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Testbericht vom 13.11.2005 - von Jörg

Die Siedler von Catan


Vorwort:

Wenn sich einige Brettspielfans an das Jahr 1995 zurückerinnern und zeitgleich den Namen Klaus Teuber um die Ohren geschmissen bekommen, werden sie hellhörig. Na klar, in dem Jahr erschien das preisgekrönte Brettspiel „Die Siedler von Catan". Damals hätte wohl keiner gedacht, dass diesem Brettspiel ein solcher Erfolg beschert sein würde. Schon im Jahre 2000 krönte die Spielefachzeitschrift Spielwiese „Die Siedler von Catan" zum Spiel des Jahrhunderts. Es soll ja Einige geben, die noch nie Siedler gespielt haben.

Ziel des Spiels:

Ziele der Spieler ist es die Insel zu besiedeln und dabei möglichst viele Siedlungen und/oder Städte zu bauen. Aber auch mit Entwicklungskarten kann man sich weiter entwickeln und Punkte generieren.

Spielaufbau:

Die Insel von Catan besteht aus 19 Landfeldern und wird von 18 Wasserfeldern umgeben. Das sechseckige Spielbrett sieht in jeder Runde immer anders aus, da es zufällig zusammengestellt wird. Auf dem Spielbrett findet man Felder wie Acker-, Weideland, Wälder, Gebirge, Wüsten und Felsen. Diese Felder sind mit Zahlen versehen, die während der Würfelphase Bedeutung erhalten. Denn je nachdem, wie die Würfel fallen, erhält man von den verschiedenen Feldern Rohstoffe. Die üblichen Rohstoffe sind Getreide, Lehm, Schafswolle, Erz und Holz. Bei Spielbeginn hat jeder Spieler die Möglichkeit, zwei Siedlungen und zwei Straßen zu bauen.

Spielablauf:

Die Straßen werden zwischen den Landfeldern gebaut, die Siedlungen stehen immer an den Kreuzungen. Dies stellt die Grenzgebiete von zwei bis drei Land- bzw. Wasserfeldern dar. Zu Beginn eines Zuges würfelt der Spieler zunächst und erhält Spielkarten mit den Rohstoffen, die auf einem Feld „gedeihen", das die gefallene Zahl besitzt und an dem eine eigene Siedlung oder Stadt angrenzt. Mit den Rohstoffen können verschiedene Dinge errichtet werden. Für eine Straße benötigt man zum Beispiel die Rohstoffe Lehm und Holz jeweils einmal. Sollte ein Spieler nicht genügend Rohstoffe besitzen, um das Objekt der Begierde zu bauen, so hat er die Möglichkeit zu handeln. Die Spieler können untereinander, je nach Lust und Laune, Rohstoffe tauschen. Sollte man einen Hafen besitzen, so kann man auch zu jeder Zeit eine Rohstoffart tauschen. Später kommen auch andere Aspekte wie Entwicklungskarten oder der Räuber hinzu, welche weitere Taktiermöglichkeiten bieten. Entwicklungskarten haben speziellen Einfluss auf das Spielgeschehen. Zum Beispiel können so Siegpunkte erworben werden, Straßen verlängern sich, etc.. Würfelt ein Spieler die 7, so hat er die Möglichkeit, den Räuber zu versetzten. Dort, wo der Räuber steht, können keine Rohstofferträge eingefahren werden und zudem darf der Spieler einem Kontrahenten eine der Handkarten klauen. Ziel ist es, mit diesen Mitteln eine große Infrastruktur aufzubauen, mit vielen Straßen, Siedlungen und Städten. Diese geben, je nach Regellage, Siegpunkte. Erreicht man 10 dieser Siegpunkte, hat man den Gesamtsieg in der Tasche.

Strategie:

Je nachdem, wie geschickt man seine Siedlungen und Städte an den häufigen Zahlen platziert, kann man durchaus von strategischen Hintergedanken sprechen. Doch komplett kann man sich nicht darauf verlassen. Die Harmonie zwischen den Ressourcen, und der Position der eigenen Lager, wird meist durch die Mitspieler eingeschränkt. Je mehr Mitspieler man hat, desto größer die Schlacht um die begehrten Felder. Die Entwicklungskarten sorgen für ein weiteres strategisches Element. Je nachdem kann eine Monopolkarte, zum richtigen Zeitpunkt ausgespielt, einen ganzen Haufen Rohstoffe bedeuten. Mit dem Straßenbau kann man seinem Mitspieler spontan den Weg abschneiden oder mit den Rittern den Räuber zu eigenen Gunsten verstellen.

Interaktion:

Auch hier kommt man voll auf seine Kosten. In Sachen Interaktion und Kommunikation mit den Mitspielern wird man während der Handelsphase so manche Angebote abgeben müssen. Zwar kann man auch immer mit der "Bank" tauschen und mit bestimmten Handelshäfen ist es möglich, dieses Verhältnis je nach Art zu verändern, dennoch wird man wohl nie drum herum kommen, mit seinen Mitspielern zu interagieren.

Glück:

Je nach Position der Siedlungen bzw. dem Würfelwurf hat man als Spieler mal mehr und mal weniger Glück. Ein guter Start ist wichtig, um sich auf der Insel auszubreiten.

Packungsinhalt:

Beim Packungsinhalt der Siedler von Catan kommt es stark darauf an, wann man den Titel gekauft hat. Im Jahre 1995 liegen die Karten noch lose in der Packung, die Figuren sind aus Echtholz und die Spielkarten der Insel aus fester Pappe. Später gab es bei einer Neuauflage Kartenhalter aus Plastik, wo man die Rohstoffkarten sinnvoll einsortieren konnte. Die Figuren waren immer noch aus Echtholz. Diese Version findet man noch im Handel, jedoch nur sehr selten, da mittlerweile eine komplette Neuauflage erschienen ist. Diese leider zu Ungunsten der alten Versionen. Hier sind die Figuren aus Plastik. Zwar niedlich anzuschauen, jedoch bei Weitem nicht so robust. Die Packung ist besser darauf ausgelegt, Ordnung zu schaffen, doch durch die veränderte Form der Spielfeldgröße und den Spielfeldplättchen sind die neuen Versionen nicht kompatibel zu den alten mit Holzfiguren. Die Felder und Karten wurden optisch überarbeitet und sind hübsch anzusehen. Auch der Räuber wurde etwas verändert. Insgesamt gesehen aber immer noch gutes bis sehr gutes Material und das zu einem angemessenen Preis.

Spaß:

Gerne kann ich mich noch an die Zeit erinnern, als wir direkt nach der Schule Siedler gespielt haben. Fast jeden Tag, fast jede Woche und oft gleich mehrere Partien hintereinander. Ja, die Auswahl der neuen Spiele hielt sich zum damaligen Zeitpunkt in Grenzen und so wurde immer wieder dieses Spiel gespielt. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Editionen und Erweiterungen, doch Spaß macht es nach wie vor. Zwar landet es bei uns nun nicht mehr regelmäßig auf dem Tisch, doch die Lust an Catan geht wohl nie verloren!


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