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Details


Verlage:
Autoren:
Illustratoren:
Genres:
Spielmechaniken:
Release:
2010

Anzahl der Spieler:
2 bis 5 Spieler

Spielzeit:
60 Minuten

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Durchschnittswertung:
5/10 bei 1 Bewertungen



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Testbericht vom 24.08.2011 - von Andreas

Charon Inc.



Vorwort:

Emanuele Ornella ist ein italienischer Spieleautor der seit 2003 in der Spieleszene aktiv ist. Bisher hat er 9 Spiele veröffentlicht, darunter Il Principe (2005), Byzanz (2008), Assyria (2009) und auch Charon Inc. (2010). Letzteres ist eine Neuinterpretation der Spielmechanismen von Hermagor aus dem Jahr 2006. In Deutschland wird das Spiel vom Pegasus Verlag vertrieben. Wie das futuristische Rohstoffspiel in unseren Spielrunden ankam, erfahrt ihr nun…

Ziel des Spiels:

Wir befinden uns im Jahre 2288. Der Bergbau wird von wenigen Großunternehmen kontrolliert, ganze Planeten und Monde werden ausgebeutet. Die Spieler verkörpern diese Großunternehmer, die den größten Mond des Planeten Pluto kolonisieren und seine Bodenschätze abbauen. Wer dies am besten bewerkstelligt, hat nicht nur seine Bilanzzahlen hinter sich, sondern auch den Sieg in der Tasche.

Spielaufbau:

Jeder Spieler entscheidet sich für eine Spielerfarbe und erhält die passenden sieben Fähnchen. Eines dient zur Farbmarkierung und wird vor einem abgestellt. Die restlichen kommen auf die passenden Bereiche auf dem Spielbrett. Je nach Spieleranzahl benutzen wir mehr oder weniger Felder des Mondes.
Die Rohstoffdiamanten werden sortiert und eine bestimmte Menge (je nach Spieleranzahl) von jeder Farbe in den blickdichten Leinenbeutel gelegt. Hier zieht man nun zufällig die Steine heraus und platziert je einen auf die Rohstofffelder des Mondes. Wobei fehlende Steine aus dem Vorrat hinzugefügt werden. Pro Zone findet man danach 1-3 Rohstoffe der gleichen Farbe.
Jeder erhält noch drei Baukarten. Die Restlichen werden gemischt, wobei die 12er Karten auf den Ablagestapel platziert werden. Lasst uns den Mond besiedeln!

Spielablauf:

Eine Partie besteht aus vier Runden, die sich in je sechs Phasen unterteilen. Vor jeder Runde stellen die Spieler ihre sechs Flaggen auf die sechs Felder neben dem abgebildeten Mond. Das oberste Feld zeigt die Spielreihenfolge an, die jede Runde nach dem Fördern der Edelsteine angepasst wird. Aber wir greifen vor.

Die Phase sind:

  1. Offenen Pool bilden
  2. Gebiete abstecken
  3. Edelsteine fördern
  4. Zugreihenfolge anpassen
  5. Baukarten ausspielen
  6. Vorbereiten der nächsten Runde

Die Phase 0 gibt es in den Regeln eigentlich nicht, aber man sollte sie einführen, damit diese nicht vergessen wird. Jeder Spieler zieht 2 Karten nach (in der ersten Runde sind es 3) und entscheidet sich verdeckt für eine, die er in die Mitte legt. Diese Karten werden anschließend aufgedeckt und bilden den offenen Pool. Aus  diesem kann jeder Spieler maximal eine Karte bauen (siehe weiter unten).
Wichtig: Sollte man beim Nachziehen ein Gebäude ziehen, das man bereits gebaut hat, darf man pro Runde diese Karte/n einmal ablegen und neue Karte/n ziehen.

Das Abstecken der Gebiete (Phase 1) dient nur einem Zweck, ihr wollt so viele passende Rohstoffe wie möglich erwirtschaften, um mit diesen Bauaufträge zu erfüllen (Phase 4). Die Fahnen der Mitspieler sitzen hierfür auf speziellen Feldern und genau das ist der Clou des Spiels. Die Fähnchen setzt man von diesen Feldern auf den Mond und hat hierbei einen Mehrheitskampf um die Rohstoffe. Allerdings ist es wichtig, von welchem Feld man seine eigene Fahnenstange abzieht, denn jedes bringt eine spezielle Eigenschaft, wenn am Ende der Runde nur wenige Flaggen dort stehen (bei 2-3 Spielern bei nur einer Flagge und bei 4-5 Spielern bei 1-2 Flaggen).

Bevor wir uns aber den Spezialeigenschaften widmen, erklären wir nochmal kurz das Gebiete abstecken. Ich kann eine Flagge auf eine freie Kreuzung (berührt 4 Zonen), Straße (berührt 2 Zonen) oder in die Mitte einer Zone (berührt nur diese Zone) platzieren. Jede Flagge zählt dabei einen Punkt, wer den größten Einfluss nach dem setzen aller Flaggen besitzt, erhält die Rohstoffe. Bei Gleichstand gilt: Die Mitte der Zone ist besser als die Straße und die Straße ist besser als die Kreuzung.

Anschließend zählt jeder seine Rohstoffe. Anhand der Anzahl wird in Phase 2 die neue Spielerreihenfolge festgelegt, wobei der Spieler mit den meisten Rohstofen erster wird usw. In der neuen Zugreihenfolge können die Spieler nun bauen. Hierbei dürfen sie eine Karte aus dem offenen Pool bauen und beliebig viele ihrer Handkarten. Um ein Gebäude zu bauen, müssen natürlich die passenden Rohstoffe abgegeben werden. Ein 3:1 Tausch von Rohstoffen mit der Bank ist dabei möglich. Es ist nicht erlaubt ein Gebäude einer Klasse mehrfach zu bauen (also nur ein 11er Gebäude, ein 10er, usw.). Haben alle Spieler ihren Bau getätigt, fängt die nächste Runde an.

Soweit so gut, alles relativ logisch. Kommen wir nun also zum speziellen Kniff des Spiels, den Sondereigenschaften. Nachdem man die erste Phase durchgeführt hat, bleibt von jedem Spieler eine Flagge stehen. Je nach Anzahl der Flaggen auf einem Feld (maximal 1 bzw. 2 im 4-5 Personenspiel), wird die Eigenschaft aktiviert. Das oberste Feld „Industriespionage“ lässt uns nochmal eine Flagge umsetzen, das seltene Mineral (durchsichtige Farbe) ist ein Joker für jede Farbe und der technische Fortschritt liefert uns eine zusätzliche Baukarte (aus dem Ablagestapel oder öffentlichen Pool). Das Synchrotron erlaubt es uns alle Steine einer Farbe gegen eine andere Farbe zu tauschen und zu guter Letzt gibt es noch das Untertagelager. Hier haben wir einen Tauschwert von 2:1 in dieser Runde und dürfen 6 Edelsteine mit in die nächste Runde nehmen, alle anderen Spieler dürfen nur 2 aufheben.

Die Flaggen werden wieder zurecht gerückt und eine neue Runde startet. Nach vier Runden steht der Gewinner mit den meisten Punkten aufgrund der ausliegenden Baukarten fest.

Strategie:

Die eigenen Baukarten sind den anderen Spielern nicht bekannt und so sollte man sich erstmal den offenen Pool ansehen. Denn hier heißt es "wer zuerst kommt, malt zuerst". Liegen dort hohe Bauaufträge, die einem noch fehlen? Hat man überhaupt eine Chance sie zu bauen und ist man in der Reihenfolge möglichst weit vorne, oder baut ein anderer Spieler einem die Karte vor der Nase weg? Eventuell gibt es mehrere attraktive Karten im Pool. Auch die 12er Karten im Ablagestapel solltet ihr nicht vergessen. Beim Grundstücke abstecken gilt deshalb, Rohstoffe besorgen die einem bei mehreren Aufträgen weiterhelfen.
Welche Sonderfähigkeiten bringen einem in der Runde etwas? Gönne ich dem ein oder anderem Spieler eine bestimmte Spezialfähigkeit nicht und möchte ihn daran hindern sie auszuführen? Je nachdem solltet ihr eure Flaggentaktik daran anpassen und bestimmen, wo ihr sie wegnehmt und wo nicht.
 

Interaktion:

Das Spiel ist ein stetiger Mehrheitenkampf um die Rohstoffe, ein Wettkampf um die offenen Baukarten sowie ein Bluff-Faktor und Kampf bei den Sondereigenschaften. Ständig durchkreuzt man die Pläne eines Mitspielers oder versucht seine vorherige Stellung auszubauen.

Glück:

Das Kartennachziehen und das Befüllen der Zonen mit Rohstoffen ist natürlich glücksbehaftet. Allerdings kommt einem der einmalige Tausch der Karten sehr entgegen (falls das Gebäude schon gebaut ist!) und die verschiedensten Rohstoffe am Mond sorgen für Abwechslung und Anpassung der Strategie.

Packungsinhalt:

Die Spielgrafik ist ehrlich gesagt gewöhnungsbedürftig und etwas schlicht. Von unseren Testspielern war keiner sonderlich begeistert. Allerdings ist sie sehr funktional und übersichtlich und es kommt zu keinen Spielfehlern aufgrund der Grafik.
Die Plastikflaggen sind ebenfalls funktional, wären aber aus Holz sicherlich schöner. Allerdings wäre dann der Preis wohl auch nach oben gegangen. Die Rohstoffdiamanten sind haptisch sehr schön und das schönste Element im Spiel. Das Spiel kostet ca. 23€, was aufgrund des Spielmaterials marktgerecht ist.

Spaß:

Uns wurde das Spiel auf einer Veranstaltung empfohlen und aufgrund dieser Empfehlung haben wir eine 2er Partie gewagt. Schnell war klar, dass der Spielspaß zu zweit nicht sehr hoch ist. Der Mehrheitenkampf ist relativ stumpf und auch die Sondereigenschaften kommen nicht wirklich zum Tragen. Das Greifen der Mechanismen braucht unbedingt mehr Spieler. Im Gegensatz dazu war allerdings in Maximalbesetzung die Downtime zwischen den Zügen wiederrum zu lang. Jeder Spieler versucht das Optimum mit seinen Flaggen herauszuholen und das führt zu etwas Denksport. Aufgrund der Downtime empfehlen wir Partien mit 3-4 Spielern. Hier ist das Konzept ausgewogen. Allerdings haben alle Spielerzahlen den Nachteil, dass der Spannungsbogen im Verlauf der Partie flacher wird.
 

`s Meinung:

Die Mechanik der Sonderfelder und des gleichzeitigen Mehrheitenkampfes um Rohstoffe hat mich sehr angesprochen, wirkliche Spannungsbögen kamen in unseren Partien allerdings nicht auf. Die vier Runden sind prinzipiell immer dasselbe und der Spannungsbogen flacht von Runde zu Runde ab. Jeder war zwar am Anfang an den Mechanismen interessiert, aber die Optik, Spannung und der Langzeitspaß stürzen die Innovation auf ein durchschnittliches Spiel des Jahrgangs ab. Nicht wirklich schlecht, aber auch leider nicht wirklich gut ... Schade!

Andreas Buhlmann für cliquenabend.de

Vielen Dank an den Pegasus Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

STRATEGIE
3 von 10
Rohstoffe an die Baukarten anpassen.
INTERAKTION
5 von 10
Kampf um Rohstoffe, Sondereigenschaften und Baukarten.
GLÜCK
2 von 10
Nur ein geringer Glücksanteil.
PACKUNGSINHALT
4 von 10
Grafik ist zu schlicht und Plastikflaggen schrecken ab.
SPAß
4 von 10
Nur mit 3-4 Spielern empfehlenswert.
GESAMT-
WERTUNG:
5/10
"Charon Inc. hat eine neue innovative Idee die einen Zwang zwischen Rohstoffen und Sonderfähigkeiten bietet. Allerdings ist der Spannungsbogen sehr flach."
Erklärung zur Wertung: 1-2 Ungenügend,   3 Mangelhaft,   4 Nicht lohnenswert,   5 Durchschnittsspiel,
6-7 Reizvoll,   8 Sehr gut,   9 Besonders Lohnenswert,   10 Topspiel

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Mittwoch 24.08.2011

Spieltest: Charon Inc. (Vertrieb: Pegasus Verlag)

Nachricht von 19:02 Uhr, Smuker, 5 Kommentare

Emanuele Ornella ist ein italienischer Spieleautor der seit 2003 in der Spieleszene aktiv ist. Bisher hat er 9 Spiele veröffentlicht, darunter Il Principe (2005), Byzanz (2008), Assyria (2009)... ...

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