und Regeln ist man aber sehr schnell mit dem Virus Doktor Lucky infiziert und nach einer Runde folgt schnell die nächste! Aus einem Einstiegsspiel wird dann ein ganzer Abend, bzw. Nachmittag, denn auch die die Mitspieler unserer Testrunden waren von diesem Spiel begeistert.

s Meinung:

Die Spieler haben sich in der heutigen Zeit schon daran gewöhnt, dass das Material eines Spieles sehr hochwertig sein muss und die Abläufe leicht aber nicht zu einfach sein sollen.

Hier ist das allerdings ganz anders.

Denn mit wenigen Materialien, einem Spielplan und ein paar Karten hat man wirklich alles, was ein Spiel braucht. Wenn dann auch noch die Regeln einfach und witzig ausgedacht und umgesetzt wurden ist der Spielspaß garantiert. Das ist hier eindeutig der Fall!

Zu Dritt (mind.) sollte man allerdings schon sein, dann sind mit Sicherheit einige lustige Spielrunden garantiert!

Silke und Jörg Köninger für cliquenabend.de

Vielen Dank an Truant Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

STRATEGIE
6 von 10
Die richtige Waffe im richtigen Raum!
INTERAKTION
6 von 10
Was willst Du denn hier?
GLÜCK
7 von 10
Gute Kartenauswahl ist wichtig!
PACKUNGSINHALT
7 von 10
Die Spielfiguren fehlen hier mit Absicht!
SPAß
7 von 10
Mörderspiel mit witzigen Regeln und Abläufen!
GESAMT-
WERTUNG:
7/10
Ein Mord ohne Zeugen und zur richtigen Zeit, reicht aus, um das Spiel zu gewinnen!
Erklärung zur Wertung: 1-2 Ungenügend,   3 Mangelhaft,   4 Nicht lohnenswert,   5 Durchschnittsspiel,
6-7 Reizvoll,   8 Sehr gut,   9 Besonders Lohnenswert,   10 Topspiel

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