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Details
Verlage:
Autoren:
Genres:
Würfelspiel, Tiere & Pflanzen, Humor, Familienspiel

Spielmechaniken:
Würfeln, Can't Stop Mechanismus

Release:
2005

Anzahl der Spieler:
2 bis 7 Spieler

Spielzeit:
20 - 30 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 8 Jahre

Durchschnittswertung:
8/10 bei 2 Bewertungen



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Testbericht vom 02.07.2007 - von Andreas

Heckmeck am Bratwurmeck


Dem Zoch Verlag haben es in letzter Zeit ein paar gewisse Hühner ganz und gar angetan. So langsam existiert nämlich ein kleines Hühnerparalleluniversum rund um die federhafte Bande. Es gibt neben den verschiedenen Brettspielen sogar schon zwei Kinderbilderbuchbände mit vorzüglichen Zeichnungen von Doris Matthäus. Das schöne daran ist, dass jedes Produkt diese Fantasywelt verfeinert und ihr mehr Leben einhaucht. Einer der größten Verkaufsschlager von Zoch ist übrigens genau aus dieser Ecke. Wir haben uns in die Welt der Hühner begeben und festgestellt, dass der Gackerslang der Hühner doch recht leicht zu erlernen ist und haben schnell jedes Wort verstanden... Bei dem uns vorliegendem Brettspiel geht es dieses Mal um die leckerste Schlemmerei für alle Hühner der Welt: Würmer. Im Rohzustand sind diese zwar ganz passabel, aber der neuste Speisetrend ist der Bratwurm. Hahn Harald hat dieses Gericht von seinem Onkel aus Chickentown Kentucky abgeschaut und sich nun vorgenommen überall wo Platz ist, eine Bratwurmbude zu eröffnen. Das Problem ist dabei nur, dass die Würmer ihm so schnell weg gegessen werden, dass er mit der Produktion nicht mehr nachkommt. Somit ist jede Hilfe gefragt und wer ihm am meisten Würmer bringt wird mit einem ganzen Jahr kostenlosem Essen geehrt. Also heißt es ran an die Federn und jeden Wurm aus den Löchern gelockt. Ob sich die Bratwurmspielidee genauso gut spielen lässt, wie sie den Hühner und Hähnen schmeckt oder für uns Menschen ganz und gar unappetitlich ist, werden wir euch in diesem Spieltest verraten. Wir selbst haben uns auf die Jagd nach Currywurm, Rostbratwurm und Frankfurter Würmchen begeben. Aufgebaut ist das Ganze genauso schnell wie auch wieder abgebaut. Man legt die 16 Bratwurmportionen in die Tischmitte und sortiert sie der Nummer nach. Dann bekommt der Startspieler die acht Würfel in den Schnabel, äh Entschuldigung wir meinen natürlich die Federhand, gesteckt und es kann losgehen.

Strategie:

Das Spielziel ist recht einfach zu beschreiben: „Welcher Hahn am Schluss die meisten Würmer hat ist der Meisterfänger“. Dieses Ziel ist allerdings schwieriger zu erreichen als es klingt, denn die Würmer sind ganz und gar nicht dumm. Buddelt man an der falschen Stelle zu lang, kommt es sehr schnell vor, dass ein schon gefangener Wurm aus eurer Tasche springt und sich wieder im Sand verbuddelt. Auch die anderen Hühner im Ring sind nicht gerade Engel auf Erden und nutzen hin und wieder die Gelegenheit und klauen euch die Würmer vor euren Augen aus der Tasche weg. Also heißt es bei dem Spiel aufpassen und Vorsicht walten lassen. Der Spieler der am Zug ist würfelt die acht kleinen mathematischen Zufallssteine in der Hand gut durch und lässt sie auf den Tisch plumpsen. Ist dies vollbracht legt er alle kleinen Kubusse eines beliebigen Wertes beiseite und zählt diese zusammen. Dabei zählen die Würmersymbole übrigens fünf Punkte. Nun nimmt der Spieler alle anderen Würfel in die Hand und kann damit weiter machen. Dabei darf er allerdings immer nur einen Wert pro Wurf beiseite legen und nie Werte, die schon gesichert sind. Dieses Würfeln darf man solange weiterführen bis man entweder einen Wurmstein ergattert oder gedemütigt keinen Wurm gefunden hat. Wurm oder nicht Wurm, das ist hier die Frage Der Spieler darf seinen Zug jederzeit beenden. Dabei gilt, dass mindestens ein Wurm unter seinem Ergebnis sein muss und er genug Punkte gesammelt hat. Ist dies nicht der Fall handelt es sich um einen Fehlschlag. Besitzt man jedoch mindestens einen Wurm werden alle beiseite gelegten Würfe zusammenaddiert. Entspricht diese Summe einen Wurmsteines in der Mitte oder direkt vor einem Spieler, darf sich euer Hahn diesen stibitzen. Dabei gilt, ihr dürft nur den obersten Stein eines Gegenspielers klauen, wenn ihr genau dessen Wert gewürfelt habt und damit aufhört. Aus der Mitte dürft ihr sowohl den gewürfelten Wert, als auch einen niedrigeren zu euren Vorrat nehmen, wenn es den exakten Wert nicht mehr gibt. Beispiel: 1. Wurf 1, 1, 2, 5, 5,Wurm, Wurm, Wurm Ihr legt die Würmer beiseite und habt damit schon 15 Punkte. (1 Wurm = 5 Punkte) 2. Wurf 2, 2, 1, 1, Wurm Den Wurm könnt ihr nicht beiseite legen, da ihr den schon habt, also nehmt ihr die zwei Zweier dazu. Ihr habt also 19 Punkte (also noch mindestens Zwei zu wenig). 3. Wurf 5, 4, 1 Nun nehmt ihr die Fünf und habt insgesamt 24 Punkte. Jetzt liegt es an euch ob ihr noch mal würfelt oder aufhört. Entscheidet ihr euch für einen weiteren Wurf und würdet einen Wurm und eine 2 würfeln. Hättet ihr einen Fehlschlag, da ihr davon keinen Würfel mehr beiseite legen könnt. Habt ihr das Pech und nicht genug Punkte zusammen gesammelt, keinen Wurm dabei gehabt oder das Schicksal hat es euch nicht gegönnt andere Werte zu bekommen, als die schon raus gelegten habt ihr einen Fehlwurf erwirtschaftet. Fehlwurf Da eure ganze Konzentration auf die intensive Nahrungssuche gerichtet war habt ihr nicht bemerkt, dass einer eurer Gefangenen wieder in die Freiheit abgeschlängelt ist. Habt ihr also einen Fehlwurf vor euch liegen, müsst ihr euren obersten Stein wieder zurück in die Mitte legen. Außerdem wird der höchste Stein der dort bereits liegt umgedreht und kann somit während dieser Spielrunde nie wieder gefangen werden. Außnahme: Handelt es sich bei euren Zurückgelegten um den höchsten Stein in der Mitte, wird keiner umgedreht. Außerdem wird kein Wertungsmarker zurückgelegt, wenn ihr keinen besitzt. Ende Wurm alles Wurm! Sobald sich in der Mitte keine offenen Wertungssteine mehr befinden ist die große Nahrungssuche für Haralds Bratwurmbuden vorüber. Jeder Hahn schaut in seine Sammeltaschen und zählt die Würmer die er ergackert... äh wir meinen natürlich „ergattert“ hat. Derjenige mit den meisten Würmern gewinnt den Preis und kann sich gemütlich ein Jahr lang umsonst mit seiner Leibspeise den Wanst voll schlagen.

Interaktion:

Das Geniale an dem Spielkonzept und sicherlich auch der Hauptgrund für die große Beliebtheit des Spiels ist dessen Einfachheit. Die Regeln sind innerhalb kürzester Zeit erklärt und jeder hat diese sofort verinnerlicht. Einmal ausgepackt wird sicherlich jeder Feuer und Flamme für das Hühnerspektakel und man lacht zusammen über die Klauerein der Würmer unter Freunden.

Glück:

Dieser ist dem Spielkonzept eines Würfelspiels entsprechend sehr groß. Einzig und allein die Tatsache wie viel Risiko ihr in euren Zug legt, bringt ein klein wenig Taktik ins Spiel. Stellt sich die Frage, ob ihr euch mit einem kleineren Wert schon zufrieden gebt, oder ob ihr die Möglichkeit nutzt noch mal zu würfeln und dadurch einen höheren Stein aus der Mitte oder den Klauen eurer Mitspieler zu befreien.

Packungsinhalt:

In der Schachtel befinden sich 16 durchgemischte Bratwurmportionen mit den Werten 21-36 sowie 8 Würfel die anstelle einer Sechs einen Wurm abgebildet haben. Die Bratwurmsteine sind dabei aus Urea (auch Harnstoffharz oder Bakelit genannt) Material was sich sehr schön anfühlt und auch prima aussieht. Da es sich um eine recht kleine Schachtel handelt passt auch alles in jeden noch so kleinen Reiserucksack. Der Preis für diesen Freizeitspaß für durchaus erschwinglich und die Wertungssteine sind ein kleiner haptischer Genuss für jeden Würfelspieler. Wer meint, dass die Würmer so ähnlich aussehen wie die Amöben in der Ursuppe, der hat recht, denn Doris von Doris und Frank Spiele war für die Illustration verantwortlich.

Spaß:

Seid ihr auf der Suche nach einem taktischen Spiel mit viel Spieltiefe und langen Spielabenden solltet ihr über dieses Zochspiel komplett hinwegsehen. Sucht ihr aber ein Spiel welches zu jedem Zeitpunkt auf den Tisch gepackt werden kann, schnell für Spaß sorgt, überall mitnehmbar ist und einfach mit jeder Spielgruppe spielbar ist, seid ihr an der richtigen Adresse. Wunderbar für die kleine Unterhaltung zwischendurch oder auch als Absacker oder Einleitung des nächsten Spieleabends.


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