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Details
Verlage:
Autoren:
Illustratoren:
Genres:
Brettspiel, Familienspiel, Erkundungsspiel, Städtebau, Kartenspiel

Spielmechaniken:
Optimieren, Bauen

Release:
2012

Anzahl der Spieler:
2 bis 4 Spieler

Spielzeit:
45 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 8 Jahre

Durchschnittswertung:
6/10 bei 2 Bewertungen



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Testbericht vom 02.07.2012 - von Jörg

Santa Cruz


Vorwort:

Von „Land in Sicht“ war bei Hans im Glück schon lange die Rede, doch bevor es mit Santa Cruz endlich so weit war, vergingen doch noch einige Monate. Erst im Frühjahr 2012 erblickte das Inselspiel auf der Nürnberger Spielwarenmesse das Licht der Welt und auch wir waren gespannt, wie dieses Abenteuer weiter geht.
Weiter?
Ja, denn Mitte 2011 konnten wir bereits ausgiebig den Prototypen testen, bei dem lediglich nur noch vereinzelte Abläufe und Wertungsmechanismen zur Diskussion standen. Gerade bei der Endwertung machte man sich dann aber doch noch so seine Gedanken und jetzt sind wir natürlich gespannt, ob das Spiel nicht nur ausgewogen verläuft, sondern auch Spaß und Spannung zu bieten hat.

Ziel des Spiels:

Es geht um das Besiedeln einer Insel und dies verläuft über zwei unabhängige Durchgänge, in denen Spieler Häuser, Kirchen und Leuchttürme errichten, um Rohstoffe zu sammeln und mit entsprechenden Wertungskarten weitere Punkte zu ergattern. Wer nach dem zweiten Durchgang die meisten Punkte hat, gewinnt.

Spielaufbau:

Jeder Spieler erhält die drei unterschiedlichen Gebäudetypen einer Farbe und der Spielplan mit der abgebildeten Insel wird in die Tischmitte gelegt. Die Vulkan- und Landplättchen werden verdeckt gemischt und auf die jeweiligen Felder platziert. Lediglich die blauen Küstenplättchen werden gleich offen und zufällig auf die Küstenfelder gelegt. Die Vogelchips und die 50er Stufen (Wertungsleiste) legt man zur Seite bzw. auf den Kompass. Die Wertungskarten werden gemischt und abhängig von der Spieleranzahl zwei bis vier Karten ausgeteilt.
Die Baukartensets werden in vier Buchstabenstapel (A bis D) getrennt voneinander aufgefächert und jedes Set (Fluss, Weg, Schiff und „Ausgeglichen“). steht für unterschiedliche Baumöglichkeiten auf der Insel.
Jeder Spieler wählt sich ein Kartenset aus und entsprechend der Reihenfolge bekommt der Startspieler anfangs 0 Punkte und nachfolgende Spieler jeweils immer einen Punkt mehr auf der Punkteleiste.

Spielablauf:

Damit kann der erste Durchgang beginnen, der wie folgt verläuft:

>Anlanden
In der ersten Runde benötigt der Spieler keine Baukarte, sondern wählt sich ein freies Küstenfeld, um abhängig vom Plättchen das jeweilige Gebäude zu platzieren und Punkte zu kassieren.

>Karte spielen
Nach dieser Anfangsrunde entscheiden sich die Spieler zwischen einer Bau- oder Wertungskarte, die sie offen vor sich ablegen. Reihum spielt jeder eine Karte und dies geht so lange, bis alle Karten ausgespielt wurden. Erst dann endet der Durchgang.

>Bauen oder Werten
Beim Bauen wird eine Baukarte ausgespielt, um dann ein Gebäude auf ein Plättchen zu setzen. Dabei ist auf das Symbol auf der Karte zu achten, denn nicht jede Karte erlaubt den Bau an der Küste, auf dem Fluss oder auf einem Landfeld.
Was man bauen darf, wird immer auf den Plättchen bildlich dargestellt und der Spieler muss das entsprechende Gebäude in seinem Vorrat besitzen. Die abgebildeten Punkte trägt man sofort auf der Punkteleiste ein und bei einigen Plättchen gibt es auch Bonuspunkte im weiteren Verlauf. Die Vogelchips nimmt man vom allgemeinen Vorrat und deren Wertung erfolgt erst am Spielende.
Nach dem Bau deckt der Spieler alle Plättchen auf, die direkt über einen Weg oder einen Fluss an das Gebäude angrenzen.
Es ist nicht gestattet, auf Plättchen zu bauen, auf denen bereits ein Gebäude steht und nur der Spieler, der im aktuellen Durchgang als Letzter am Zug ist, darf im gesamten Durchgang einmalig ein Gebäude auf eine besetztes Plättchen dazusetzen.
Der Spieler muss, sofern möglich immer ein Gebäude setzen, ansonsten endet sein Zug sofort.
Jeder Spieler ist mit einer Doppelzug-Karte ausgestattet und kann somit zweimal hintereinander bauen.

Beim Werten legt der Spieler die jeweilige Karte auch offen vor sich ab. Die Karten zeigen an, welche Dinge relevant sind und wie viele Punkte es dafür gibt. Je nach Karte bekommen somit auch gleich mehrere Spieler Punkte. Eine Besonderheit gibt es bei der Karte „Vulkanausbruch“, denn neben den Minuspunkten werden alle Gebäude auf den Vulkanplättchen zerstört und kommen erst wieder im folgenden Durchgang zum Einsatz. Die Punkte werden immer auf der Leiste abgetragen und dabei kommt es nie zu einer Gleichstandssituation auf einem Feld. Denn kommt ein Zählstein auf ein besetztes Feld, wird der Stein einfach dahinter gestellt.

Im zweiten Durchgang profitieren die Spieler von den Erfahrungen des ersten Durchgangs. Hierzu werden alle Gebäude zurück genommen und die ausgespielten Karten bleiben einfach liegen. Auch die Plättchen bleiben unverändert auf den Feldern. Jeder Spieler zieht eine neue Wertungskarte vom Stapel der bisher nicht genutzten Wertungskarten und legt diese vor sich ab. Der Spieler, welcher auf der Zählleiste hinten liegt, beginnt und wählt sich ein Kartenset eines beliebigen Spielers. Jeder nimmt dann seine Karten auf die Hand und legt eine der drei Wertungskarten verdeckt aus dem Spiel. Der weitere Ablauf entspricht dem ersten Durchgang.

Ist der zweite Durchgang zu Ende gibt es noch Punkte für eventuelle Vogelchips im eigenen Besitz. Wer dann die meisten Punkte hat, gewinnt.

Strategie:

Wer nicht wagt der nicht gewinnt und wer sich unschlüssig ist, sollte sich (sofern möglich) in der ersten Partie lieber einmal für die „ausgeglichenen“ Karten entscheiden.
Dabei lässt sich mit der Doppelzugkarte erahnen, dass dieser Spieler möglichst schnell eine Wertungskarte ausspielen möchte.
Denn das Ausspielen der Wertungskarten zum richtigen Zeitpunkt ist oft spiel entscheidend. Nur durch die Vulkankarten kann die ganze Planung noch einmal über den Haufen geworfen werden doch so kann man unter Umständen auch als Letzter in Runde 2 starten. Kein Grund zur Besorgnis, denn auch solche Spieler schafften es in unseren Partien am Ende fast noch auf den ersten Platz. Denn die zweite Runde verläuft noch strategischer, da man zumindest zwei der drei Wertungskarten der Mitspieler kennt und versucht am Punktekuchen teilhaben zu können.
Das klingt nach viel Strategie, doch Glück spielt dabei eine nicht wesentliche Rolle.

Interaktion:

In die Quere kommt man sich natürlich durch die Gebäude und nicht immer sieht man es gerne, wie sich ein oder mehrere Spieler über die Insel ausbreiten. Es gibt aber ausreichend Platz und schließlich hängt sehr viel von den Wertungskarten ab, was man aus seiner Situation macht.

Glück:

Mit dem Prototyp lagen die Plättchen noch offen aus, doch jetzt liegen sie anfangs verdeckt auf den einzelnen Feldern. Das lässt natürlich den Glücksfaktor steigen, denn so weiß man anfangs gar nicht, wo man mit Bauen beginnen soll, um aufgrund seiner Wertungskarten viele Punkte zu erzielen.
Aber auch die Aktionen der Spieler können sich für andere als Vor- aber auch Nachteil erweisen, schließlich kennt man zumindest in der ersten Runde die gegnerischen Wertungskarten nicht und kann nur auf mögliche Punkte spekulieren.

Packungsinhalt:

Der Spielplan fällt recht groß aus und so hat auch die Zählleiste sehr viel Platz. Das Unterbauen mit Holzhäusern beim Überrunden ist toll gelöst und sollte öfters in Spielen eingesetzt werden. Die Illustration gefällt uns ausgesprochen gut, nur die Wege hätte man teilweise etwas übersichtlicher gestalten müssen.
Die Anleitung findet in der Öffentlichkeit viele Fürsprecher, doch wir finden sie einfach nur schrecklich. Die Kästchen verwirren und sucht man in der Anleitung nach einem Abschnitt braucht man oft länger wie gewünscht. Auch die Sonderregel (Einsetzen eines weiteren Gebäudes) hätte man doch besser lösen können, oder? Denn zumindest in unseren Runden übersah man schnell diese Möglichkeit.
Das Material ist aus Holz und insgesamt gesehen gibt es da auch nichts zum Meckern. Der Preis mit ca. 30 Euro ist aus unserer Sicht angemessen.

Spaß:

Santa Cruz hat uns gleich bei der ersten Partie überzeugt. Strategie gepaart mit etlichen Glücksfaktoren sorgen für überraschende Spielmomente und glücklicherweise hat man eine zweite Runde drangehängt. Denn manch ein Spieler würde nach der ersten Runde das Spiel frustriert verlassen. Durch diese zweite Runde hat ein vermeintlich aussichtslos hinten platzierter Spieler noch Chancen, das Spiel zu gewinnen.
Dabei funktionieren die Spielrunden unabhängig von der Spieleranzahl gut und bei vier Spielern wird es logischerweise auch recht schnell eng auf der Insel. So sind uns insgesamt gesehen auch die Partie zum Viert am liebsten.
Doch nach etlichen Runden hat sich der Spaßfaktor mittlerweile gesenkt. An was das liegt ist schwer zu erklären. In reinen Vielspielerrunden sind die Spieler viel zu verbissen und werden durch regelmäßig auftretende Glücksfaktoren immer wieder aus der Bahn geworfen. Zu viel Motivation sollte man somit nicht ins Spiel einfließen lassen und so macht es mit Gelegenheitsspielern doch deutlich mehr Spaß.


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